Schwerer Start : „Oberstes Ziel ist es, die Klasse zu halten“

Schwerer Start : „Oberstes Ziel ist es, die Klasse zu halten“

Der Neuanfang wurde von Komplikationen begleitet. Eine Woche vor Saisonbeginn der Ringer-Oberliga zog sich Martin Otto im Training eine schwere Verletzung zu. Die bittere Diagnose: Riss der Bizepssehne. Die Hauptrunde war für das bundesligaerfahrene Schwergewicht beendet, bevor sie begonnen hatte.

Otto spielte in den Plänen der Verantwortlichen von Eintracht Walheim eine zentrale Rolle, und nicht nur „Spielertrainer“ Yaschar Jamali stellte schnell fest: „Martin wird uns fehlen.“ Das machte sich dann auch in den Kämpfen bemerkbar: Einem Sieg stehen bislang sechs Niederlagen gegenüber. Dass die erste Saison nach dem freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga derart schwierig werden würde, hatte auch Jamali so nicht erwartet. Mit ihm sprach Benjamin Jansen über Verletzungspech, positive Überraschungen sowie lang- und kurzfristige Ziele.

Herr Jamali, Ihre Mannschaft liegt nach sieben Kampftagen auf dem vorletzten Platz. Hätten Sie gedacht, dass die Saison so kompliziert werden würde?

Yaschar Jamali: Eigentlich nicht. Wir hatten viel Verletzungspech, der Ausfall von Martin Otto hat uns schwer getroffen. Er wäre in dieser Saison ein absoluter Punktegarant gewesen, und mit ihm hätten wir die drei knapp verlorenen Kämpfe gewinnen können. Wir ringen in dieser Saison sozusagen ohne Schwergewicht.

Mit Kasim Aras hat ein anderes Schwergewicht den Verein vor Saisonbeginn in Richtung Merken verlassen, zusammen mit Ihrem jüngeren Bruder Purya. Wie schwer wiegen die Abgänge?

Jamali: Natürlich wäre es in der derzeitigen Situation gut, wenn wir Kasim noch hätten. Vor der Saison haben wir aber in dieser Gewichtsklasse fest mit Martin geplant, seine Verletzung hat uns allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Bruder fehlt uns natürlich sehr. Er ist in diesem Jahr Deutscher Junioren-Meister und Vizemeister bei den Männern geworden – so einen Sportler in seinen Reihen zu haben, ist natürlich Gold wert. Aber ich kann ihn auch verstehen, dass er sich mit den Besten in der Bundesliga messen möchte. Das ist auch für seine persönliche Entwicklung sehr wichtig.

Was ist Ihr Ziel für die restlichen drei Kämpfe?

Jamali: Gegen Krefeld müssen wir zu Hause unbedingt gewinnen. Das sind wir unseren Zuschauern schuldig. Eine Woche später, in Hürth, wollen wir dann nachlegen. Zum Abschluss steht dann das Duell mit Neuss an. Wir wollen uns gegen den Tabellenführer teuer verkaufen.

Was stimmt Sie optimistisch, dass Walheim gegen Krefeld gewinnt?

Jamali: Alle sind hochmotiviert. Außerdem haben wir Marcin Kunycs für Sonntag reaktiviert. Er hat schon in der Bundesliga für uns gerungen.

Sie selbst haben von sechs Kämpfen vier gewonnen. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Bilanz?

Jamali: Bisher bin ich ganz zufrieden. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich in einer anderen Stilart ringen muss. Ich bin ja eigentlich Freistiler, muss aber Griechisch-Römisch ringen. Die beiden Kämpfe, die ich verloren habe, waren gegen starke Gegner.

Auch Maximilian Otto, Marco Kreutz und Vitali Stotskii haben sich in dieser als Punktelieferanten erwiesen ...

Jamali: Von Marco Kreutz bin ich sehr positiv überrascht. Er hat erst einen Kampf verloren und diesen auch noch sehr unglücklich. Die ganze Saison über zeigt er tolle Leistungen. Über Max braucht man nicht viel zu sagen: Er ist ein absoluter Routinier, der über viel Bundesligaerfahrung verfügt und in dieser Liga kaum zu schlagen ist. Vitali ist unser Griechisch-Römisch-Spezialist und allein deshalb sehr wichtig für den Verein.

Am Ende der Hauptrunde wird der Eintracht aufgrund des Bundesligarückzuges vier Punkte abgezogen. Die Abstiegsrelegation droht Ihrer Mannschaft ...

Jamali: Das stimmt. Wahrscheinlich stehen uns noch sechs Kämpfe bevor, von denen wir mindestens vier gewinnen wollen und auch müssen. Unser oberstes Ziel ist es auf jeden Fall, die Klasse zu halten. Zumal wir in der kommenden Saison den Plan haben, ganz oben mitzumischen, und vielleicht sogar in die Aufstiegsrunde zu kommen.

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