Alemannia Aachens Nummer Eins: Niklas Jakusch und seine Vorliebe, Verantwortung zu übernehmen

Alemannia Aachens Nummer Eins : Niklas Jakusch und seine Vorliebe, Verantwortung zu übernehmen

„Ich bin ein Spieler, der versucht, mit heißem Herzen, aber kühlem Kopf zu agieren.“ Niklas Jakusch überlegt länger, bevor er seinen Leitsatz preisgibt, mit dem er sich selber als Spieler charakterisiert. Der neue Keeper von Alemannia Aachen, in Bad Segeberg geboren, präsentiert sich eher nordisch zurückhaltend als offen wie Rheinländer, dabei liegen seine Wurzeln in Düsseldorf.

„Meine Familie stammt von hier. Und jetzt hat mich der Fußball hierher geführt.“ Die Begeisterung für Aachen und die Alemannia lockt den 28-Jährigen ein wenig aus der Reserve. „Die Stadt ist schön, ich empfinde ein Gefühl der Dankbarkeit, dass ich für diesen Verein spielen darf.“ Jakusch kam zu Saisonbeginn vom TuS Erndtebrück an den Tivoli. Obwohl Aachens Trainer Fuat Kilic ihm gesagt hatte, dass es einen offenen Konkurrenzkampf um die Nummer eins im Tor geben würde. „Dem Kampf wollte ich mich unbedingt stellen, das war eine Herausforderung“, sagt der Keeper, der sich diesem Kampf fast in seiner gesamten Karriere stellen musste.

Für den 28-Jährigen kommt nur eine Position auf dem Fußballplatz infrage. „Es gab für mich nur Torwart, und das wird es für mich immer nur geben“, betont Jakusch, der mit fünf Jahren beim TSV Kronshagen zwischen die Pfosten ging. Mit zehn Jahren wechselte er zu Holstein Kiel. Dort wurde er — nach Zwischenstationen bei Comet Kiel und VfR Neumünster — 2011 zweiter Keeper hinter Morten Jensen. Auch in den folgenden Spielzeiten bekam er immer einen neuen ersten Mann vor die Nase gesetzt. Im Juli 2016 ging er zum FC Homburg. „Dort wurde ich erstmals als erster Keeper verpflichtet.“ Das war für ihn ein ganz neues Gefühl. 34 Ligaspiele bestritt er in der Fußball-Regionalliga Südwest.

„Ich weiß, als Torwart ist man entweder der Depp oder der Held. Aber diese Position ist für mich etwas ganz Besonderes. Es geht um Verantwortung, große Verantwortung, und der stelle ich mich gerne. Ich finde das toll, aufregend, ich mag das“, spürt man bei Jakusch trotz seiner unaufgeregten Art die Begeisterung. Und die hat ihn auch in den Jahren als zweiter Mann auf der Bank stets angetrieben. „Ich habe immer überlegt, was ich besser machen kann, damit mich der Trainer aufstellt“, gibt Jakusch einen zweiten Leitsatz preis: „Harte Arbeit schlägt Talent auf lange Sicht immer.“Die hat sich in Aachen ausgezahlt, nur in Oberhausen musste er passen. Eine Vase war ihm auf den Fuß gefallen, Daniel Zeaiter musste übernehmen.

Jakusch will seinem Team als letzter Mann Sicherheit geben, Ruhe ausstrahlen. „Ich versuche, von hinten zu coachen, schließlich habe ich da den besten Überblick“, sagt der Keeper, der mit weiten Abwürfen über 60 Meter ein Spiel schnell machen kann. Das soll heute der 1. FC Kaan-Marienborn erleben. „Der Aufsteiger wird uns bestimmt nichts schenken. Aber der erste Heimdreier der Saison muss unser Ziel sein.“

Das sieht auch Fuat Kilic so, warnt aber: „Kaan-Marienborn sucht sein Glück vor allem in Umschaltmomenten, baut auf Konter und seine schnelle Offensive. Diese Stärke müssen wir mit konsequentem Gegenpressing im Keim ersticken“, weiß Aachens Coach, der weiter auf Marc Kleefisch, Alan Stulin und Vincent Boesen verzichten muss. „Wir wollen wie gegen Rödinghausen spielbestimmend agieren und den Trend der letzten drei Spiele mit nur einem Gegentor fortsetzen. Und möglichst zu null spielen“ — so wie zuletzt in Wuppertal (0:0), wo Jakusch zum Matchwinner wurde.

Voraussichtliche Aufstellung: Jakusch — Heinze, Hackenberg, Fiedler — Müller, Bösing, Pütz, Idrizi, Garnier — Glowacz, Imbongo

Schiedsrichter: Julian Engelmann (Iserlohn)

Mehr von Aachener Nachrichten