Aachen: Fynn Bading überzeugt bei Deutschen Jugend-Meisterschaften

Aachen : Fynn Bading überzeugt bei Deutschen Jugend-Meisterschaften

Es ist der Kampf Gut gegen Böse, wenn Gandalf in „Herr der Ringe“ seinen Gegenspielern entgegentritt. Fynn Bading, ganz in schwarz gekleidet mit Flammen auf dem Kostüm, zeigt diesen Kampf zu einer dramatischen Musik — auf dem Pferderücken.

Und der Aachener zeigt in seiner zweiten Kür eine makellose Leistung auf Rosomak und springt nach dem Absprung vom Pferd gleich noch einmal selbst über seine Leistung begeistert in die Luft. Die Wertnote 7,383 ist die fünftbeste der zweiten Final-Kür, mit insgesamt 6,895 Punkten gibt es für den 18-jährigen Voltigierer bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in der Aachener Soers zwar keine Medaille. Aber der Aachener freut sich bei seinen ersten nationalen Titelkämpfen über das Finale und Platz sechs.

In der zweiten Runde passt es nicht am Wasser: Alejandro Sanchez Mehlkopf mit seinem Trainer und Großvater Willibert Mehlkopf.

„Ich voltigiere erst seit drei Jahren“, erläutert der junge Sportler, der sich sportlich zuerst für Fußball begeisterte. „Dann haben meine beiden Schwestern aber mit dem Voltigieren angefangen, da wollte ich das auch“, berichtet er lachend. Bading ist quasi erblich vorbelastet, denn seine Mutter, zugleich Trainerin und Longenführerin, war früher rheinische Landestrainerin.

Fynn startet für Gut Neuhaus in Aachen, seine Schwestern mit der Gruppe des Vereins — „Außenstelle Raffelsbrand“, wie Mechthild Bading lachend hinzusetzt. Die Gruppe hat den Aufstieg in Klasse M bereits in der Tasche, Fynn wird in zwei Wochen zum Saisonende sogar erstmals in der Klasse S in Kurtscheid antreten.

Der Abiturient, der im Herbst an der RWTH Aachen ein Wirtschaftsingenieur-Studium beginnen wird, trainiert zwei bis drei Stunden täglich, drei Mal in der Woche auf dem Pferd, der Rest ist Krafttraining, denn die Übungen auf dem galoppierenden Pferd erfordern viel Körperbeherrschung. „Allerdings Krafttraining ohne Geräte, sonst stimmt die Feinmotorik nicht“, erklärt Bading.

Für Aachen hatte er sich als Vierter der Rheinischen Meisterschaften — „hinter drei Mädchen war ich bester Mann“ — qualifiziert, beim CVI Krumke wurde er Zweiter. Damals in der Pflicht auf einem fremden Pferd, in Aachen trat er mit dem neunjährigen Schimmel Rosomak an, der mit den schwarzen Punkten an Pippi Langstrumpfs „Kleiner Onkel“ erinnert.

Erstmals bei einer DM war auch Alejandro Sanchez Mehlkopf am Start — erste Erfahrungen hat der Deutsch-Spanier aber schon im Children-Alter (bis 14 Jahre) in Spanien gesammelt. „Da ist die Altersklasse noch einmal in kleine und große Children unterteilt“, erläutert der 16-Jährige. Bei den „Kleinen“ gewann er Bronze, bei den „Großen“ Silber im Einzel und Gold mit dem Team.

Als Dritter der Rheinischen Meisterschaften im Juli hatte Sanchez Mehlkopf sein Ticket für die DJM in seiner Wahlheimat gelöst. Und zum Auftakt lief es im Zeitspringen der Junioren auch sehr gut. „Ich war fehlerfrei, bin aber nicht so schnell geritten, weil ich ins Finale wollte“, verbuchte der 16-Jährige damit 4,1 Punkte.

Doch in der zweiten Qualifikation unterliefen zuerst zwei Flüchtigkeitsfehler, und dann passte es am Wasser nicht. „Da macht Dream Boy sonst nie Fehler“, ärgerte sich sein Trainer und Großvater Willibert Mehlkopf ein wenig, doch Alejandro setzte ehrlich hinzu: „Ich habe einen Galoppsprung mehr gemacht, weil ich für die Hindernisse danach mehr Kontrolle haben wollte.“ So reichte es dann nach 13 Fehlerpunkten nicht mehr für einen Platz im Finale. Das verpasste auch Daniel Hagmanns (Heinsberg), in der Altersklasse Children, der auf Canter de la Chavee 14 bzw. 16 Fehlerpunkte kassierte.

„Diesmal hat Serenissima gut mitgearbeitet, daher bin ich zufrieden. Auch wenn die Springreiter, die während der Prüfung vorbeigingen, teilweise interessanter als ich waren.“ Lisa Prummenbaum (Kesternich) erhielt in der zweiten Wertung der Jungen Reiter 65,570 Prozent, eine deutliche Steigerung gegenüber der ersten Runde, das Finale verpasste die Dritte der Rheinischen Meisterschaften aber. „Die Plätze machen es für umweltorientierte Pferde schon schwierig, aber ich bin sehr dankbar, dass ich bei dieser tollen und gut organisierten DJM in Aachen reiten durfte“, dankt die Dressurreiterin.

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