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Stuttgart/Aachen: Aachener Tennisspielerinnen verbuchen Erfolge in Stuttgart

Stuttgart/Aachen : Aachener Tennisspielerinnen verbuchen Erfolge in Stuttgart

In Sachen Anreise mit Hindernissen setzt Marie Benoit neue Maßstäbe. Samstag war die Tennisspielerin nach dem Aus in Venedig in den Flieger nach Frankfurt gestiegen, verpasste den Zug nach Stuttgart aber aufgrund einer Verspätung. Nach einer Nacht in Frankfurt trat sie am nächsten Morgen die eigentlich einstündige Zugfahrt an.

Wegen Überfüllung machte der Zug jedoch unterwegs eine Stunde Halt. So erreichte Benoit erst um 10.15 den Stuttgarter Bahnhof, war eine Minute vor Meldeschluss im Tennisklub, und stand um 11 Uhr auf dem Platz. Ihr eigenes Match verlor die Belgierin zwar knapp mit 5:10 im Champions Tiebreak, fuhr aber an der Seite von Elyne Boeykens den wichtigen fünften Punkt zum 5:4 von Blau-Weiss Aachen in der Tennis-Bundesliga bei Waldau Stuttgart ein.

Aachens Tennis-Frauen stehen nach vier Partien mit 6:2 Punkten auf Platz drei, bevor am Freitag um 13 Uhr Titelverteidiger TT Regensburg am Luxemburger Ring aufschlägt und es zwei Tage später am letzten Spieltag zu Spitzenreiter TC Rüppurr geht. Rein rechnerisch ist der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern, aber „dann muss schon wirklich ganz viel zusammenkommen“, sieht Steffi Fritschi ihr Team auf der sicheren Seite.

Beide Teams waren in Stuttgart stark besetzt, für die Gastgeberinnen schlugen unter anderem Mona Barthel und Ana Bogdan auf, auch Aachen konnte mit seinen beiden Top-Spielerinnen, Petra Martic und Aleksandra Krunic, die Freitag bzw. Samstag bei den French Open in Paris ausgeschieden waren, aufwarten. „Das war vielleicht das bestbesetzte Bundesliga-Turnier in dieser Saison, es hatte ein unglaubliches Niveau“, sagt Trainerkollege und Ehemann Thilo Fritschi.

Martic machte zunächst relativ kurzen Prozess mit Barthel, doch nach dem 6:2 im ersten Satz und einer 5:2-Führung im zweiten war erst einmal die Luft raus, so dass sie das 5:5 kassierte, letztlich aber 7:5 siegte. Nach einem starken ersten Satz von Aleksandra Krunic steigerte sich Ana Bogdan, und die Aachenerin unterlag im Champions Tiebreak. „Ihr ging die Kraft aus, bei ihr ist der Akku leer“, so ihre Trainerin.

Auch Quirine Lemoine musste in den Champions Tiebreak, gewann diesen aber 10:7. „Das war ein hochklassiges Spiel, zuvor hat Quirine noch nie gegen Zaja gewonnen. Das war ein ganz wichtiger Punkt.“ Benoit trat quasi zu einem Familienduell gegen Kimberly Zimmermann an, die Lebensgefährten der beiden Tennisspielerinnen sind Brüder. Den ersten Satz verlor Benoit, auch der Anreise geschuldet, kämpfte sich dann aber zurück, und gab im Champions Tiebreak den Punkt doch noch ab.

Erstmals nach ihrer Verletzungspause schlug Magali Kempen in einem Einzel auf. Sie lag schon 1:5 hinten, ehe sie elf Spiele in Folge und damit den ersten Satz 7:5 gewann und im zweiten 5:0 führte, den sie 6:2 gewann. Dagegen musste Elyne Boeykens die erste Niederlage der Saison einstecken. „Elyne hat genauso gut gespielt wie sonst auch. Aber ihre Gegnerin Valerie Solovyeva war vergangene Saison noch die Nummer eins in Stuttgart, jetzt spielte sie nach einer längeren Pause an sechs“, erläutert Steffi Fritschi.

Somit stand es nach 0:3 nach den ersten Einzeln und 3:3 vor den Doppeln, in denen Martic/Lemoine kurzen Prozess mit Barthel/Zaja machten. Spannender war es nebenan: Benoit/Boeykens lagen im ersten Satz schon 0:5 hinten, gewannen aber den zweiten Satz und verbuchten umjubelt im Champions Tiebreak den wichtigen Punkt zum Sieg.

(rau)