Aachener Derby: Blau-Weiss trotzt Kurhaus ein Remis ab

Aachener Derby : Blau-Weiss trotzt Kurhaus ein Remis ab

Nachdem die vier Einzel gespielt waren in diesem Aachener Stadtderby in der Tennis-Bundesliga zwischen dem TK Kurhaus Aachen und Blau-Weiss Aachen, lag der Teamchef der bereits zuvor abgestiegenen Gäste mit seiner Prognose ein wenig daneben – sicher zu seiner eigenen Freude:

„Jetzt können die Zuschauer endlich mal selbst sehen, wie das ist, wenn man sich in den Einzeln wieder herangekämpft hat und nach den Doppeln doch knapp und unverdient geschlagen nach Hause geht“, meinte Marc Zander. Zizou Bergs und Sander Gille gelang mit ihrem klaren Zwei-Satz-Sieg gegen die beiden Kurhaus-Doppelspezialisten am letzten Spieltag das, was Blau-Weiss bis dahin verwehrt geblieben war, nämlich der allererste Punktgewinn.

Prestige-Erfolg zum Abschied

So nehmen die Gäste wenigstens den Prestigeerfolg gegen den großen Aachener Nachbarn mit aus dieser Bundesliga-Saison, die erneut in Grün-Weiß Mannheim ihren Meister fand. Auch aufgrund der Siege gegen die beiden Aachener Klubs. „Wir haben gegen Mannheim drei Champion-Tiebreaks verloren“, erinnerte Zander an die knappe Niederlage und verweist auf einen weiteren Effekt: „Die meisten Mannschaften sind gegen uns mit ganz starken Teams angetreten. Die daraus resultierenden Niederlagen waren für uns immer Vier-Punkte-Partien.“ So auch am vorletzten Spieltag beim 0:6 gegen Großhesselohe. Der Verein aus dem Münchner Umland bot mit Matthias Bachinger, Florian Mayer und Peter Gojowczyk drei ehemalige Kurhaus-Spieler auf und sicherte den Klassenerhalt.

Gewinnt Einzel und Doppel: Kurhaus-Akteur Carlos Taberner. Foto: Decoux/Marcel Decoux

Einiges an Licht und Schatten sah im Lauf der Saison auch Alex Legsding, der Teamchaf des TK Kurhaus. „Die beiden Daviscup-Spieler Tim Pütz und Jan-Lennard Struff sind eine echte Bereicherung für unser Team, aber auch kein Allheilmittel. Sportlich gesehen bin ich nicht zu 100 Prozent zufrieden, wie es gelaufen ist.“ Exemplarisch erinnert Legsding an die plötzliche Erkrankung von Pablo Cuevas in der Partie gegen Krefeld, die dann auch prompt verloren ging.

Ein Spiel von Licht und Schatten war aus Kurhaus-Sicht auch das abschließende Derby, das seine große sportliche Bedeutung durch das 3:3 des TK in Sennelager bereits eingebüßt hatte, da es keine Chance mehr gab, ins Titelrennen einzugreifen. Tim Pütz verpasste Clemens Geens beim 6:0, 6:0 die Höchststrafe, und der kurz später feststehende Zweisatzsieg von Carlos Taberner gegen Zizou Bergs ließ den Kurhaus-Anhang auf einen abschließenden Saisonerfolg hoffen – zumal Cedrik-Marcel Stebe den ersten Satz gegen den Russen Aslan Karatsev klar mit 6:1 gewonnen hatte.

Doch dann neigte sich die Waage zugunsten des beidhändig gleichstarken Russen, der ins Risiko ging und belohnt wurde. Karatsev sicherte sich ebenfalls souverän Satz zwei und zeigte sich dann im Champions Tiebreak einfach zielstrebiger. Parallel spielte auf dem Nebenplatz Yannick Mertens bärenstark gegen Martin Cuevas, und den kompletten Triumph von Blau-Weiss verhinderte das zweite Kurhaus-Doppel Taberner/Cuevas, das sich im Tiebreak und im Champions Tiebreak gegen Karatsev/Reuter durchsetzte.

Doch wie geht es weiter in der kommenden Saison? „Ich freue mich, dass Hermann Bühlbecker als unser Hauptsponsor so oft bei den Spielen dabei war. Aber über nächstes Jahr ist noch nicht konkret geredet worden“, meint Legsding. „Wir sprechen erst einmal mit allen Beteiligten“, kündigt Zander an. „Wenn wir wiederkommen sollten, dann müssen wir uns auch Ziele setzen.“

Blau-Weiss Aachen - Großhesselohe 0:6: Yannick Mertens - Matthias Bachinger 2:6, 4:6; Yannik Reuter - Florian Mayer 2:6, 3:6; Clement Geens - Peter Gojowczyk 4:6, 3:6; Aslan Karatsev - Dennis Novak 2:6, 6:4, 9:11; Karatsev/Mertens - Bachinger/Lucas Miedler 1:6, 3:6; Reuter/Marcel Hornung - Gojowczyk/Jürgen Zopp 1:6, 3:6

Sennelager - Kurhaus Aachen 3:3: Arthur Rinderknech - 5:7, 6:3, 4:10; Frederico Ferreira - Carlos Taberner 4:6, 2:6; Norbert Gombos - Cedrik-Marcel Stebe 6:2, 3:6, 10:7; Ivan Gakhow - Martin Cuevas 6:3, 6:7 (6:8), 2:10; Rinderknech/Manuel Guinard - Pütz/Cuevas 7:5, 6:4; David Pel/Jan Zielinski - Taberner/Nils Langer 7:6 (7:4), 6:2

Kurhaus Aachen 3:3 Blau-Weiss Aachen 3:3: Tim Pütz - Clement Geens 6:0, 6:0; Carlos Taberner - Zizóu Bergs 6:4, 6:4; Martin Cuevas - Yannick Mertens 6:4, 6:7 (4:7), 5:10; Cedrik-Marcel Stebe - Aslan Karatsev 6:1, 2:6, 8:10; Taberner/Cuevas - Karatsev/Yannik Reuter 7:6 (9:7), 2:6, 10:6; Pütz/Nils Langer - Bergs/Sander Gille 3:6, 2:6

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