Aachen: Dilla und der Traum vom Sechs-Meter-Sprung beim Aachener Domspringen

Aachen : Dilla und der Traum vom Sechs-Meter-Sprung beim Aachener Domspringen

Karsten Dilla legt die Latte hoch und sagt mit einem Augenzwinkern: „Wenn ich es so planen könnte, würde ich gerne hier in Aachen zum ersten Mal die sechs Meter überspringen.“ Frühzeitig hat der 28-jährige Stabhochspringer den Organisatoren seine Zusage für das 14. NetAachen-Domspringen gegeben, das am 5. September auf dem Katschhof über die Bühne geht.

Dass sein Sechs-Meter-Wunsch nicht ganz unrealistisch erscheint, belegt seine Formkurve in jüngster Vergangenheit. Der Athlet von Bayer Leverkusen sicherte sich in diesem Jahr bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften die Silbermedaille. Vor knapp zwei Wochen verbesserte er beim World Challenge-Meeting in der spanischen Hauptstadt Madrid seinen Saisonrekord um neun Zentimeter und überflog mit 5,61 Meter die deutsche Norm für die Europameisterschaften in Berlin (7. bis 12. August).

Jetzt hofft der Sportsoldat, dass er von Bundestrainer Andrei Tivontchik auch für die EM nominiert wird. „Raphael Holzdeppe ist in diesem Jahr schon über 5,80 Meter gesprungen und hat seinen Platz wohl sicher. Wir anderen kämpfen um die restlichen beiden Tickets. Mal schauen, wer am Ende am höchsten springt und die besten Platzierungen erreicht“, sagt Dilla, der gemeinsam mit Holzdeppe und Daniel Clemens unter dem Bundestrainer in Zweibrücken trainiert.

Dilla richtet nun in den kommenden Wochen seinen Fokus voll auf die EM-Qualifikation. Danach fiebert er dem nächsten Jahreshighlight entgegen. „Die Atmosphäre in Aachen ist einfach phänomenal, nirgends sonst ist man so nah dran an den Zuschauern und wird so gepusht wie hier. Jeder will hier einen Startplatz haben“, verdeutlicht der 1,89 Meter große Sportler den Stellenwert der Veranstaltung.

Neben Dilla haben auch Holzdeppe, Clemens sowie Tobias Scherbarth, Bo Kanda Lita Baehre und der Belgier Ben Broeders ihre Teilnahme beim Event auf dem Katschhof angekündigt. Ob Vorjahressieger Sam Kendricks seinen Titel verteidigen wird, ist derzeit noch ungewiss. „Die Chancen stehen bei 60 Prozent, dass er kommt“, sagt Michael Leers von Mitausrichter Alemannia Aachen. Doch auch wenn der aktuelle Weltmeister aus den USA nicht an der Start gehen sollte, ist Leers überzeugt, dass erneut internationale Top-Athleten den Weg in die Kaiserstadt finden werden.

Daher wird auch Dilla wieder alles in die Waagschale werfen müssen, um möglichst eine bessere Platzierung als im vergangenen Jahr (5,50 Meter/Platz 4) zu erreichen. Ob er dann auch die Sechs-Meter-Marke knackt, bleibt abzuwarten. „Ich hoffe, dass ich die 5,70 noch vor den Deutschen Meisterschaften überspringen kann. Die 5,80 sind auch nicht unrealistisch, die habe ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen“, blickt Dilla optimistisch voraus.