HC Weiden feiert Meisterschaft: Die Krönung der Premierensaison

HC Weiden feiert Meisterschaft : Die Krönung der Premierensaison

Als die letzte Hürde genommen war, folgte die Krönung. Die Spieler des HC Weiden erhielten T-Shirts mit der Aufschrift „Oberligameister 2018/19“ und als Kopfschmuck eine braune Krone. Unterhalb des Meister-Schriftzugs, in etwas kleinerer Schrift, war eine Botschaft zu lesen, die den Handballern ganz besonders am Herzen lag: „Gemeinsam haben wir Geschichte geschrieben.“ Und gemeinsam wird sie in der kommenden Spielzeit in der Nordrheinliga fortgeschrieben.

Dass es in der Premierensaison überhaupt so weit kommen konnte, einen Spieltag vor dem Ende, hatte viel mit Ehrgeiz und harter Arbeit zu tun. Der Grundstein wurde aber schon ein Jahr zuvor gelegt, da sich die Verantwortlichen der beiden über viele Jahre hinweg rivalisierenden Vereine TV und Westwacht Weiden an einen Tisch setzten und sich auf eine Zusammenlegung verständigten. „Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen“, sagt HC-Teammanager Jochen Kuck. „Zumal es viele widrige Umstände gab. Die Mannschaft ist im Laufe der Saison immer mehr zusammengewachsen.“ Und sie wurde für ihre Moral mit dem Aufstieg belohnt.

Das Stimmungsbarometer wäre nicht in die Höhe geschnellt, wenn nach dem fünften Spieltag Bilanz gezogen worden wäre. Der Sieg bei der HSG Refrath/Hand war den Weidenern am Grünen Tisch aberkannt worden (Einsatz eines 15. Spielers), mit 5:5 Punkten lag das Team von Trainer Andreas Heckhausen auf Platz sieben, und der Absturz ins Niemandsland der Tabelle drohte. „Die Jungs haben sich dann aber zusammengerauft“, sagt Kuck, der beobachtete, wie seine Mannschaft zum Höhenflug ansetzte: 15 Spiele in Folge wurden gewonnen, und der Aufstieg war wieder in Sichtweite.

Die Abwehr als Prunkstück

Als Prunkstück erwies sich die ­Abwehr, nicht nur in dieser Phase, sondern im gesamten Saisonverlauf: Als einziges Oberliga-Team blieb der HC am Saisonende unter 600 Gegentreffern. Die Weidener ließen sich auch durch viele leichte und einige schwere Verletzungen (Marcel Habisch, Johnny Eiche) nicht mehr aus dem Tritt bringen, was Kuck vor allem auf eine Tatsache zurückführt: „Die Unterstützung aus unserer zweiten Mannschaft war großartig. Ohne sie hätten wir die Ausfälle nicht kompensieren können.“

Insgesamt zwölf Spieler der Reserve wurden in den 26 Oberliga-Partien eingesetzt. Und die Zweite war auch noch selbst in der Verbandsliga erfolgreich unterwegs: Die von Philipp Havers trainierte Mannschaft landete nach dem letzten Meisterschaftsspiel auf Rang drei; eine Platzierung, die in dieser Saison zum Aufstieg in die Oberliga berechtigt. Und Weiden II sicherte sich nebenbei auch noch den inoffiziellen Titel des besten Heimteams der Liga – wie die erste Mannschaft blieb auch die zweite zu Hause ohne Niederlage.

Die zweite Aufstiegsmannschaft des HC: Betreuer Horst Spurzem (hinten v.l.), Lukas Schuffelen, Cavan Lübke, Kai Lütz, Niclas Eich, Fabian Steins, Jonas Hündgen, Trainer Philipp Havers, Philipp Moll, Daniel Gawlas, Teammanager René Matt, Nils Gehlich (vorne v.l.) Adrian Bergerhausen, Lars Klinkenberg, Nils Havertz, Kim Kipsieker, Moritz Pieper, Christopher Flöck und Philipp Signon. Foto: Verein

„Wir haben bei der Fusion vieles richtig gemacht“, sagt Kuck auch mit Blick auf die Auswahl der Chefcoaches für die beiden Männer-Teams des HC. Heckhausen und Havers haben eine ähnliche Spielphilosophie, und so ließen sie in beiden Mannschaften dieselben Spielzüge eintrainieren. Neben den Erfolgen in der Liga überzeugten die Weidener auch im Kreis-A-Pokal: Erst im Finale trafen sich die Erst- und die Zweitvertretung, das bessere Ende hatte HC II auf seiner Seite, das nach Siebenmeterwerfen mit 34:33 gewann. „Es war super, dass wir neben dem Aufstieg auch noch einen Titel gewinnen konnten“, sagt Havers, der vor der Saison noch den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben hatte. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten toll entwickelt.“

Das gilt auch die erste Frauen-Mannschaft des HC. Das junge Team von Trainer Marc Schlingensief bestreitet am Samstag (16 Uhr) das letzte Saisonspiel gegen die Turnerschaft St. Tönis. Mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten könnte der Aufsteiger noch auf Platz vier der Nordrheinliga klettern, es wäre das i-Tüpfelchen auf einer überragenden Spielzeit.

Mit dem Abstieg mussten sich die Weidenerinnen in dieser Saison nie beschäftigen, was so nicht zu erwarten war, wie Schlingensief betont. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir uns so schnell in der Liga akklimatisieren“, sagt der HC-Coach, dessen Team auch noch den Kreis-A-Pokal gewann.

Unabhängig vom Ausgang der finalen Partie werden am Samstag die Sektkorken knallen. Auch die Männer des HC werden in der Halle Parkstraße sein. Es wurde schließlich „Geschichte geschrieben“, und das wollen alle Mannschaften auch gebührend feiern.

Mehr von Aachener Nachrichten