Aachen: Aachener Dressurreiterin: Ein „bunter“ Fuchs für Tokio?

Aachen : Aachener Dressurreiterin: Ein „bunter“ Fuchs für Tokio?

Es ist ein Déjà-vu: ein Fuchs, vier Mal weiß gestiefelt, mit einer weißen Blesse und dazu noch ein weißer Fleck unter dem Bauch. Sofort ziehen Bilder aus Jerez de la Frontera vor dem geistigen Auge auf. 2002 tanzte ein Fuchs elegant und leichtfüßig zur Musik durch das Viereck.

Der tosende Beifall der Zuschauer unterstrich schon was folgen würde — WM-Gold in der Dressur für Nadine Capellmann und ihren Farbenfroh. Schon 2000 hatte das Paar in Sydney Team-Gold gewonnen — und 20 Jahre später könnten die Olympischen Spiele in Tokio das nächste Ziel für die Aachenerin sein. Dann vielleicht wieder mit einem „bunten“ Fuchs unter dem Sattel — diesmal Lagerfeld K.

„Ich mag nun mal bunte Füchse“, sagt Nadine Capellmann lachend über ihre Neuerwerbung. Als „bunt“ bezeichnen die Reiter in diesem Fall die vielen weißen Abzeichen eines Pferdes. Doch es war nicht die Farbe, die die Dressurreiterin an dem neunjährigen Wallach, dessen kompletter Namen „Equestricons Lagerfeld K“ lautet, begeisterte.

„Er ist sehr fein zu reiten, hat ganz tolle Grundgangarten und natürlich viel Talent für Piaffe und Passage“, berichtet die Aachenerin begeistert. Vergangene Woche bezog der Wallach — gezogen Londontime mal Don Crusador — seine neue Box auf Gut Heidchen. Der Fuchs mit der extravaganten Zeichnung ist bereits auf dem Sprung zur Grand-Prix-Ebene und wird voraussichtlich beim Turnier in Münster im Januar den ersten Kurz-Grand-Prix unter Nadine Capellmann gehen.

Seine ersten Turniere bestritt Lagerfeld K unter Christiane Wiens und Leslie Rohrbacher, mit denen er Dressurpferdeprüfungen in Serie gewann. Anfang 2017 stellte Borja Carrascosa Martinez den Wallach international erstmals in der kleinen Tour vor. Dann stellte ihn Antonia Arl, Tochter des Pferdehändlers Jochen Arl, bei den Juniorentouren in Achleiten und Pompadour mit Wertungen um 70 Prozent vor.

„Inzwischen hat Antonia mit dem Reiten aufgehört, und Lagerfeld K wurde zum Verkauf angeboten“, erläutert Capellmann, die von dem 1,72 Meter großen Fuchs gleich begeistert war. „Man merkt, wie gut er geritten wurde, der Unterbau stimmt, und er war in den Klassen M und S schon erfolgreich. Das Pferd hat mich gleich fasziniert.“

Lagerfeld K soll sich nun im kommenden Jahr einmal in Ruhe auf Grand-Prix-Niveau etablieren. Die Rückkehr in den A-Kader — sprich Championatskader — ist für die Olympiasiegerin von 2000 und 2008 sowie Ex-Welt- und Europameisterin das nächste Ziel. Denn Lagerfeld K könnte ein Kandidat für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werden.

„Nun habe ich gleich drei hoffnungsvolle neunjährige Pferde im Stall“, freut sich die Dressurreiterin. For Post ist ausbildungsmäßig ein wenig weiter und geht bereits lange Grand Prix. Und Look at me, wie For Post ein chicer Rappe, soll Anfang des Jahres ebenfalls seine ersten Kurz-Grand-Prix gehen. „Damit habe ich wieder gute Perspektiven für die Zukunft.“

Doch Nadine Capellmann hat noch weiter „aufgerüstet“: Mit dem sechsjährigen Westfalen Waitoni (von Wynton mal Weltmeyer), der derzeit von Carrascosa auf Gut Auric in Krefeld trainiert wird, hat die Aachenerin zudem noch einen talentierten Youngster für die fernere Zukunft erworben.

Auch der zweibeinige Nachwuchs im Hause Capellmann entwickelt sich: Im Rahmen des Salut-Festivals wird Tochter Celine, sechseinhalb Jahre jung, ihren ersten öffentlichen Auftritt im Sattel habe. Auf ihrem Pony Olivia nimmt sie nächste Woche Samstag an der Führzügel-Klasse teil. „Celine ist noch ganz am Anfang, aber wo kann man schöner beginnen, als vor der vorweihnachtlichen Kulisse in der Albert-Vahle-Halle“, so die stolze Mutter.

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