Aachen: Lacrosse-Frauen des VfL 05: Mit dem Semesterticket zur Bundesliga

Aachen : Lacrosse-Frauen des VfL 05: Mit dem Semesterticket zur Bundesliga

Ganz schön selbstbewusst, wie Magali Kreuzfeldt in das Abenteuer Lacrosse-Bundesliga geht. Die Spielertrainerin des VfL 05 Aachen sagt nämlich vor dem Ligastart am kommenden Sonntag: „Das ist auf jeden Fall realistisch.“ Was sie meint: den Klassenerhalt. Die nötige Qualität, da ist Kreuzfeldt ganz sicher, hat die Mannschaft, um sich gegen die besten Teams im Westen der Republik zu behaupten.

Um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen, fordert Kreuzfeldt ihre Spielerinnen stärker als noch in der vergangenen Zweitliga-Saison: Waldläufe und eine dritte Trainingseinheit pro Woche auf dem Sportplatz Steinebrück stehen auf dem Programm.

Laufbereitschaft und Konzentration, wie hier im Spiel der Vorsaison gegen Schwarz-Weiß Köln, sind auch beim Heimspiel der Lacrosse-Frauen am kommenden Sonntag gefragt. Foto: Roland Irlenbusch

„Bisher hat meine Mannschaft absoluter Kampfgeist ausgezeichnet, gegen die Teams aus der Bundesliga brauchen wir aber auch die nötige Kondition“, sagt die 30-Jährige, die bereits bei einigen der kommenden Gegner gespielt hat. „Ich kenne die besonders guten Spielerinnen und kann meine Mannschaft darauf vorbereiten.“ Der VfL 05 profitiere zudem vom guten Teamgefüge.

„Andere Spielerinnen zicken sich schon mal an. Bei uns ist es anders, wir harmonieren“, sieht Spielführerin Marie Schemken einen entscheidenden Vorteil ihres Teams. Bereits im zweiten Jahr in der 2. Bundesliga ist der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse gelungen. Erst 2014 ging die Frauen-Abteilung neu formiert aus dem Hochschulsport hervor. Aus diesem Grund spielen in der Mannschaft hauptsächlich Studentinnen. Mit Maschinenbau, Medizin oder auch Umweltwissenschaft sind die Studiengänge der etwa 20 Spielerinnen vielfältig.

Doch nicht jede Aachenerin folgt dem VfL 05 in die Bundesliga. „Als Studententeam haben wir eine hohe Fluktuation. Viele machen Praktika, Auslandssemester oder schließen ihr Studium ab und ziehen weg“, erklärt Spielerin Giulia Palm. Anderen hingegen sei „der Druck in der Bundesliga zu hoch“.

Weitere Anreisen zu den Spielen

Mehr Druck, aber auch mehr Spritgeld, heißt es in der ersten Liga. Während die vergangene Saison größtenteils in NRW ausgespielt wurde, reisen die Aachenerinnen zu Bundesliga-Spielen auch mal bis nach Mainz oder Frankfurt. „Zu den Begegnungen innerhalb Nordrhein-Westfalens können viele von uns mit dem Semesterticket fahren“, sagt Palm, „für längere Strecken stellt unser Hauptsponsor manchmal einen Mannschaftsbus zur Verfügung.“

Ansonsten müssen die Studentinnen — ebenso wie für ihre Ausrüstung — selbst in die Tasche greifen: Die Kosten für Schläger, Schuhe, Mundschutz und Schutzbrillen belaufen sich schon mal auf einen höheren dreistelligen Betrag. Lediglich über ihren Haupt- sowie mehrere Nebensponsoren kommt hin und wieder Geld in die Kasse.

Für das erste Spiel in der Bundesliga fallen zumindest keine Fahrtkosten an. Am Sonntag erwartet der VfL 05 den Düsseldorfer Sport-Club 1899 Hirschkühe auf dem Sportplatz Steinebrück. Beginn ist um 14.30 Uhr.

Magali Kreuzfeldt rechnet sich auf diesem Niveau durchaus etwas aus: „Düsseldorf hatte viele Umbrüche und wird vielleicht nicht in voller Mannschaftsstärke antreten.“ Entscheidend sei allerdings, „dass mein Team viel lernt in dieser Saison und tolle Erfahrungen sammelt“.

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