Broichweiden: KTSV Eupen will mit Baze Krstev bis 2020 in die Erste Division aufsteigen

Broichweiden : KTSV Eupen will mit Baze Krstev bis 2020 in die Erste Division aufsteigen

Es scheint nicht das beste Omen für die KTSV Eupen zu sein, als Geheimfavorit in das Turnier zu starten. Wie schon im Vorjahr musste der belgische Zweitdivisionär auch bei der zwölften Auflage des EWV-Cups nach der Vorrunde die Segel streichen, was nach Lage der Dinge durchaus überraschend war. Die Enttäuschung hielt sich bei Baze Krstev jedoch in Grenzen, und das hat einen ziemlich simplen Grund.

„Wir stecken noch mitten in der Vorbereitung“, erklärt der KTSV-Trainer. „Dass spielerisch noch nicht alles passt, ist fast logisch.“ Genau das muss aber passen, denn das Spielerische ist die große Stärke, die nicht nur die Mannschaft aus Eupen auszeichnet, sondern den belgischen Handball allgemein.

Technisch versiert, schnell, variabel: So sieht der Prototyp einer erfolgreichen belgischen Mannschaft aus. Die Körperlichkeit spielt eine eher untergeordnete Rolle, was sich besonders im Vergleich mit deutschen Teams deutlich zeigt. „Das Spiel wird ganz anders aufgezogen“, berichtet Krstev. „Man muss den Gegner in andere Positionen zwingen.“ Dass der ehemalige mazedonische Nationalspieler weiß, wovon er spricht, erschließt sich schon beim Blick auf seine Vita.

Mit dem HC Eynatten-Raeren feierte er drei Meisterschaften, 16 Jahre verbrachte Krstev als Spieler in Belgien. Im vergangenen Jahr beendete er im Alter von 40 Jahren seine überaus erfolgreiche Karriere, er wechselte von der ersten in die zweite belgische Liga und von der Spieler- auf die Trainerbank.

In Eupen haben sie eine Vision, eine Vision vom Aufstieg in die Erste Division, und Krstev soll dabei helfen, diesen Traum spätestens im Jahr 2020 wahr werden zu lassen. Für ambitionierte Teams ist es nicht leicht, hochgesteckte Ziele zu erreichen, denn Handball zählt in Belgien eher zu den Randsportarten. Viele Spieler in den oberen Ligen kommen aus dem Ausland, allen voran aus Frankreich, Nachwuchs aus den eigenen Reihen gibt es zu wenig, was sich auch im internationalen Ländervergleich seit Jahren bemerkbar macht. Oder wie Andreas Heckhausen es formuliert: „Die technische Ausbildung in Belgien ist gut. Es gibt jedoch nicht so viele Spieler, die davon profitieren.“

Heckhausen ist aktuell Trainer der ersten Mannschaft des neu gegründeten HC Weiden, aber es ist noch gar nicht so lange her, dass er die Spieler in Eynatten angeleitet hat. „Die Mentalität ist in Belgien eine andere, da geht es im Training nicht so aggressiv zu wie in Deutschland“, hat er beobachtet.

Das deckt sich mit den Erfahrungen, die auch Sven Leonhardt gemacht hat, als er zwei Jahre im Nachbarland gespielt hat. „In den Einheiten dreht sich viel um Spielzüge und Tempo, aber es wird nicht so hart zugepackt“, sagt der Weidener, der in Eynatten Mitspieler von Krstev war. „Ein Musterprofi, der immer 100 Prozent gegeben hat“, sagt Leonhardt. Das macht der Mazedonier auch an der Seitenlinie. Bisher hat sich der Erfolg für sein Team beim EWV-Cup zwar noch nicht eingestellt, „aber das kann sich im nächsten Jahr ja schon ändern“, sagt Krstev, der als Spieler schon den Siegerpokal in die Höhe stemmen durfte. Als Geheimfavorit sollten die Eupener dann allerdings besser nicht gehandelt werden.

(bj)
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