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Zolder: Michael Rich, der „ewige” Zweite

Zolder : Michael Rich, der „ewige” Zweite

Irgendwie machte Michael Rich (Waldkirch) nicht den Eindruck, als sei er gerade Vizeweltmeister im Zeitfahren der Radprofis geworden. Den Mann vom Team Gerolsteiner wurmte etwas.

„Es ist schon ein bisschen ärgerlich, wenn man innerhalb von zwei Jahren zweimal nur um Sekunden am Titel vorbeifährt”, sagte Rich am Donnerstag in Zolder, wo er nur dem kolumbianischen Spezialisten Santiago Botero den Vortritt lassen musste.

Vor zwei Jahren war nur der Ukrainer Sergej Gontschar schneller gewesen als Rich. Gerade einmal acht Sekunden trennten ihn und den Sieger gestern voneinander. Auf den dritten Platz fuhr auf dem 40,4 Kilometer langen Kurs der Spanier Igor Gonzales Galdeano.

„Nach Monaten der Vorbereitung fällt schon Druck von einem ab, wenn man die Medaille holt, die einige von einem erwarten”, sagte (der am Ende dann doch glückliche) Rich.

Und: „Die Strecke war schwierig - vor allem nach den vielen Richtungswechseln wieder auf Tour zu kommen, war etwas problematisch. Aber ich bin erleichtert.”

Die fehlenden Sekunden hatte er nach eigener Einschätzung zu Beginn des Rennens liegengelassen: „Ich denke, ich bin zu schnell losgefahren, während Santiago sich die Kräfte wohl rationaler eingeteilt hat.”

Ob es ein Vorteil gewesen wäre, hinter Botero zu starten, vermochte Rich nicht zu sagen: „Eine Hypothese. Ich habe 100 Prozent gegeben.” BDR-Vizepräsident Olaf Ludwig hatte „eine ohne Zweifel ganz starke Leistung von Rich” gesehen. „Botero war eben einen Hauch besser.”

Der fünftplatzierte Uwe Peschel (Scheidegg) hatte Pech: Nach neun Kilometern brach der Überwerfer der Gangschaltung. „Auf dem Ersatzrad war bald die Moral weg”, sagte er. Dennoch sorgte das BDR-Duo mit Silber und Platz 5 für ein ausgezeichnetes Ergebnis.