Aachen: Kapitän des BTB Aachen kehrt ins Gillesbachtal zurück

Aachen : Kapitän des BTB Aachen kehrt ins Gillesbachtal zurück

Elf Jahre ist es im Mai her, dass Simon Breuer letztmals das Trikot des BTB Aachen überstreifte. Damals spielte der Klub in der Handball-Regionalliga, und Simon Breuer war der Kapitän und Leader. An seiner Seite Mitspieler Martin Becker. Wenn die nächste Saison Anfang September startet, stehen die beiden wieder gemeinsam in der Halle Gillesbachtal auf dem Parkett: Breuer in seiner vielleicht letzten Saison noch einmal als Spieler und Becker als sein Trainer.

Und sollte die Rückrunde in der Handball-Oberliga richtig gut für den Klub aus dem Aachener Gillesbachtal laufen, dann könnte man sich sogar noch in der Nordrheinliga wiedertreffen. „Erst mal die nächste Saison, und dann muss man schauen, was mein Körper sagt. Ich bin zwar noch topfit, habe aber doch so einige Blessuren davongetragen.“ Kein Wunder, Simon Breuer betreibt seit frühester Jugend Leistungssport — und wird im August auch schon 35 Jahre alt.

Leichtfüßig: Simon Breuer, hier im Trikot des TuS Ferndorf. Foto: imago/Eibner

„Ich habe immer gesagt, wenn es passt, wäre es schön, meine Karriere beim BTB zu beenden“, kehrt Breuer damit zu seinen Wurzeln zurück. Im Gillesbachtal beim BTB Aachen hatte Simon wie auch sein Bruder David und seine Schwester Eva von Kindesbeinen an Handball gespielt. David Breuer agierte selbst erfolgreich in der Zweiten Liga, war in der Saison 2009/10 — damals ebenfalls für Korschenbroich — mit 317 Treffern Torschützenkönig der Zweiten Liga. Aktuell ist der 36-Jährige als A-Jugendtrainer in Duisburg aktiv.

Eva Breuer war Teil der erfolgreichen BTB-Frauen, die in der Saison 2009/10 in der Regionalliga spielten. Und Vater Karl-Werner Breuer ist selbst ein Handball-Urgestein, war nach vielen Jahren beim BTB Aachen zuletzt zehn Jahre als Jugendwart beim Handball-Verband Mittelrhein tätig. Inzwischen greifen bereits Simons Söhne Michel und Janne, sechs bzw. fünf Jahre alt, ebenfalls beim BTB zum Handball. Eins darf man sicher annehmen: Auch der fünf Monate alte Martti wird in einigen Jahren folgen.

Von 1989 bis 2007 hat Simon Breuer bereits sehr erfolgreich beim BTB im Gillesbachtal Handball gespielt. So gewann er mit dem BTB in verschiedenen Altersklassen insgesamt sechs Mittelrheinmeisterschaften. Zudem wurde er 1997 Westdeutscher Meister. Daneben war er in den folgenden Jahren u. a. Deutscher Hochschulmeister, Deutscher Beachhandball-Meister und erneut Westdeutscher Meister (2009 und 2015). Der größte Erfolg mit den BTB-Kollegen war der Aufstieg in die Regionalliga 2006.

Wechsel nach Korschenbroich

Im Mai 2007 verlies Breuer „sein Wohnzimmer“ und wechselte zu Zweitliga-Aufsteiger TV Korschenbroich, mit dem ihm nach dem Wiederaufstieg 2009 zwei Jahre später auch die Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga gelang. Nach fünf Jahren beim TVK wechselte Breuer weiter zum damaligen Zweitliga-Aufsteiger TuS Ferndorf, für den der Rechtshänder drei Jahre lang spielte.

Seit 2015 ist er für die SG Ratingen am Ball, aktuell Tabellendritte der Nordrheinliga, die noch um den Wiederaufstieg mitspielen möchte. Zwischenzeitlich hatte Breuer das Team sogar nach dem Weggang des Coaches als Spielertrainer angeführt. „Das funktionierte gut, weil die Mannschaft in sich stimmig war. Aber es war sehr aufwendig, da ich in Aachen lebe und Vollzeit arbeite.“ So übernahm im Sommer ein alter Bekannter und langjähriger Weggefährte Breuers die Verantwortung an der Seitenlinie: Khalid Khan, schon in Regionalliga-Zeiten des BTB sowie bei Zweitligist Korschenbroich Breuers Coach.

„Wir kennen uns ja schon lange, können es auch gut miteinander und wissen, wie wir miteinander umgehen müssen“, hatte Breuer, der in Ratingen auch Khans spielender „Co“ ist, den Kontakt auf Bitten des Vereins geknüpft. „Ich weiß nicht, ob Khalid der Trainer ist, der mich am meisten beeinflusst hat, auf jeden Fall hat er mich die meiste Zeit meiner Seniorenzeit begleitet“, so Breuer, der früher beim BTB als Kapitän und Führungsspieler auch Khans wichtigster Ansprechpartner in der Mannschaft war.

Die Entscheidung zum BTB zurückzukehren war für Breuer schon emotional. Er ist Aachener, lebt und arbeitet in Aachen. Beruflich ist der Diplom-Sportökonom hier fest verankert, unterrichtet an der Förderschule in Kalverbenden, eine Tätigkeit, die ihm sehr viel Spaß macht. Und das Gillesbachtal ist seine sportliche Heimat. „Es ist mir nicht so wichtig, in welcher Liga der BTB nächste Saison spielt, aber ein Aufstieg in die Nordrheinliga wäre natürlich schön“, hat Breuer unvermindert Ehrgeiz. Dass sein ehemaliger Mitspieler Martin Becker künftig sein Trainer ist, ist für Simon Breuer kein Problem. „Wir kennen und verstehen uns gut. Martin ist auch der Patenonkel meines jüngsten Sohnes Martti“, erzählt er lachend.

Schon seit April vergangenen Jahres steht Breuer wieder in Diensten des BTB, betreut die Aachener F-Jugend, in der auch sein Sohn spielt. Seine Kinder sind mit ein Grund, dass er im Sommer sportlich zum BTB zurückkehren wird. „Elf Jahre lang war ich nun in Sachen Handball unterwegs, bin von Aachen nach Korschenbroich, Ferndorf oder jetzt Ratingen gependelt. Ich habe viel Zeit im Auto verbracht, Zeit, die ich künftig zu Hause mit meiner Familie verbringen möchte“, freut der 34-Jährige sich darauf.

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