Aachen: Jugend-Meisterschaften: Serenissima von Atmosphäre beeindruckt

Aachen : Jugend-Meisterschaften: Serenissima von Atmosphäre beeindruckt

Serenissima war beeindruckt. Und warum soll es Vierbeinern anders ergehen als Zweibeinern? Sie sind ebenso beeindruckt von neuen Situationen und Umgebungen wie ihre Besitzer auch. Und so staunte die Stute, als sie ins Aachener Dressurstadion hereintrabte — und war aufgrund der unbekannten Atmosphäre auch ein wenig gehemmt.

Schließlich startet sie unter Lisa Prummenbaum sonst eher auf kleineren Turnierplätzen. Denn wo sonst die internationalen Top-Stars der Branche ihre Pirouetten und Piaffen zeigen, misst sich noch bis morgen der Top-Nachwuchs bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften.

„Serenissima war schon ziemlich beeindruckt und daher schwer zu reiten“, sagt Lisa Prummenbaum nach ihrem Ritt. Das Paar hatte einige Fehler. Vor allem in der Galopptour und im Schritt hielt die Stute sich fest, ging also nicht locker — für Experten ein deutliches Zeichen, dass sie zu sehr mit ihrer Umgebung beschäftigt war. Zwar hatte das Paar am Tag zuvor ein paar Trainingsrunden im Dressurstadion drehen dürfen, „doch da waren einige andere Pferde mit mir auf dem Platz, da hat Serenissima sich mehr für ihre Kollegen als für die Umgebung interessiert“, erläutert Lisa Prummenbaum.

Der verhaltene erste Auftritt in der ersten Wertungsprüfung der Jungen Reiter, einer Dressur der Klasse S, macht natürlich einen Strich unter irgendwelche Ambitionen, mit 62,149 Prozent belegt die Reiterin nur Platz 35 — zum Vergleich: Bei den Rheinischen Meisterschaften, bei denen sie die Bronzemedaille gewann, hatte sie zum Auftakt 67,807 Prozent verbucht — das wäre bei der DM Rang 15 gewesen. Die erste Wertung gewann Team-Europameisterin Sammieke Rothenberger (Bad Homburg/ 75,614) auf Dissertation.

Seit zwei Jahren reitet Lisa Prummenbaum Serenissima, die aus der erfolgreichen Zucht ihres Großvaters Rudi Henn (Kesternich) stammt. „Das war damals Liebe auf den ersten Blick, ich wollte sie schon immer haben“, berichtet die 20-Jährige. Henn hatte die Stute zu Lydia Camp (Geldern) in Ausbildung gegeben, jetzt wird sie von seiner Enkelin in Klasse S vorgestellt. „Eigentlich ist sie leichtrittig, das kommt auf die Tagesform an. Gestern musste ich schon ziemlich arbeiten“, so Prummenbaum, die aus Kesternich stammt, aber seit diesem Jahr für den Förderkreis Dressur Neuss reitet.

Bis Herbst vergangenen Jahres trainierte sie bei Ton de Ridder (Oberforstbach), der jedoch kürzer treten wollte. Seither fährt die BWL-Studentin zum täglichen Training bei Heiner Schiergen in Neuss. Heute will das Paar es in der zweiten Wertungsprüfung ab 14.30 Uhr besser machen.

Auch für Alejando Sanchez Mehlkopf lief es in Aachen nicht so gut. Im Springen der Junioren musste der 16-Jährige bereits am Donnerstag zur ersten Wertung, einem Zeitspringen der Klasse S antreten. Auf Dream Boy ritt der Deutsch-Spanier, der bei den Rheinischen Meisterschaften Bronze gewonnen hatte, in 68,48 Sekunden auf Platz 25. In der zweiten Qualifikation lief es mit 13 Fehlerpunkten für ihn nicht wie erhofft.

Auch für Daniel Hagmans, der auf Gut Hanbruch in Aachen das Reiten lernte, aber inzwischen für den RFV Heinsberg startet, lief es im M-Springen der Children nicht so gut. 14 Fehler auf Canter de la Chavee bedeuteten Platz 38.

Einen guten Einstieg in die DJM erwischte dagegen der Voltigierer Fynn Bading (Aachen). Auf Rosomak, longiert von Mechthild Bading, belegte er mit der Note 6,525 den siebten Platz. Heute wird er ab 14.30 Uhr seine Kür in der Albert-Vahle-Halle zeigen.

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