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Aachen: Nationenpreis: Katrin Eckermann reitet für Deutschland

Aachen : Nationenpreis: Katrin Eckermann reitet für Deutschland

Katrin Eckermann ist eine selbstbewusste junge Frau. Wie es sich denn anfühle, mit Ludger Beerbaum und Daniel Deußer in die deutsche Equipe für den CHIO berufen worden zu sein, will ein Reporter wissen. Die 24-jährige Springreiterin zuckt mit den Schultern. Und lächelt.

„Ich kenne meine Kollegen doch“, sagt sie. „Wir sehen uns quasi jedes Wochenende.“ Eckermann gehört eben dazu, zur ersten Riege der deutschen Springreiter. Den letzten Beweis dafür gab’s am Mittwoch: Für den Shootingstar bleibt’s nicht bei der bloßen Berufung in die Mannschaft, sie muss nicht als Fünfte im Bunde zuschauen.

Katrin Eckermann wird am Donnerstag mit Beerbaum, Deußer und Marcus Ehning um den Nationenpreis reiten. Eckermanns Glück ist Hans-Dieter Drehers Pech: Sein Pferd Embassy hat einen leichten Infekt und kann heute (19.30 Uhr) nicht geritten werden. „Schade, aber es hat keinen Zweck“, sagte der 42-Jährige aus Eimeldingen.

Katrin Eckermann sagt, sie habe alles dafür gegeben, sie habe aber auch ein bisschen Glück gehabt. Und ja, eigentlich sei das Gefühl schon länger „ganz gut“ gewesen. Am Mittwich gab’s dann die frohe Kunde von Otto Becker, dem Bundestrainer der Springreiter. „Katrin, du bist dabei“, könnte er gesagt haben. Oder eben etwas Ähnliches. Die Freude darüber war Eckermann aber erst gar nicht richtig anzumerken. Sie ist fokussiert, „natürlich ist es etwas Besonderes“, sagt sie nur. Und dann ist es doch da: ein Lächeln, das verrät, wie glücklich sie mit der Nominierung ist.

Dass Katrin Eckermann heute mit der deutschen Equipe um den Nationenpreis kämpfen darf, ist irgendwie ein logischer Schritt in ihrer Karriere. Sie kam früh zum Reiten, gefördert von Vater Otmar, einst selbst erfolgreicher Springreiter. Bei den Junioren und Jungen Reitern fuhr sie starke Ergebnisse ein, holte Medaillen bei Deutschen und Europameisterschaften. Und spätestens seit diesem Jahr hat sie sich auch bei den „Großen“ einen Namen gemacht.

„2014 ist bisher einfach gut gelaufen,“ sagt Eckermann. Sie gewann den Großen Preis von Münster, sie siegte beim Hamburger Springen der Global-Champions-Tour. Und vor ein paar Tagen war sie ein Garant für den Erfolg der deutschen Equipe beim Nationenpreis im schwedischen Falsterbo. „Sie hat konstante Leistungen gebracht“, sagt Bundestrainer Becker. Klar, dass er da kaum an der jungen Reiterin vorbeikam.

Und deswegen wird’s heute ab 19.30 Uhr ernst. Dann kommt es auch auf Firth of Lorne an, Eckermanns Pferd, ein zehnjähriger Hannoveraner Fuchshengst. „Er fühlt sich in Aachen sehr wohl“, sagt die Reiterin. Sorgen klingen anders, obwohl es für das Duo im Preis des Handwerks am Mittwoch mit vier Fehlerpunkten nur zu Platz 37 reichte.

Sie ist überzeugt von der Leistungsfähigkeit ihres Kompagnons. Und von ihrer eigenen. „Aachen ist für uns Reiter immer ein Highlight.“ Natürlich, da sei man ein bisschen nervöser als sonst. Aber das sei ein Druck, der beflügele. Sie will ihr Bestes geben, ihre Berufung in die Equipe rechtfertigen, das ist doch klar.

Es kommt ein hartes Stück Arbeit auf die deutschen Springreiter zu, eine Top-Platzierung werden sie nicht im Vorbeigehen einreiten können. Vor allem die Konkurrenz aus Belgien, der Schweiz und den Niederlanden ist stark. Eckermann beschwört daher den Teamgeist der Equipe. „Wir müssen als Mannschaft funktionieren“, sagt sie.

Die Reiter müssten sich gegenseitig antreiben. „Wir sind stark“, sagt sie. „Wenn wir zusammenarbeiten, dann haben wir eine Chance ganz oben zu stehen.“ Selbstbewusst eben.

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