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Powervolleys liefern Berlin großen Kampf

Knappe Niederlage : Powervolleys liefern Berlin großen Kampf

Der Volleyball-Bundesligist Düren unterliegt Primus BRV knapp mit 2:3. Trotzdem überzeugten sie sportlich. Vor dem Spiel gab es außerdem ein beeindruckendes Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hass und Ausländerfeindlichkeit.

Damit hat wohl kaum einer gerechnet: Die SWD Powervolleys haben zwar am Dienstagabend in der Arena Kreis Düren gegen die Berlin Recycling Volleys mit 2:3 (25:21, 26:28, 30:32, 25:20, 8:15) verloren, trotzdem aber die Niederlage vom Pokalfinale mehr als wett gemacht und zumindest einen wichtigen Punkt geholt.

Mehr als 2000 Fans, fast alle in den Fan-Shirts mit der Aufschrift „#1für Düren“, erlebten einen Volleyball-Krimi, wie er spannender nicht hätte sein können. Überhaupt war die Partie die perfekte Werbung für den Sport, sie war aber auch ein beeindruckendes Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hass und Ausländerfeindlichkeit. Kurz vor Beginn des Spiels hatte Hallensprecher Helli Schmitz eine entsprechende Erklärung beider Teams vorgelesen. Bei der anschließenden Schweigeminute für die Opfer von Kassel, Halle und Hanau hätte man in der Arena die berühmte Stecknadel fallen hören können – ein absoluter Gänsehaut-Moment.

Aber zurück zum Sport: Die Mannschaft von Trainer Stefan Falter war bei dem wichtigen Ligaspiel gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenersten wie ausgewechselt: Nach der Pokalschlappe, als Spieler und Trainer selbst von einem Klassenunterschied zwischen Berlin und Düren gesprochen haben, präsentierten sich die Powervolleys jetzt als eine Mannschaft absolut auf Augenhöhe. Und mehr noch: Bei Michael Andrei, Sebastian Gevert und Tim Broshog beispielsweise klappte einfach fast alles, egal ob Aufschlag, Annahme oder Block.

Aber auch Körpersprache und Mimik der Spieler waren eine völlig andere als noch vor anderthalb Wochen. Darüber hinaus strahlten Stefan Falter und sein Team eine ungeheure Spielfreunde und Gelassenheit aus – gepaart mit jeder Menge Biss und Aggressivität.

In Durchgang eins ging Düren schnell mit 9:5 in Führung und gab diese Führung auch nicht mehr ab, auch wenn Berlin sich beim Stand von 20:19 bis auf einen Punkt herankämpfte. Dürens Außenangreifer Tobias Brand machte den Punkt zum 22:19, und spätestens jetzt war klar, dass der erste Satz den Dürenern nicht mehr zu nehmen ist.

Die Sätze zwei und drei waren noch enger, aber auch hier galt: Die Powervolleys konnten mithalten. Sebastian Gevert und Tomáš Kocian-Falkenbach, zwei Routiniers im Team der Dürener, fanden zurück zu alter (Aufschlag-)Stärke, aber auch Tim Broshog, Björn Andrae, Michael Andrei, Ivan Batanov und Tobias Brand glänzten mit grandiosem Einsatz und kreativen Lösungen gegen immer noch starke Berliner. Düren gab keinen Punkt verloren und blieb während der gesamten Partie ungeheuer fokussiert.

Im vierten Satz drehte das Team noch einmal auf und gab ab dem 12:11 die Führung nicht mehr aus der Hand. Im Tie-Break zeigte sich dann aber doch die Routine der Berliner, die Hauptstädter gewannen ihn klar mit sieben Punkten Vorsprung.