„Die Knochen machen das noch mit“: Ex-Fußballprofi Sascha Dum: „Die Knochen machen das noch mit“

„Die Knochen machen das noch mit“ : Ex-Fußballprofi Sascha Dum: „Die Knochen machen das noch mit“

Es ist schon jetzt der Transferknaller des Sommers im hiesigen Amateurfußball: Ex-Profi Sascha Dum wird in der kommenden Saison die Schuhe für Hertha Walheim schnüren – nach aktuellem Stand in der Landesliga, falls der Klub die Klasse hält.

Aber auch eine Etage tiefer würde der 32-Jährige, der mit seiner Freundin nach Alsdorf zieht, für den Verein auf Torejagd gehen. „Ja, das stimmt“, sagt Dum und ergänzt: „Die Knochen machen das noch mit, und ich würde gerne weiterspielen.“

Harald von Ameln, Vorsitzender der Hertha, hatte den Transfer Ende vergangener Woche bestätigt, nachdem in der Amateurszene bereits wild spekuliert wurde. „Für diese Liga ist das schon außergewöhnlich“, sagte von Ameln damals, nachdem der Verein zuvor schon die Verpflichtung von Denis Pozder bekanntgegeben hatte.

Der Wechsel von Admir Terzic zerschlug sich trotz positiver Gespräche, da der 26-Jährige, der noch bis zum 30. Juni 2019 beim westfälischen Oberligisten TuS Erndtebrück unter Vertrag steht, auf eine Weiterbeschäftigung als Profi hofft (wir berichteten).

Die Verhandlungen mit dem Hertha-Vorsitzenden seien „tiptop“ gewesen, unterstreicht Dum. Er habe nicht lange überlegen müssen und sofort zugesagt. Der Kontakt sei über Jörg Laufenberg zustande gekommen, der beim Regionalligisten Alemannia Aachen als Assistent der Sportlichen Leitung im Einsatz ist. „Wir kennen uns von meiner Zeit bei der Alemannia. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich so gut im Fußball auskennt wie er“, sagt Dum, der im Winter der Saison 2005/06 von Bayer Leverkusen zum damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen ausgeliehen wurde.

Nach dem Aufstieg spielte der dreifache Vater 22 Mal für die Schwarz-Gelben in der Bundesliga. „Ich habe nur positive Erinnerungen an die Zeit bei der Alemannia, außer an die letzten sechs Wochen und natürlich den Abstieg“, betont der schnelle Außenspieler, der Ende April 2007 gemeinsam mit seinem Teamkollegen und Freund Jan Schlaudraff von der Alemannia suspendiert wurde. Sein damaliger Coach Michael Frontzeck begründete die Versetzung zur zweiten Mannschaft seinerzeit mit einer zu laschen Einstellung des gebürtigen Leverkuseners.

Dum kehrte zu seinem Stammverein Bayer Leverkusen zurück, für den er in der folgenden Spielzeit sogar viermal im damaligen ­Uefa-Cup (heute Europa League) ran durfte. Ende August 2009 wechselte er erneut auf Leihbasis, diesmal zum Zweitligisten Energie Cottbus und ein Jahr später zu Fortuna Düsseldorf, ehe nach dem Aufstieg der Fortunen die Leidenszeit des ehemaligen U 21-Nationalspielers begann.

„Ich hatte zwei Bandscheibenvorfälle am Ende meines Engagements in Düsseldorf“, erinnert sich Dum, der im Januar 2013 vom Zweitligisten MSV Duisburg unter Vertrag genommen wurde. Doch im Wintertrainingslager Anfang 2014 im türkischen Side folgte der nächste Rückschlag. Dum zog sich einen weiteren Bandscheibenvorfall zu und musste zum dritten Mal am Rücken operiert werden.

Nach einer weiteren erfolgreichen Reha kämpfte sich der Linksfuß zurück und absolvierte noch einige Partien in der 3. Liga für den MSV, zu einem Stammplatz sollte es aber nicht mehr reichen. Im Sommer 2015 wechselte er in die Regionalliga West zur zweiten Mannschaft des FC Schalke 04. Nach dem Abstieg 2017 folgte ein einjähriges „Gastspiel“ beim Oberligisten VfB 03 Hilden.

Zuletzt stand Dum beim FSV Vohwinkel unter Vertrag, doch für den Landesligisten aus Wuppertal absolvierte er nur zwei Pflichtspiele. „Ich hatte für das Jahr zwar zugesagt, aber schon zu Beginn der Saison war schnell klar, dass ich aufgrund von beruflichen Verpflichtungen kaum spielen kann. Ich habe auf das Gehalt verzichtet, aber wir haben den Vertrag nicht aufgelöst“, verdeutlicht Dum, der als selbstständiger Vermögensberater tätig ist.

Kontakt zu Denis Pozder

Nun fiebert er seinem Engagement bei der Hertha entgegen. „Ich will nur Spaß haben. Sonntags ein bisschen kicken, anschließend eine Bratwurst essen und ein Bierchen trinken“, sagt Dum, der zwar nie mit dem anderen Ex-Alemannen Pozder zusammengespielt hat, sich aber vor seiner Zusage in Walheim mit ihm ausgetauscht hat. „Wir haben einen gemeinsamen Freund, so ist der Kontakt entstanden.“

Dass die Hertha künftig verstärkt auf Spieler aus den eigenen A-Junioren bauen will, die von vier oder fünf erfahrenen Akteuren geführt werden, begrüßt Dum. „Ich kenne das ja aus meiner Zeit bei Schalke II.
Das hält mich jung, auch wenn deren Musikgeschmack gewöhnungsbedürftig ist“, sagt er mit einem Schmunzeln.

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