Basketball: Der BG Aachen gelingt der große Wurf

Basketball : Der BG Aachen gelingt der große Wurf

Zwei Spieltage vor Ende der Saison steht die BG Aachen als Meister der Basketball-Oberliga fest und spielt künftig in der 2. Regionalliga. Der Kern des Teams bleibt wohl zusammen.

Zu Saisonbeginn waren die Erwartungen nicht hoch an den Vorjahres-Fünften der Basketball-Oberliga, der mit Jungtrainer Kevin Vorbeck in die zweite Saison ging. Dieser mied das Wort Aufstieg und war froh, dass er nicht wie sonst so oft in der Sommerpause einen großen Umbruch verkraften musste. Ein Platz unter den Top vier sollte es sein für die BG Aachen, deren Durchschnittsalter extrem niedrig war. Seit vergangenem Samstag steht das Vorbeck-Team nun aber als Aufsteiger in die 2. Regionalliga fest.

Ohne Druck spielte das junge Team und biss sich in der Liga mit ihrer eisenharten Defensivarbeit fest. Obwohl die Offensive oft kränkelte, eilte Vorbecks Mannschaft von Sieg zu Sieg. Das knapp gewonnene Derby gegen Haaren war der beste Beleg dafür, dass viele Siege auf Messers Schneide standen. Ungeschlagen thronte die BG dennoch nach sieben Spielen an der Spitze der Liga. „Als Trainer siehst du oft Sachen, die noch nicht richtig laufen“, erklärt Vorbeck, „aber wenn du dann noch knapp den Sieg holst, wundern sich die Spieler, warum man motzt.“ Den Grund dafür offenbarte den Aachener Korbjägern der Regionalliga-Absteiger Leichlingen am achten Spieltag. Mit einer deutlichen Niederlage wurden der BG die Flügel gestutzt und ihre Grenzen aufgezeigt.

Der Weg für den Zweikampf um den Aufstieg war geebnet. So sehr er schmerzte, war der Rückschlag rückblickend Glück im Unglück für Vorbeck, bei dessen Mannschaft es Klick machte. „Da haben meine Jungs gesehen, dass ihr Trainer recht hatte“, sagt der BG-Coach. Leichlingen war von nun an die Messlatte der Aachener, wo sie „zuerst hin“ wollten, „dann darüber hinaus“.

Aus der Mannschaft kam der Vorschlag, das Training früher zu beginnen und zudem eine vierte Einheit pro Woche zu absolvieren. Die neue Einstellung trug schnell Früchte, was vor allem an der Aachener Offensive zu bemerken war. Vorbecks Mannschaft fuhr weiter Siege am Fließband ein, bot den Fans dabei aber weitaus attraktiveren Basketball als die Magerkost zu Beginn der Saison.

„Unsere Offense ist richtig durch die Decke gegangen“, frohlockt Vorbeck rückblickend, da Aachen weiterhin die mit Abstand beste Verteidigung der Liga stellte und stramm auf Kurs Richtung Regionalliga lag. Sogar das Derby gegen Haaren in der Rückrunde machte dem Aachener Trainer kaum noch Sorgen – und das will etwas heißen bei den hitzigen und stets umkämpften Duellen.

Aachen setzte sich souverän durch, alles schien auf das Rückspiel gegen Leichlingen hinauszulaufen. Der Konkurrent gewann ebenfalls sämtliche Spiele und bereitete Vorbeck „Bauchschmerzen“. Am 23. März war es so weit: Aachen empfing Leichlingen, das extra eine Busladung Fans mitgebracht hatte, die sich lautstarke Duelle mit dem Öcher Publikum in Laurensberg lieferte.

In einem hochklassigen Basketballspiel gelang Aachen der verdiente Sieg, der praktisch den Aufstieg bedeutete. Vorbecks Bauchschmerzen waren Geschichte, der Coach schwärmte kurz nach Abpfiff in Schampus getränkt und mit krächzender Stimme stolz von seinen Spielern, denen der große Wurf endlich gelungen war.

Noch ist die Saison nicht vorbei, weshalb Vorbeck sich nicht in die Karten schauen lassen will, was die kommende Spielzeit angeht. Das Ziel ist aber klar: Ohne Verstärkungen sei nur der Klassenerhalt in der 2. Regionalliga realistisch. In dieser Liga wird Aachen auf Mannschaften treffen, die Importspieler beschäftigen und in den Profibereich streben.

Nach Abschluss der Saison steht für den Trainer der Aachener Gipfelstürmer erst einmal ein „langer Urlaub“ an, wie Vorbeck nach der nervenaufreibenden Saison scherzt. Der Kern der Mannschaft bleibt ihm auch in der kommenden Spielzeit erhalten, mit Spannung erwarten sie bei der BG Aachen die Probetrainings in der Saisonpause, bei dem Vorbeck auf den ein oder anderen Rohdiamanten hofft, mit dem er seine Mannschaft veredeln will.

Zum BG-Aufstiegsteam gehören: Louis Boldt, Christian Lagemann, Michael Rin, Patrick Rülke, Henrik Bertz, Fabian Möhrke, Captain Felix Huesmann, Kai Lagemann, Lukas Heyer, Tim Elkenhans, Fabian Wesemann, Aki Obradovic, Max Middeldorf, Hassib Ahmadi, Robin Grenier, Brian Eka, Christian Schröder, Jan Richter und Cheftrainer Kevin Vorbeck.

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