Wasserspringen: Bei Neptun „entwickelt sich wieder etwas“

Wasserspringen : Bei Neptun „entwickelt sich wieder etwas“

In der Ulla-Klinger-Halle herrschte schon am Montag viel Betrieb. „Die Sportler wollen Bretter und Turm testen“, verfolgte Alexander Neufeld das unaufhörliche Kommen der Athleten.

Die deutsche Elite trifft sich einmal mehr in Aachen im Kampf um die nationalen Meistertitel sowie die Fahrkarten zur Weltmeisterschaft. Mittendrin und nicht nur dabei ist der Nachwuchs des ausrichtenden SV Neptun Aachen, der bereits mehrfach gezeigt hat, dass er auch bei den Erwachsenen mithalten kann.

„Wir sind auf einem guten Weg. Bei uns entwickelt sich wieder etwas“, sagt Alexander Neufeld, seit 2002 Trainer beim SV Neptun. Nach einer sehr erfolgreichen Zeit, in der Springer wie Weltmeister Sascha Klein oder Uschi Freitag die Aushängeschilder waren, musste der Klub eine Durststrecke überstehen. Inzwischen ist der Nachwuchs gereift und setzt sein Talent in Erfolg um.

„Wir versuchen, so viele Springer wie möglich starten zu lassen. Zum einen gibt es nicht so viele Wettkämpfe, zum anderen ist es für alle etwas Besonderes, in Aachen zu starten“, so Neufeld. Zehn Neptun-Springer werden antreten, darunter Alexander Lube, der bei der Winter-DM in Abwesenheit von Top-Springer Patrick Hausding Silber vom Ein- und Bronze vom Drei-Meter-Brett geholt hatte. „Alex hat da schon bewiesen, dass er sich für die Universade qualifizieren kann. Das möchte er in Aachen erneut beweisen“, sagt Neufeld. Mit Spannung erwartet wird auch der Auftritt der drei Aachener Nachwuchstalente Julia Deng, Moritz Wesemann und Jaden Eikermann, die sich vor zwei Wochen bei der Jugend-DM die Tickets für die Jugend-EM Ende Juni im russischen Kazan sicherten.

Julia Deng gewann im vergangenen Jahr bei der offenen DM Bronze vom Drei-Meter-Brett, bei der Jugend-DM holte sie kürzlich Gold vom Drei- und Bronze vom Ein-Meter-Brett. „Im vergangenen Jahr ist sie noch alle Sprünge gehockt gesprungen, jetzt wird sie sie gehechtet zeigen“, verdeutlicht Neufeld anhand des gesteigerten Schwierigkeitsgrads, wie sich die zierliche Athletin entwickelt hat.

Eine DM-Medaille erwartet der Coach jedoch weder von ihr noch von seinen anderen jungen Leuten. „Mit Blick auf die Jugend-EM ist der Wettkampf in Aachen für mich in erster Linie eine Überprüfung, zumal bei der DM nur Kürsprünge und nicht wie bei der EM auch Pflichtsprünge gezeigt werden müssen“, sagt Neufeld und gibt als Ziel für alle seine Athleten die „Plätze eins bis sechs“ aus. Das gilt genauso für Moritz Wesemann, der wie Deng bei der Jugend-DM von den Brettern überzeugte und jeweils Gold gewann.

Sehr gespannt ist der Coach, wie der erst 14-jährige Jaden Eikermann sich gegen die Erwachsenen schlägt. Als einziger Athlet in seiner Altersklasse springt er eine derartig schwierige Serie – und das schon aus zehn Metern Höhe. Bei der Jugend-DM gewann er unangefochten Gold, holte zudem zwei Mal Silber von den Brettern. Der junge Springer misst sich gleich aus allen Höhen mit der Konkurrenz wie auch Alexander Lube und Jan Marx. Neufeld: „Letzterer hat zwar nicht so eine schwere Serie, aber er ist auf einem guten Weg, seine Sprünge im Laufe des Jahres gehechtet zu springen.“

Neben ganz jungen Springern wie Jazelle Eikermann und Tim Axer wird auch Svenja Verse von den Brettern springen. Gemeinsam mit ihr hatte Julia Deng bei der Jugend-DM Gold im Synchronspringen gewonnen, bei der offenen DM wird Deng jedoch mit der Rostockerin Anna Shyrykha antreten, mit der sie bei der Hallen-DM im Winter Gold gewonnen hatte. „Diesen Titel wollen sie verteidigen gegen das deutsche Top-Duo Lena Hentschel/Tina Punzel (Berlin/Dresden), das im Winter fehlte, aber in Aachen am Start sein wird“, freut sich Neufeld auf diesen Vergleich.

Die DM-Konkurrenz ist hart, unter den Startern sind allein acht Medaillengewinner der Europameisterschaften 2018 in Glasgow: Florian Fandler (Halle), Tina Punzel (Dresden), Patrick Hausding, Lars Rüdiger, Lou Massenberg, Hentschel, Maria Kurjo (alle Berlin) und Christina Wassen (Baesweiler/Berlin), deren Schwester Elena nicht am Start ist. Die DM in Aachen ist die einzige Qualifikationschance für die Weltmeisterschaft im Juli in Gwangju (Korea).

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