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Aachen: Der Meister ist eine Nummer zu groß: Blau-Weiss Aachen unterliegt Regensburg

Aachen : Der Meister ist eine Nummer zu groß: Blau-Weiss Aachen unterliegt Regensburg

Als die Spielerinnen des Eckert Tennisteams Regensburg die Anlage am Luxemburger Ring am Freitagmittag betraten, staunte Steffi Fritschi nicht schlecht. Die Trainerin der Blau-Weiß-Frauen hatte zwar erwartet, dass der amtierende Deutsche Meister ein gutes Team auf die lange Reise nach Aachen schicken würde.

„Dass aber bis auf Julia Görges und Elise Mertens alle Hochkaräter dabei sind, das hat uns schon überrascht“, sagt Fritschi. Am Ende stand für den letztjährigen Vize-Meister eine krachende Niederlage, die Gastgeberinnen hatten sich beim 0:9 aber vor allem in der Anfangsphase teuer verkauft. Oder wie Fritschi es formulierte: „In der ersten Runde haben wir eine Mega-Show abgeliefert.“

Einen Traumstart erwischte Elyne Boeykens. Die Belgierin ließ ihrer Landsfrau Kirsten Flipkens im ersten Durchgang keine Chance und gewann 6:3. Im zweiten Satz nahm der Sieg Formen an, als Boeykens zwei Spielbälle hatte, um auf 4:1 zu erhöhen. Flipkens, die in der Weltrangliste fast 500 Plätze vor der Aachenerin liegt, stemmte sich aber gegen die drohende Niederlage, wehrte die Spielbälle ab und kämpfte sich in die Partie. „Das war der Knackpunkt“, wusste Fritschi. Boeykens verlor den Faden, Flipkens gewann mit 6:3 und spielte auch im Champions-Tie-Break groß auf, den die erfahrene Belgierin mit 10:2 gewann.

Einen leidenschaftlichen Auftritt lieferte auch Julia Kimmelmann ab, „sie hat nur vergessen, dass Schleifchen um den Sieg zu machen“, urteilte Fritschi. Nach verlorenem ersten Durchgang (2:6) kam die 24-Jährige sensationell zurück, gewann Satz zwei (6:4) und fightete sich in den Champions-Tie-Break. Im entscheidenden Moment zog ihre niederländische Kontrahentin das Tempo an und gewann 10:7.

Dass das Matchglück nicht auf Aachener Seite war, zeigte sich auch im Spiel von Marie Benoît. Die Belgierin legte ein „unfassbar gutes Match“ gegen Tatjana Maria hin, das ebenfalls im Champions Tie-Break entschieden werden musste. Doch wieder hatte der Vize-Meister das Nachsehen (3:6, 6:4, 7:10).

Mit einem 0:3-Rückstand ging es in die zweite Runde, die die Nerven der rund 400 Zuschauer nicht mehr so sehr strapazieren sollte. Magali Kempen erwischte einen gebrauchten Tag, agierte zu nervös und musste sich der starken Schwedin Johanna Larsson ohne ein einziges Spiel geschlagen geben (0:6, 0:6). Nicht ganz so deutlich wurde es im Spiel von Lisa Mätschke, die beim 4:6, 1:6 gegen die spanische Sandplatzspezialistin Lara Arruabarrena aber ebenfalls ohne wirkliche Siegchance war.

Im Topspiel bekam Aachens Quirine Lemoine, die sich mit Schulterproblemen herumplagte, es mit der Weltranglisten-19. Anastasia Sevastova zu tun. Die Lettin ließ keinen Zweifel aufkommen, dass auch der sechste Einzelsieg auf das Konto von Regensburg wandern würde. Nach einem souveränen Vortrag stand ein 6:1, 6:3 für Sevastova auf der Anzeigetafel.

Die abschließenden Doppel hatten keinen Einfluss mehr auf den Ausgang der Begegnung, dennoch tat der Meister alles, um seine Position im Kampf um den Titel weiter zu verbessern. Nach knapp 90 Minuten stand fest, dass die Aachenerinnen ohne einen Punktgewinn das Topspiel des fünften Bundesliga-Spieltages beenden würden.

„Gefühlt waren wir nach der ersten Runde die Sieger“, urteilte Fritschi. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir diese drei Spiele gewonnen hätten . . .“ Dennoch räumte die BW-Trainerin unumwunden ein, dass der Sieg der Regensburger „absolut verdient war“.

Klassenerhalt noch nicht perfekt

Viel Zeit zum Regenerieren bleibt nicht, bereits am Sonntag steht das abschließende Spiel beim Tabellenzweiten TC Karlsruhe Rüppurr an, der sich immer noch Chancen auf den Titel ausrechnet. Auch die Aachenerinnen können die bisher so hervorragend verlaufene Saison noch immer nicht zu den Akten legen, da der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist. „Es müsste aber schon mit dem Teufel zu gehen, wenn wir noch absteigen“, sagte Fritschi. Dafür müsste Regensburg in der letzten Begegnung gegen Ludwigshafen patzen. Was nach dem Auftritt am Freitag auf der Anlage am Luxemburger Ring aber mehr als unwahrscheinlich erscheint ...

Aachen - Regensburg 0:9: Julia Kimmelmann - Richel Hogenkamp 2:6, 6:4, 6:10, Marie Benoît - Tatjana Maria 3:6, 6:4, 7:10, Elyne Boeykens - Kirsten Flipkens 6:3, 3:6, 2:10, Magali Kempen - Johanna Larsson 0:6, 0:6, Lisa Mätschke - Lara Arruabarrena 4:6, 1:6, Quirine Lemoine - Anastasia Sevastova 1:6, 3:6, Kempen/Steffi Distelmanns - Larsson/Flipkens 3:6, 4:6 , Benoît/Boeykens - Sevastova/Natela Dzalamidze 1:6, 2:6 , Demi Schuurs/Eva Wacanno - Tatjana Maria/Arruabarrena 2:6, 6:7 Weitere Ergebnisse: Hamburg - Stuttgart 2:6, Ludwigshafen - Hannover 5:1