Kampfsport-Blitzsieg bei „Ultimate Sparta Championship“ in Würselen

„Ultimate Sparta Championship“ : Blitzsieg des Spartaners vor großer Kulisse

Egal ob langjähriger Kampfsportfan oder Kurzentschlossener der Kategorie „Das guck ich mir mal an“: Was die 1700 Besucher der „Ultimate Sparta Championship“ im ausverkauften Event-Center in Würselen erlebten, werden sie so schnell nicht mehr vergessen.

Eine beeindruckende Kulisse und neun, teils hochklassige Kämpfe im Mixed Martial Arts (MMA) und K-1 waren das Ergebnis der monatelangen Planungen von Veranstalter Kasim Aras und seinem Team.

Beim abschließenden Hauptkampf zwischen Ali Aras und dem Franzosen Louis Laurent kochte die Stimmung im Saal endgültig über. „Ali, Ali, Ali“ schallte es durch die Halle, am Gitter des Oktogons versuchte Kasim seinen Cousin durch laute Anweisungen zum Sieg zu brüllen. Die „Ali“-Rufe aus dem Publikum erinnerten schon allein wegen des Namens an historische Kampfsport-Nächte.

Im Oktogon half die furiose Unterstützung von außerhalb des Käfigs dem MMA-Debütanten jedoch nur bedingt. Quereinsteiger Ali, mit 29 zwei Jahre jünger als Kasim, hatte dem Sambo-Vizeweltmeister Laurent über drei Runden kaum etwas entgegenzusetzen. „Er hat gekämpft wie ein Löwe. Laurent war durch seine vorherigen Erfolge im Sambo und Judo sehr erfahren und am Ende einfach zu stark“, erklärte Kasim Aras die Punktniederlage seines Cousins.

Kasims eigener Kampf lag zu diesem Zeitpunkt schon eine Stunde zurück. Der Publikumsliebling hatte mit seinem Duell gegen den portugiesischen Allrounder Luis Correia die goldene Mitte der neun Fights gebildet. 1:53 Minuten brauchte der langjährige Bundesliga-Ringer, bis er seine MMA-Bilanz auf 3:0 ausgebaut hatte.

Der Verlauf in Kurzform: Den Kontrahenten durch das Oktogon jagen, nahe des Gitters den Bodenkampf dominieren, ihn beim Aufstehen greifen, über die Schulter werfen, und den Kampf mit ein paar Schlägen durch Technischen K.o. für sich entscheiden. Nach seinem Sieg zeigte sich Aras trotzdem gewohnt bescheiden und lobte seinen Gegner: „Correia war nicht hier, um zu verlieren. Ich habe größten Respekt vor seiner Leistung.“

Direkt vor den Beiden hatte ein weiterer Sportler der KKS Sparta Aachen den Versuch unternommen, seine Bilanz perfekt zu halten: Der Alsdorfer Thaiboxer Lukas Achterberg trat im K-1 gegen den Belgier Cedric Lushima an. Boxerisch nahmen sich die Kontrahenten in einem harten Fight über die volle Distanz kaum etwas. Die Achterberg-Kicks in Richtung Körper und Kopf des Gegners gaben in der Bewertung der Punktrichter jedoch den Ausschlag für den 22-jährigen Alsdorfer. „In der ersten Runde habe ich mir entweder den Fuß oder ein, zwei Zehen gebrochen. Daher war das Aufkommen nach den Kicks ganz schön schmerzhaft“, verriet Achterberg.

Nah dran am Oktogon

Die Verletzung hinderte ihn allerdings nicht daran, anschließend bei jedem weiteren Kampf nah dran am Oktogon zu stehen und seine Freunde und Teamkollegen lautstark anzufeuern. „Ich lass das später röntgen. Heute unterstütze ich erst einmal meine Jungs“, waren die Prioritäten für den ambitionierten Thaiboxer klar verteilt.

Sowohl für Achterberg als auch für Kasim Aras ist nach der Premiere der „Ultimate Sparta Championship“ nun erst einmal Durchschnaufen angesagt. Der junge Achterberg soll nach drei Kämpfen in drei Monaten nicht verheizt werden, Aras schlug die Kombination aus Training und Eventplanung in den vergangenen Monaten auf Körper und Geist. „Der ganze Stress hat mir zugesetzt und Kopfschmerzen verursacht. Außerdem fühl ich mich wie ein körperliches Wrack“, gab er schmunzelnd zu. Trotz körperlicher Beschwerden träumt Aras weiter von der höchsten Liga im MMA, der UFC, und will zudem weitere Kampfsportevents ausrichten. „MMA in einem alten Schlachthof“, lautete seine spontane Idee, auf dessen Umsetzung man jetzt schon gespannt sein darf.

Die Ergebnisse in der Übersicht:

im MMA (Sieger gefettet):

Kasim Aras - Luis Correia (TKO)

Louis Laurent - Ali Aras (nach Punkten)

Pascal Hintzen - Teto Terranossa (TKO)

Toni Estorer - Muhammet Nabiz (TKO)

Karl Stahl - Herve Yasaka Doli (TKO)

Abdel Ouajed Jebban - Sergey Tanasoglu (TKO)

Sofiane Khelil - Turan Hamdi (TKO)

im K-1:

Lukas Achterberg - Cedric Lushima (nach Punkten)

Marc Zindler - Filip Matekovic (nach Punkten)

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