Ein Weltmeister ringt für den RC Merken: Kader des Ringer-Bundesligisten steht für die neue Saison

Ein Weltmeister ringt für den RC Merken : Kader des Ringer-Bundesligisten steht für die neue Saison

Harte Arbeit liegt hinter Verantwortlichen des Ringerclubs CWS Düren-Merken. Gleich neun Ringer kehrten nach Ende der Bundesligasaison dem Klub zu Beginn des Jahres den Rücken. Besonders die Abgänge von Zurab Matcharashvili und Dominik Etlinger schmerzten sehr: „Sie waren unsere Topringer der vergangenen Jahre“, sagen Hubert Prinz und Heiko Anderson.

Der neue Vorsitzende des RC und der Geschäftsführer loben im selben Atemzug das Ergebnis der Anstrengungen von Bernd Koral, Heiko Anderson, Andreas Enns und Axel Reitz: „Unser Kader für die kommende Saison steht.“ Er umfasst 19 Ringer, elf deutsche und acht ausländische Kämpfer. Sechs gehörten schon in der abgelaufenen Saison (oder auch schon davor) dem Merkener Kader an: Alexander Kleer, Andreas, Timo Moosman, Melvin Pelzer, Arun Jansen und Abus Magomedov. Die beiden RC-Verantwortlichen freuen sich über die Arbeit der vier Kaderplaner auch, weil zum ersten Mal ein Weltmeister für das Team aus dem Dürener Vorort ringt: Der Ungar Erik Szilvassy (Klasse bis 86 Kilogramm) bejubelte vor zwei Jahren den Gewinn der U 23-WM, nachdem er 2016 den WM-Titel bei der World University Championship und den des Europameisters errungen hatte.

Profitiert haben die Merkener bei der Zusammenstellung des Kaders auch vom überraschenden Aus Eintracht Walheims. Der Rivale aus Aachen zog sich vor einigen Wochen aus der Bundesliga West zurück. Dem RC CWS gelang es, sich die Dienste zweiter Ringer der Eintracht zu sichern: Kasim Arras, der sich auch einen Namen als Mixed Martial Arts-Kämpfer gemacht hat, sowie Purya Jamali-Esmaeili-Kandi, der aktuelle deutsche Vizemeister in der Klasse bis 61. Kilogramm.

Mit den bewährten Ringern und weiteren Zugängen aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie aus Finnland und osteuropäischen Ländern glauben die Merkener, einen stärkeren Kader als in der vergangenen Saison zu haben. Diese beendeten sie als Tabellenletzter. Weil es aber keine Abstiegspflicht gibt, starten die RCler auch in der Saison 19/20 in der Gruppe West der höchsten deutschen Liga. Das sportliche Ziel ist klar formuliert: „Wir wollen unter die besten vier Teams kommen“, sagt Hubert Prinz. Und Heiko Anderson ergänzt: „Das ist für den Tabellenletzten der vergangenen Saison sicher ein ehrgeiziges Ziel, aber wir sind halt einfach von unserem neuen Kader sehr überzeugt.“

Die Zukunft des Ringens

Überzeugt sind die Macher beim RC CWS Merken auch, dass der hochklassige Ringersport in Düren eine Zukunft hat. Deshalb gehen sie ein finanzielles Risiko ein. Der Etat der Saison 18/19 war vor dem Start nicht gedeckt. Und auch der Kampf gegen den KSV Witten in der Arena Kreis Düren brachte kein finanziellen Gewinn. Aber: Freunde, Gönner und Sponsoren glichen das finanzielle Loch in der RC-Kasse aus.

Die positive Entwicklung der Bundesliga-Volleyballer aus Düren dient dem RC CWS Merken als Vorbild. „Wir müssen es schaffen, Ringen einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen“, sagte Herbert Menzel, beim Erstligisten für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Ja, wir gehen auch in die kommende Saison, so der heutige Stand, mit einem nicht gedeckten Etat“, sagt Menzel weiter, „aber wir sind überzeugt, dass der Weg der richtige ist.“

Sehen der Zukunft des RC Merken optimistisch entgegen: Hubert Prinz, Helmut Menzel und Heiko Anderson. Foto: ZVA/Franz Sistemich

Und deshalb wird der Ringerclub auch in der kommenden Saison unter anderen Bedingungen, die das finanzielle Problem kleiner werden lassen, wieder einen Heimkampf in der Arena Kreis Düren bestreiten und erneut wird der KSV Witten der Gegner sein. Auch mit der Ausrichtung von nationalen Turnieren wollen die Merkener noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im nächsten Jahr richten sie die Deutsche Meisterschaft aus. Sie findet auch in der Arena des Kreises statt. Aus diesem Grund haben Merkener Verantwortliche jüngst die Deutsche Meisterschaft im bayerischen Kaufbeuren besucht, ausgerichtet vom befreundeten Verein TSV Westendorf. Diese DM fand in der Eisporthalle statt. Für die Dürener, die wertvolle Erkenntnisse von ihrer Stippvisite mitnahmen, stand auch fest: „Die Arena ist eine viel bessere Sportstätte, um die DM im Ringen auszurichten.“

Nationale Turniere

Nicht nur die Organisation von nationalen Titelkämpfen alle zwei Jahre steht bei den Merkenern auf der Agenda. Und in den Jahren dazwischen wollen sie internationale Turniere ausrichten. Vorbild ist das Grenzlandturnier im niederländischen Landgraaf, nur wenige Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze bei Herzogenrath. Und weil sie von diesem ihren Weg überzeugt sind, nehmen sie Arbeit und Risiko auf sich.

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