Aachen: Der SV Breinig ist Hallencup-Champion

Aachen : Der SV Breinig ist Hallencup-Champion

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Die Spieler des SV Breinig fielen sich in die Arme und schrien ihre Freude lauthals heraus. Auf der anderen Seite herrschte nur noch Frust. Die Akteure der Alemannia sanken zu Boden und blickten ratlos in Richtung Anzeigetafel.

Nach 30 gespielten Minuten im Finale des Sparkassen-Hallencups flackerte dort noch einmal kurz das nüchterne Endergebnis auf. Mit 8:3 hatte der Außenseiter den großen Turnierfavoriten bezwungen. Der Mittelrheinliga-Aufsteiger SV Breinig zeigte dabei über die komplette Spielzeit eine grandiose Leistung und triumphierte im Sportzentrum an der Neuköllner Straße in Aachen am Ende völlig verdient.

„Die Jungs haben auch in der Halle gezeigt, dass sie richtig gut sind. Sie haben immer die Ruhe bewahrt und das hat sie richtig stark gemacht“, resümierte Breinig-Trainer Michael Burlet. Schon die Anfangsphase gehörte klar den Breinigern. Pascal Willems besorgte nach fünf Minuten die verdiente Führung für den Außenseiter. Pascal Müller erhöhte mit einem Schuss in den Winkel früh auf 2:0 (7.).

Der Tabellenvierte der Mittelrheinliga wurde nun immer selbstbewusster und schraubte das Ergebnis durch Andreas Simons hoch (9.). Die Alemannia - die zuletzt 1999 mit der ersten Mannschaft beim hochkarätig besetzten Turnier vertreten war - drückte jetzt auf den Anschlusstreffer, doch der überragende Breiniger Schlussmann Nisar Ahmad Goraya stand immer im Weg. So blieb es beim 3:0.

Kurz nach dem Wechsel kassierten die Schwarz-Gelben durch einen Schlenzer von Willems das 0:4 (17.). Die Alemannia gab sich noch nicht auf und kam durch Kai Bösing (21.) zurück ins Spiel, doch quasi im Gegenzug stellte Simons den alten Abstand wieder her (22.). Ein letztes Aufbäumen des Teams vom Tivoli durch das Tor von Matti Fiedler (22.) wurde durch den Treffer von Jordi Ndombaxi (25.) und den Doppelschlag von Pascal Müller (27.) abrupt gestoppt.

Das finale Tor von David Pütz war dann nur noch Ergebniskosmetik (30.). In ihrer Vorrundengruppe zuvor hatte sich die Alemannia durch zwei Siege gegen den VfL Vichttal und Viktoria Arnoldsweiler souverän durchgesetzt. Die Breiniger machten es etwas spannender und qualifizierten sich durch ein Remis gegen Wegberg-Beeck sowie mit einem Sieg gegen Borussia Freialdenhoven.

Gruppe A

Im ersten Spiel des Tages kassierte Titelverteidiger FC Wegberg-Beeck eine bittere 5:6-Niederlage gegen den Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven. Auch im zweiten Vergleich gegen den SV Breinig blieben die Beecker ohne Sieg. Vielmehr erzielte das Team von Trainer Friedel Henßen erst mit der Schlusssirene den 5:5-Ausgleich.

Somit musste der favorisierte Regionalligist schon nach der Vorrunde die Koffer packen. Im abschließenden Gruppenspiel zwischen Breinig und Freialdenhoven sollte also die Entscheidung fallen, wer im Finale um den Titel spielen darf. In der packenden Partie schenkten sich beide Mannschaften nichts, am Ende setzten sich die Breiniger knapp mit 3:1 durch.

Gruppe B

Turbulent ging es beim ersten Auftritt der Alemannia gegen den VfL Vichttal zu. Beide Teams fühlten sich schon in der kurzen Wechselpause vom Schiedsrichter benachteiligt. Nach dem 1:3 Anschlusstreffer durch Ingo Evertz eskalierte kurz die Lage in der Halle — sowohl auf dem Feld als auch auf den Zuschauerrängen. Nach einem Gerangel wurden Alemannia-Torhüter Patrick Nettekoven sowie der Vichttaler Torschütze mit Zeitstrafen belegt. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, schaltete der Regionalligist einen Gang höher und setzte sich am Ende verdient mit 5:1 durch.

Da die Vichttaler ihr zweites Spiel gegen Ligakonkurrent Viktoria Arnoldsweiler 3:1 für sich entscheiden konnten, waren die Schwarz-Gelben vor ihrem letzten Gruppenspiel schon so gut wie sicher für das Endrunden-Finale qualifiziert. Nur ein hoher Sieg des Außenseiters hätte das Team vom Tivoli noch von Platz eins verdrängen können.

Doch der Top-Favorit auf den Titel machte es noch einmal spannend. Die Viktoria führte durch zwei Treffer von Yunus Kocak 2:0, doch dann zeigte Alemannias Mergim Fejzullahu sein ganzes Können. Mit einem Dreierpack sorgte der quirlige Zehner für die Führung und sicherte den Aachenern somit die Finalteilnahme.

Die Ergebnisse im Überblick

Gruppe A:

Freialdenhoven - Wegberg-Beeck 6:5

SV Breinig - Wegberg-Beeck 5:5

SV Breinig - Freialdenhoven 3:1

Gruppe B:

Alem. Aachen - Vichttal 5:1

Arnoldsweiler - Vichttal 1:3

Arnoldsweiler - Alem. Aachen 2:3

Finale:

Alem. Aachen - SV Breinig 3:8

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