BTB Aachen zieht souverän ins DHB-Amateur-Pokalfinale ein

Handball : „Magischer Abend“ für BTB Aachen

Den großen Traum hatten sie alle gemeinsam, am Ende trennten beide Teams jedoch Welten – sowohl auf der Anzeigetafel als auch auf dem Hallenboden.

Wie Teddybären lagen die Spieler der MSG Handballfreunde Illtal verstreut auf dem Feld, konnten die Tränen nicht zurückhalten. Mit 19:29 waren sie in der Halle am Gillesbachtal unter die Räder gekommen. Wenige Meter weiter tobten die Zuschauer, feierten ihre „Bandits“. Am Sonntag, 7. April, treffen die Pokalhelden des BTB Aachen im Finale des DHB-Amateurpokals in der Hamburger Barclaycard Arena auf den Bremer Oberligisten ATSV Habenhausen.

In einen Rausch gespielt

Mit weit über 400 besetzten Plätzen war die Halle seit Tagen ausverkauft. Was die Sympathisanten des BTB an diesem Abend auf die Beine gestellt hatten, war unbeschreiblich, mit grenzenloser Euphorie wurde das eigene Team förmlich zum Erfolg geschrien. Auch auf den Gegner aus dem saarländischen Illingen wirkte die Atmosphäre – negativ. Nach 14 Minuten hatten sich die „Bandits“ einen komfortablen 6:2-Vorsprung erspielt. Großen Anteil daran hatte Torwart Peer Dosch. Aachens Keeper wuchs in der Anfangsphase über sich hinaus und zeigte bis zur 16. Minute sechs Glanzparaden.

Die „Zebras“ aus Illingen kämpften sich bis zur 21. Minute auf 6:7 heran. Ernsthaft in Gefahr geriet die BTB-Führung vor der Halbzeit aber nicht, vor allem Simon Breuer und Simon Bock waren ausschlaggebend dafür, dass man zur Pause mit fünf Toren führte (12:7).

Nachdem sich BTB-Spieler Philipp Wydera gleich nach Wiederanpfiff die erste seiner zwei Zeitstrafen abgeholt hatte, keimte bei den Gästen ein Funken Hoffnung auf. Nach zehn Minuten hatte man auf 10:13 verkürzt. In dieser Phase beruhigte sich das ansonsten fulminante Spiel etwas, die „Bandits“ zogen dennoch mit 19:14 davon. Mit jeder verstrichenen Sekunde wuchs auf den Rängen die Erkenntnis, dass Hamburg ganz nahe ist. Zumal Torwart Dosch den gegnerischen Angriff zur Verzweiflung brachte. „Ich habe jede Sekunde des Spiels genossen. Die Abwehr vor mir hat grandiose Arbeit geleistet, so dass wir gemeinsam für den Gegner kaum zu knacken waren“, sagte der Publikumsliebling.

Zwischenzeitlich wurde die Führung auf elf Tore ausgebaut, die „Bandits“ spielten sich in einen wahren Rausch. Mit der Schlusssirene realisierten die Spieler erst langsam, was sie soeben geschafft hatten. „Es war ein magischer Abend. Eine überragende Deckungsleistung, und auch der Doschi hat ein oder zwei Bälle gut gehalten“, sagte BTB-Trainer Martin Becker schmunzelnd.

„Party-Modus“ aktiviert

Neben seinem Keeper hob er Abwehrchef Oliver Rückels und die gesamte Mannschaftsleistung hervor. Bis Rosenmontag sei der „Party-Modus“ aktiviert: „Die Jungs haben sich diesen Traum immer weiter aufgebaut. Und wir sind noch nicht fertig.“

Keeper Dosch konnte es lange nach dem Spiel nicht wirklich begreifen: „So etwas kann man nicht planen. Mit einigen der Jungs spiele ich seit 20 Jahren zusammen, wir haben das als große Familie geschafft.“ Gästecoach Steffen Ecker verzichtete auf eine sportliche Analyse: „Die Enttäuschung ist grenzenlos.“

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