Hockey: Der Aachener HC feiert das Triple in der Halle

Hockey : Der Aachener HC feiert das Triple in der Halle

Nach den Hockey-Männern steigen auch die beiden Frauen-Teams auf. Die AHC-Männer sind ab Mai in der Feldsaison weiter auf Titelkurs.

Schon vor 5000 Jahren war das Spiel bekannt – kaum eine Sportart kann sich mit einer so langen Historie rühmen. 3000 vor Christus gab es in Indien, China und Persien bereits Stockballspiele – Vorläufer des heutigen Hockeys. Das wird, ganz modern, nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Halle gespielt. Und auf dem schnellen Bodenbelag waren die Teams des Aachener Hockey-Clubs in der abgelaufenen Saison kaum zu bremsen: Die erste Männermannschaft stieg als Oberliga-Meister auf, und beide Frauen-Mannschaften machten es ihnen nach – die erste in die Oberliga als Meister der 1. Verbandsliga, in der künftig die zweiten AHC-Frauen spielen werden. Sie gewannen das Relegationsturnier mit 5:0 gegen Eilendorf und 5:1 gegen Rheine.

Der Erfolg der Männer kommt für Außenstehende ein wenig überraschend, da das Team in der Vorsaison knapp am Abstieg vorbeigeschrammt war. „Wir hatten zur Hallensaison viele Neuzugänge“, erläutert Moritz Schur, Mittelfeldakteur beim Aufsteiger. Vor der Hallenspielzeit, die die Feldsaison quasi in zwei Teile „schneidet“ (draußen ist von Mitte Oktober bis Anfang Mai Pause) beginnt auch das neue Studienjahr – und der Großteil der AHC-Akteure sind Studenten. Was erklärt, dass die mit einem Schnitt von rund 23 Jahren recht junge Aachener Mannschaft qualitativ von Saison zu Saison unterschiedlich ist. „Wir sind mit 15 Spielern in der Halle gestartet, draußen sind es rund 22 Akteure“, erläutert der 21-Jährige, den das Studium von Düsseldorf nach Aachen verschlug.

Vater des Erfolges ist Andreas Bauch, der in der Bundesliga gespielt hat und seit Oktober 2017 Trainer der AHC-Männer ist. „Er hat uns stark gemacht, hat Struktur in unser Spiel gebracht, hat uns taktisch darauf eingestellt, dass wir den Gegner immer unter Druck setzen“, erläutert Moritz Kirschmann, der in „Personalunion“ Spieler der ersten Männer, Trainer der ersten Frauen und zweiter AHC-Vorsitzender ist. Nach zwei Remis zu Saisonbeginn hatten die AHC-Männer eine Siegesserie gestartet. „Wir waren die Mannschaft, die am meisten wollte“, unterstreicht Kirschmann.

Zwei Abgänge stehen zur Feldsaison fest – wie meist aufgrund von Praktika oder Beendigung des Studiums. „Der Kader ist zwar voll, aber in der Offensive könnten wir noch Verstärkung brauchen“, sagt Kirschmann. Mit drei Punkten Vorsprung startet Aachen am 5. Mai in die restliche Feldsaison, die ebenfalls mit dem Aufstieg enden soll. „Das ist realistisch“, sagt Schur optimistisch. Der ärgste Konkurrent ist Verfolger SW Bonn, den man am 2. Juni empfangen wird.

Seit zweieinhalb Jahren trainiert Kirschmann die AHC-Frauen. Der 31-Jährige aus Darmstadt war für seine Referendarszeit nach Aachen gekommen – und geblieben. „Frauen zu trainieren, braucht Fingerspitzengefühl“, sagt Kirschmann lachend, als Lehrer am Couven-Gymnasium dürfte er über diese Qualität verfügen. Insgesamt spielen 45 Frauen beim AHC, die auf die beiden Teams aufgeteilt werden. Positiv: „Die Tendenz, dass wir unsere eigene Jugend integrieren, ist steigend“, freut sich Kirschmann. Der Klub, der neben dem CHIO-Gelände beheimatet ist, hat übrigens rund 400, davon 350 aktive, Mitglieder.

Auch die Frauen verbuchten zahlreiche Neuzugänge, darunter erfahrene Spielerinnen aus Hamburg, Neuss oder Hannover, die „uns in der Spitze und in der Breite weitergebracht haben“. 101 Treffer in der Halle sprechen für sich. Mit sechs bzw. sieben Punkten Vorsprung distanzierte Aachen die Bonner Konkurrenz deutlich. „Gegen beide Bonner Teams haben wir mit einem Remis begonnen, uns dann eingespielt und die Rückspiele gewonnen“, blickt Kirschmann zurück. Auf dem Feld feierten die Aachenerinnen im vergangenen Sommer den Oberliga-Aufstieg, stehen momentan auf Platz vier. „Unser Ziel sind die Top zwei bis drei, Gladbach werden wir nicht mehr einholen“, so Kirschmann, „auf längere Sicht – in den nächsten drei Jahren – ist die Regionalliga unser Ziel.“

Und was macht Hockey so reizvoll? „Die Taktik ist deutlich komplexer als im Fußball. Es ist eine gute Hand-Fuß-Koordination gefordert. Und die Mannschaften sind mündig: Wir haben als Erste den Videobeweis eingeführt, der nach dem Veto des Teams ausgeführt wird“, zählt Kirschmann nur einige Punkte auf und verweist auf den 1. Mai: Am Tag der offenen Tür kann sich jeder selbst ein Bild machen.