Aachener Boxer Denis Sterl-Guedes wieder im Ring

Boxen : Trotz bitterer Niederlage hat Denis Sterl-Guedes viel gewonnen

Der Aachener Boxer Denis Sterl-Guedes ist nach fast zehnjähriger Auszeit wieder in den Ring gestiegen. Für sein Comeback hatte sich der 30-Jährige einen starken Gegner ausgesucht.

Das Lächeln fällt ihm noch schwer. Nicht, weil die leichte Gehirnerschütterung oder die kleineren Blessuren im Gesicht ihn daran hindern. Es ist vielmehr die Enttäuschung über die Niederlage, die auch mit ein paar Tagen Abstand noch nicht ganz „verheilt“ ist. „Ich hätte gerne gewonnen, dann wären viele Türen aufgegangen“, sagt Denis Sterl-Guedes, der am vergangenen Wochenende sein Comeback als Profiboxer nach fast zehnjähriger Auszeit gefeiert hat.

Bei der Veranstaltung „The Furenthela War“ im niederländischen Voerendaal unterlag der Cruisergewichtler dem Benelux-Meister und Weltranglisten-32. Ricardo Snijders. Der Ringrichter beendete den Kampf in der sechsten Runde vorzeitig, nachdem Sterl-Guedes zwei Leberhaken kassierte und angezählt wurde. „Ich sehe das sportlich.

Der Junge ist stark, aber ich habe den Leuten guten Boxsport geboten“, unterstreicht der 30-Jährige, der sich nach seiner langen Pause direkt auf ein Duell mit einem Topboxer einließ. „Ich wollte die Chance nutzen. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn ich vorher vier oder fünf Aufbaukämpfe bestritten hätte“, verdeutlicht der Aachener, der mit den Entscheidungen des Ringrichters am Samstagabend nicht immer einverstanden war. „Ich habe viele Schläge auf den Hinterkopf bekommen. Das war eine Katastrophe, denn das macht dich müde“, sagt der Sohn von Mario Guedes, dem ehemaligen Deutschen Meister im Schwergewicht.

Dass ihm die Praxis im Ring gefehlt hat, verneint der Athlet von KKS Sparta Aachen nicht. Doch nach fünf Operationen an der Schlaghand verzichtete Sterl-Guedes im Vorfeld bewusst auf Sparringseinheiten, um seinen Einsatz bei dem Boxevent nicht zu gefährden. „Schläge zu kassieren, ist das Brutalste in dieser Sportart. Da prallen Urgewalten aufeinander, und das raubt dir die Luft“, erläutert der dreifache Familienvater, warum Sparring und Wettkampferfahrung so wichtig sind.

Dennoch kann er dem Vergleich mit dem Heerlener, der am 4. Mai einen IBO-Titelkampf in Brüssel gegen den Belgier Joel Tambwe Djeko bestreitet, viel Gutes abgewinnen. „Die ersten beiden Runden habe ich klar gewonnen. Und bis zur vierten Runde lag ich vorn, denn ich habe ihn vier- oder fünfmal hart getroffen“, ist Sterl-Guedes überzeugt. Ganz besonders ist ihm der Einmarsch in den Ring in Erinnerung geblieben: „Es gibt nichts Schöneres auf der Welt. Meine Kinder waren da, und auch meine Frau hat mich zum ersten Mal boxen gesehen. Und wenn dann auch noch alle deinen Namen rufen, dann bekommst du Gänsehaut.“

Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, will der 1,88 Meter große Boxer schnell abhaken. Trotz der Niederlage ist er ein Gewinner, wie viele seiner Begleiter in den Sozialen Medien nach dem Kampf kommentierten. Nicht nur, dass er sein Gewicht in eineinhalb Jahren um 25 Kilo reduzierte, sondern auch die Tatsache, dass er Wort hielt und sich seinem starken Kontrahenten im Ring stellte, sorgte allgemein für ein positives Echo – nicht nur im Internet.

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