Aachen/Yunnan: Aachener Ultraläufer Collet in China: „Wie ein persönlicher Sieg“

Aachen/Yunnan : Aachener Ultraläufer Collet in China: „Wie ein persönlicher Sieg“

André Collet hat schon viele Läufe in seinem Leben bestritten. „Und jedes Rennen ist auf seine Art hart“, sagt der 46-Jährige. Was ihn jedoch beim „Fuxian Lake Highland Ultramarathon“ in der chinesischen Provinz Yunnan erwartete, stellte eine ganz besondere Probe für Körper und Geist dar.

Collet sagt: „Das waren die längsten Stunden meines Lebens.“ Um genau zu sein: 8 Stunden und 49 Minuten. So lange brauchte der Aachener Ultraläufer, um die 100 Kilometer um den größten Süßwasser-See Chinas bei extremer Hitze zurückzulegen. Dass Collet das Ziel überhaupt erreichte, hatte er auch seinen vermeintlichen Kontrahenten zu verdanken. „Hätten meine Mitstreiter mich nicht so motiviert, hätte ich das Rennen bei einer Zwischenzeit von 3:44 Stunden beendet.“

50 Kilometer hatte er zu diesem Zeitpunkt hinter sich gebracht; Collet lag an Position 5, war aber schon von den Strapazen gezeichnet. Das Feld selektierte sich, da die zweite Hälfte ausschließlich in der Sonne gelaufen wurde, und Collet kämpfte sich von einer Verpflegungsstation zur nächsten. Fünf Stunden später hatte er die zweite Hälfte absolviert, als elfter Läufer kam er ins Ziel. „Jeder 100-Kilometer-Finnischer wurde wie ein Sieger empfangen“, berichtet Collet. „Das war wie ein persönlicher Sieg für mich.“

Zum Gesamtsieg reichte es zwar nicht, Collet nahm aber viele positive Erinnerungen mit. „Die Kulisse war einfach traumhaft, die Zuschauer an jedem Dorf waren begeistert und auch das Rahmenprogramm nach chinesischer Tradition war toll“, berichtet der 46-Jährige und schiebt nach: „Es wird für mich, trotz aller Leiden, ein unvergessliches Abenteuer bleiben.“

(red)
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