Aachen im Volleyball-Pokal gefordert

Volleyball : Können die Ladies im Pokal-Halbfinale überraschen?

MTV Stuttgart geht favorisiert in die Begegnung mit der jungen Aachener Mannschaft, die der hohen Belastung Tribut zollen muss.

Manchmal muss man einfach darauf hoffen, dass sich Geschichte wiederholt. Denn vor knapp drei Wochen standen sich die Ladies in Black Aachen und der VfB Suhl erst im Pokal-Viertelfinale und drei Tage später in der Liga erneut gegenüber. Bekanntlich setzten sich die Aachenerinnen im Pokal im Tiebreak durch, nachdem Suhl die ersten beiden Sätze für sich entschieden hatte. Die Ligabegegnung war das exakte (seitenverkehrte) Spiegelbild: Die Ladies gingen nach zwei gewonnenen Sätzen letztlich geschlagen vom Platz – ebenfalls in fünf Sätzen.

Eine Konstellation, mit der der Volleyball-Bundesligist aktuell gut leben könnte, denn am heutigen Mittwoch (18.40 Uhr) treffen die Ladies zunächst im Pokal-Halbfinale auf den MTV Stuttgart, um nur drei Tage später, dann in der Halle an der Neuköllner Straße, erneut auf den „Männerturnverein“ MTV zu treffen, dann in der Bundesliga um Punkte.

Vielleicht ist ja das Hopp-oder-Top-Spiel gegen die favorisierten Stuttgarterinnen in der Champions-League-reifen Halle in Maaseik der richtige Anreiz für die junge Aachener Mannschaft, die durch den Tanz auf drei Hochzeiten (Liga, nationaler und internationaler Pokal) und – daraus resultierend – den dichtgedrängten Spielplan (acht Begegnungen in 22 Tagen) mächtig Körner gelassen hat.

Zeugnis dafür hat das Wochenende mit zwei Spielen an zwei Tagen im Osten der Republik abgelegt: Zwei Sätze lang hielten die Aachenerinnen beim SC Potsdam mit, dann kam der Einbruch. Gegen den VCO Berlin stand die gerade erst wieder verletzungsfreie Nicole Oude Luttikhuis für Schwerstarbeiterin Kirsten Knip als Libera auf dem Platz mit deutlich schlechteren Werten bei den positiven oder gar perfekten Annahmen als von der niederländischen National-Libera gewohnt. Auch Diagonalangreiferin Taylor Agost scheint zurzeit keine Alternative zu sein, denn obwohl es über weite Phasen der beiden Begegnungen nicht rund lief, hatte die US-Amerikanerin keine Minute Einsatzzeit.

Für Dieter Ostlender, Geschäftsführer der Ladies in Black, insgesamt ein Ausdruck der hohen Belastung und der Unerfahrenheit des Teams. „Vielleicht ist in den Hinterköpfen von einigen die Erwartungshaltung zu hoch“, vermutet Ostlender. „Wir sind eine Entwicklungsmannschaft, aber einige denken, wir gehören nach den Anfangserfolgen zu den Top drei.“

Und sollte gegen die Stuttgarterinnen, in deren Reihen mittlerweile die Ex-Aachenerin Jana-Franziska Poll steht, schon nicht die Wiederholung der Ereignisse helfen, dann vielleicht das Gegenteil: Vor drei Jahren standen sich beide Mannschaften im Pokalfinale in Halle/Westfalen gegenüber. Aachen gewann die ersten beiden Sätze – und verlor dann im Tiebreak . . .

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