Hallencup-Endrunde der Frauen mit Favorit Alemannia Aachen

Sparkassen-Hallencup : Verteidigen Alemannias Frauen ihren Titel?

Die Fußballfrauen von Regionalligist Alemannia Aachen gehen am Samstag als Favorit in die Endrunde um den Sparkassen-Hallencup. 2018 hatten sie sich erst im Neunmeterschießen durchgesetzt.

Eigentlich ist es ja Verena Keusgens Aufgabe, Tore zu verhindern. Was die Innenverteidigerin von Alemannia Aachen normalerweise auch gut macht. Vor Jahresfrist musste die 26-Jährige aber selbst zum Toreschießen antreten. 2:2 hatte es nach der regulären Spielzeit im Duell der Frauenfußball-Regionallisten Aachen und Sportfreunde Uevekoven gestanden.

Das Neunmeterschießen musste entscheiden, ob die Aachenerinnen den Sieger von 2017 schlagen konnten. Es war der fünfte und entscheidende Strafstoß: Keusgen trat an und verwandelte sicher zum 3:1. Alemannia Aachen gewann den Sparkassen-Hallencup 2018 in der Don-Bosco-Halle in Oberbruch.

„Ich dachte, dass ich Verantwortung übernehmen muss“, sagte Keusgen damals lachend. Die erfahrene Spielerin wird auch diesmal das junge Team anführen, das Aachens Coach Dietmar Bozek am Samstag – erneut in der Oberbrucher Don-Bosco-Halle – in den Kampf um die Titelverteidigung schicken wird. Auch diesmal wird Keusgen Verantwortung tragen, denn sie zeichnet an der Bande verantwortlich. „Verena ist ebenso wie Svenja Streller und Lisa Mandt nach einer Verletzung zwar wiederhergestellt, aber wir wollen in der Halle nichts riskieren“, erläutert Bozek, der selbst beruflich verhindert ist – zumindest bis kurz vor Schluss der Endrunde. „Ich hoffe, dass unsere Mädels bis ins Finale kommen, dann werde ich ebenfalls in Oberbruch sein“, verspricht der Coach.

Bozek und Keusgen schicken ein junges Team ins Rennen, das am Mittwoch auch noch einmal in der Halle trainieren wird, um sich ein bisschen auf die Gegebenheiten einzustimmen. „Wir kommen mit acht Feldspielerinnen und zwei Keeperinnen, können quasi mannschafts- oder paarweise tauschen.“ Viel Futsal-Erfahrung bringt Torhüterin Nora Sendatzki mit, die mit dem USC Münster schon in der Regionalliga spielte. Für Aachen ist der Hallencup diesmal zugleich Vorbereitung auf die Hallenkreismeisterschaft in Herzogenrath.

Der Regionalligist, aktuell in der Liga auf Platz zwölf in Sachen Klassenerhalt etwas unter Druck (Bozek: „Ich bin davon überzeugt, dass wir in der Rückrunde die Liga wieder sichern werden.“) bekommt es zum Auftakt der Gruppe B gleich mit dem starken Aufsteiger TuS Jüngersdorf-Stütgerloch zu tun, der in der Mittelrheinliga derzeit auf Rang vier steht. In der Vorrunde Mitte Dezember hatten sich zudem Ausrichter VfR Unterbruch als Sieger der Gruppe B und der Kohlscheider BC als Zweiter der Gruppe A, in der Landesliga auf den Plätzen neun bzw. zwölf gelistet, für die Hallencup-Endrunde qualifiziert.

Zum Auftakt dürfte es aber gleich einen offenen Schlagabtausch zwischen zwei Teams auf Augenhöhe geben. In der Gruppe A stehen sich zuerst die beiden Mittelrheinligisten Sportfreunde Uevekoven und Viktoria Waldenrath-Straeten gegenüber. In der Liga rangiert Uevekoven auf Platz drei, Waldenrath-Straeten auf Rang fünf vor Alemannia Aachen II. Es dürfte eine spannende Partie werden, in der Meisterschaft setzte sich Uevekoven mit 3:1 durch. In der Vorrunde lösten zudem der Landesliga-Vierte TV Konzen als Sieger der Gruppe A und als einziger Bezirksligist der SV Schwanenberg als Zweiter der Gruppe B das Ticket.

„Natürlich wollen wir als Titelverteidiger wieder das Finale erreichen, das muss als klassenhöchster Klub unser Anspruch sein“, formuliert Bozek, der Jüngersdorf-Stütgerloch und Uevekoven als stärkste Konkurrenten einschätzt. „Aber in der Halle gibt es immer wieder Überraschungen, da hier vier gute Spielerinnen ausreichen. Und so haben auch unterklassige Mannschaften Chancen. Aber wir müssen so stark sein, um das Ding wieder zu holen.“

Schon 2017 hatte die Alemannia im Finale Uevekoven gegenüber gestanden, war damals jedoch schnell in Rückstand geraten und hatte die Partie verloren. Auch in der laufenden Saison standen sich der Regionalligist und der Regionalliga-Absteiger bereits gegenüber in der ersten Runde des FVM-Pokals, die die Regionalliga-Mädels mit 4:0 gewannen. Möglichweise können sie beim Hallencup ihre nächsten Gegnerinnen schon einmal abchecken, denn der TuS Jüngersdorf-Stütgerloch (2:0-Wertung, da Kornelimünster nicht antrat) und Unterbruch (3:1 gegen Oleftal) sind noch im Topf bei der Ziehung der nächsten Runde am 16. Januar.

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