Ladies in Black in der Volleyball-Bundesliga gegen Erfurt

Volleyball : Defensive ist das Prunkstück der Ladies

Als Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp am Mittwochabend nach dem überzeugenden 3:0-Sieg der Ladies in Black die Halle an der Neuköllner Straße verließ, war er um zwei Erkenntnisse reicher.

Erstens, es regnet tatsächlich rein in die Halle, zweitens, die Mannschaft von Trainerin Saskia van Hintum spielt zumindest an guten Tagen einen mitreißenden Stil, der die meisten Mannschaften aus der Volleyball-Bundesliga vor schwere Aufgaben stellt, und auf die sich auch Schwarz-Weiß Erfurt einstellen wird, wenn die Mannschaft von Cheftrainer Jonas Kronseder am Samstag (18 Uhr) zum Auftakt der Rückrunde in Aachen aufschlägt.

Und da es kaum eine zahlenverliebtere und statistisch-fundiertere Ballsportart gibt als Volleyball, dürften dem 42-Jährigen die Stärken und Schwächen des Aachener Spiels aus den elf Hinrunden-Partien geläufig sein. Der Reihe nach.

Starke Aufschläge

Zum Prunkstück des Aachener Spiels hat sich die Defensive entwickelt, sowohl in der Blockarbeit als auch in der Annahme. Hier ist Libera Kirsten Knip die herausragende Spielerin. Die Niederländerin belegt im Ranking der Volleyball-Bundesliga zwar „nur“ Platz vier (141 Annahmen, 58,9 Prozent perfekt oder gut), die drei vor ihr platzierten Konkurrentinnen haben jedoch zwar bessere Quoten, aber wesentlich weniger Aktionen. Bei der Anzahl der Blockpunkte belegt das Aachener Duo Krista DeGeest als Erste (495 Blockversuche/78,4 Prozent Effizienz) und Kapitänin Lisa Gründing als Dritte (545/74,7) sogar gleich zwei Plätze auf dem Podium. 102 Blockpunkte aus 1141 Versuchen bedeutet für das gesamte Team Platz drei in der Wertung hinter den beiden Spitzenmannschaften Stuttgart und Schwerin.

Bei den offensiven Elementen glänzen die Ladies in zwei Bereichen: Als Gesamt-Mannschaft belegt das Team in der Wertung „Aufschläge mit Wirkung“ ligaweit die zweite Position, überraschenderweise hinter Straubing.

Angriffsquote als Manko

Schaut man etwas genauer hin, haben die Aachenerinnen aber deutlich häufiger das Aufschlagsrecht gehabt (832 Aufschläge/74 Punkte) als der Aufsteiger (719/63) – ein deutliches Indiz dafür, dass die Ladies mehr Punkte eingefahren haben. „Mit unseren Aufschlägen haben wir Münster unter Druck gesetzt und haben auch in schwächeren Phasen wieder zurück ins Spiel gefunden“, analysierte Saskia van Hintum nach der Mittwochs-Partie. Zweiter Lichtblick ist Diagonalangreiferin Maja Storck. Die 20-jährige Schweizerin kam zu Saisonbeginn schüchtern zu ihrem ersten Auslandsabenteuer nach Aachen und hat mittlerweile die hochgehandelte Amerikanerin Taylor Agost aus der Stammformation verdrängt. 81 Punkte aus 193 Versuchen bedeuten eine Erfolgsquote von 42 Prozent.

Deutlich Luft nach oben hat das Team allerdings noch bei der Chancenverwertung insgesamt: Die Aachener Attacken landen (noch) nicht schnell genug auf gegnerischem Boden. Ein Manko, das die starke Blockarbeit und die herausragende Feldverteidigung zwar häufig ausgleichen können, das aber auch gerade die Mannschaften mit höherer Qualität zu eigenen Punkten nutzen. In der Riege der Außenangreiferinnen belegt Aachens Jodie Guilliams Platz 23 (173 Versuche/75 Punkte), die lange verletzte Nicole Oude Luttikhuis folgt auf Platz 54 (63/23), ihre Landsfrau Marrit Jasper auf 68 (201/64).

Fazit: Aachens Trainerin hat rund um die beiden verbliebenen Knip und Oude Luttikhuis schnell eine funktionierende Mannschaft geformt. Das Team kann gegen Erfurt mit dem vierten Sieg in Folge den vierten Tabellenplatz erobern, da der USC Münster beim Dresdner SC antreten muss. Das Team kann mittlerweile auch in Schwächephasen die Qualität hochhalten und büßt gerade in den mittleren Phasen der Sätze nicht mehr so leicht an Boden ein. Wenn es noch gelingt, effektiver zum Abschluss zu kommen, wird sich das Team im oberen Drittel der Liga fest etablieren.

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