Whistler: Rebensburg: „War wirklich schwer für die Psyche”

Whistler: Rebensburg: „War wirklich schwer für die Psyche”

Zeit zum Durchatmen bekam die neue Riesenslalom- Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg zuerst einmal keine. Alle wollten etwas von ihr wissen, jeder der 20-Jährigen gratulieren.

„Ich kann es selber noch gar nicht begreifen und in Worte fassen. Es ist soviel passiert den ganzen Tag, jetzt hab ich die Goldmedaille umhängen und kann mich Olympiasieger nennen. Ich muss erstmal selber realisieren, damit ich da was erzählen kann”, sagte die Skirennfahrerin aus Kreuth. Die Deutsche Presseagentur hat sie interviewt:

Bei der Siegerehrung haben Sie sich für jeden sichtbar gefreut und konnten nicht aufhören, die Faust zu ballen...

Rebensburg: „Es sprudelt einfach aus einem heraus. Da oben auf dem Podest war es sehr emotional. Ich habe es genossen. Ich war völlig gelöst und glücklich. Wenn man die Hymne hören darf und einem so viele Leute zujubeln, ist das unbeschreiblich.”

Der Druck ist dabei abgefallen - wie schwer war eigentlich der Lauf an zwei verschiedenen Tagen.

Rebensburg: „Das war wirklich schwer für die Psyche. Jetzt bin ich mental ein bisschen kaputt. Man hat vorher viel über den zweiten Lauf nachgedacht. Das war nicht einfach. Es war schon zehrend und nicht leicht. Aber scheinbar hab ich es am besten hingebracht.”

Von ausländischen Kollegen war zu hören, dass der Name Viktoria gut zu einer Siegerin gut passt. Haben Ihre Eltern da was geahnt?

Rebensburg: „Ihnen hat der Name gut gefallen. Deshalb haben sie mich so getauft. Aber es passt schon gut zusammen, dass ich das Rennen gewonnen habe und Viktoria heiße.”

Ihre Eltern waren im Flieger, als Sie Olympiasiegerin wurden...

Rebensburg: „Ich habe nicht genau gewusst, wann sie landen, aber versucht sie zu erreichen. Sie wussten es schon, denn sie hatten schon einige SMS und Anrufe gekriegt. Sie waren sehr stolz auf mich mich und haben sich am Flughafen ein Glas gekauft und auf mich angestoßen.”

Haben Sie schon vorher an eine Medaille gedacht?

Rebensburg: „Natürlich denkt man über Medaillen nach, denn letztlich zählen nur Medaillen bei Olympia. Ich habe in Cortina unter Beweis gestellt, dass ich es kann. Ich habe mich nicht unter Druck gesetzt, denn sonst besteht bei mir die Gefahr, dass ich verkopfe. Ich habe nur versucht mich auch auf das Rennen und aufs Skifahren zu konzentrieren.”

Beschreiben Sie doch bitte einmal die Zusammenarbeit mit Technik-Trainer Christian Schwaiger.

Rebensburg: „Nach den Erfolgen auch in der Vergangenheit muss die Zusammenarbeit gut sein - und das ist auch so. Er kommt von der Herrenseite, von daher weht oft ein anderer Wind, was uns nicht geschadet hat. Er bemüht sich extrem, gibt immer alles für jedes Training. Er steht am Hang und schaufelt, dass wir wirklich eine gute Piste haben. Vom Einsatz her ist er Wahnsinn und er hat ein super Auge für die jeweilige Athletin.”

Was erzählen Sie den Leuten zu Hause, wenn diese fragen, wie es bei Olympia war?

Rebensburg: „Natürlich schön. Ich kann es selber noch gar nicht begreifen und in Worte fassen. Es ist soviel passiert den ganzen Tag, jetzt hab ich die Goldmedaille umhängen und kann mich Olympiasieger nennen. Ich muss erstmal selber realisieren, damit ich da was erzählen kann.”

Damen-Cheftrainer Mathias Berthold hat gesagt, dass man aus Ihnen auch eine Abfahrerin machen könnte...

Rebensburg: „Ich bin auf alle Fälle eine Riesenslalomfahrerin. Daher komme ich. In der Vergangenheit war es so, dass viele, die von da kamen, in die Speedschiene gewechselt sind. Wahrscheinlich wird es bei mir auch so kommen. Aber ich möchte auch den Slalom forcieren. Die Abfahrt ist zur Zeit für mich ein Training für den Super-G. Ich mache mir keinen Druck. Im Speedbereich braucht man Erfahrung, damit man Erfolge haben kann.”

Oft werden Ihnen Ski-Eigenschaften eines Bode Millers nachgesagt. Feiern Sie auch wie er?

Rebensburg: „Ich hab den Bode noch nie erlebt beim Feiern, daher kann ich da keine Antwort geben.”

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