Sensationssieg des VfR Forst: „Dieser Erfolg wird in unseren Köpfen und Herzen bleiben“

Sensationssieg des VfR Forst : „Dieser Erfolg wird in unseren Köpfen und Herzen bleiben“

Auf den Tag genau vor 50 Jahren besiegte die B-Jugend des VfR Forst den Nachwuchs des 1.FC Köln im Finale der Fußball-Mittelrheinmeisterschaft mit 2:1. Für den Sensationcoup gab es vom Verein für jeden Spieler eine besondere Überraschung.

Wenn Fredy Schumacher in seinem Fotoalbum blättert, dann strahlt er über das ganze Gesicht, denn sofort werden Erinnerungen an eine bewegende und erfolgreiche Zeit als Fußballer wach, und es sprudelt nur so aus dem 66-Jährigen heraus. Eine Seite weckt dabei ganz besondere Emotionen. Ein Foto zeigt die B-Jugend des VfR Forst aus dem Jahr 1969, die gerade den 1.FC Köln mit 2:1 im Finale der Mittelrheinmeisterschaft besiegt hatte. „Das werde ich nie vergessen. Ich bin so dankbar, dass ich dabei sein durfte“, sagt Schumacher, der im Endspiel zwar nicht traf, aber dennoch eine wichtige Säule im Team um den damaligen Kapitän Norbert „Nobby“ Lenzen war.

Auf den Tag genau 50 Jahre ist das her. Der Triumph von damals kam wie bestellt zum fünfzigsten „Geburtstag“ des VfR. „Für den Verein war das eine tolle Sache. Die Jahre von 1965 bis 1969 waren die erfolgreichsten für die Forster Jugendabteilung“, erinnert sich der ehemalige Torjäger. Das Erfolgsrezept: der unbedingte Zusammenhalt. „Wir waren eine verschworene Einheit“, betont Schumacher. Damals wohnten alle Teamkameraden auf einem Quadratkilometer zusammen. Trainer Hubert Hintzen war wie eine Vaterfigur für die damals 15- und 16-Jährigen. „Wir haben donnerstags bei unserem Trainer im Garten gekickt, weil die neue Platzanlage an der Sonnenscheinstraße noch nicht fertiggestellt war. Samstags waren wir dann alle zusammen im Jugendheim, bevor es sonntags auf dem Feld zur Sache ging“, schwelgt Schumacher in Erinnerungen.

Nur durch diesen besonderen Zusammenhalt sei der Triumph gegen die favorisierten Geißböcke möglich gewesen, auch wenn die Anspannung vor dem großen Finale – das in Arnoldsweiler über die Bühne ging – eine besondere gewesen sei. „Wir sind fast vor Angst und Ehrfurcht gestorben, aber wir hatten ja Nobby Lenzen. Er war unsere Leitfigur“, unterstreicht Schumacher, den alle Fußballer nur „Pommer“ nennen. „Mein Vater stammt aus Pommern. So hatte ich schnell den Spitznamen“, erläutert Schumacher.

Das Finale war dann an Spannung kaum zu überbieten. Kurz nach der Pause brachte Herbert Neissner die Forster per Kopf in Führung. Die Kölner glichen in der 50. Minute aus, ehe der Unparteiische in der Schlussphase auf Strafstoß entschied, den Günter Hintzen eiskalt zum 2:1-Endstand verwandelte. „Wir haben damals im alten WM-System gespielt, also mit fünf Stürmern vorne. Jeder war auf seiner Position genau richtig, das Puzzle hat gepasst“, unterstreicht der für seine Schlitzohrigkeit auf dem Platz bekannte Schumacher. „Es war ein ausgeglichenes Spiel mit einem glücklichen Sieger.“

Für den Erfolg gab es vom Verein für jeden eine Tafel Schokolade und eine Sporttasche. Beschenkt hatten sich die Spieler, die sich größtenteils aus den Augen verloren haben, aber bereits selbst, wie Schumacher betont: „Wir waren unheimlich stolz. Dieser Erfolg wird in unseren Köpfen und unseren Herzen bleiben.“

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