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Aachen/Belek: Meijer im Interview: Trainingslager ohne Vertragsgespräche

Aachen/Belek : Meijer im Interview: Trainingslager ohne Vertragsgespräche

Die türkische Riviera hatte vorübergehend ihre Attraktivität als Winter-Trainingslager verloren. Günstig zwar immer noch, doch Qualität und Service wurden von Jahr zu Jahr schlechter.

Das hat sich geändert, deutsche Fußballklubs entdecken den Küstenstreifen am Mittelmeer wieder: Alleine elf Zweitligisten reisen in diesem Monat nach Antalya, Belek oder Side. Dort, im Sensimar Resort & Spa, kam am Sonntagabend Alemannia Aachen an. Im Interview redet Manager Erik Meijer von einer der wichtigsten Vorbereitungen der Klubgeschichte.

Herr Meijer, warum diesmal wieder die Türkei statt Spanien oder Portugal?

Meijer: Das hat preistechnische Gründe. Die Plätze sind gut, es gibt viele Plätze, und wir sind in einem ganz neuen Hotel, das erst 2009 eröffnet wurde. Ich war gleich davon überzeugt, nachdem ich es mir angesehen hatte. Mit unserer Teilnahme an den beiden Hallenturnieren ist das Trainingslager finanziert - das wird die Kämmerin der Stadt Aachen sicher gerne hören und lesen.

Haben Sie die Wettervorhersage angeschaut?

Meijer: Frisch und sonnig.

Werder Bremen, Dauergast in der Türkei, berichtete, das Wetter sei noch nie so schlecht gewesen wie in diesem Jahr.

Meijer: Deshalb sind wir ja auch etwas später hier... Dieses Wetter können wir nicht mehr bekommen. Es wird alles gut.

Keine Reise ins Ungewisse? Die Mannschaft bereitet sich für den sportlichen Klassenerhalt vor, doch in der Heimat ist immer noch nicht geregelt, dass eine Teilnahme am Lizenzierungsverfahren überhaupt Sinn macht.

Meijer: So wie Frithjof Kraemer sich nicht ins Sportliche einmischt, mische ich mich nicht in seinen Bereich ein. Ich mache mir da nicht so viele Gedanken. Es ist unsere verdammte sportliche Pflicht, das Maximale aus der Rückrunde herauszuholen und noch ein paar mehr Teams hinter uns zu lassen.

Was erwarten Sie von der Woche?

Meijer: Dass die Truppe geschlossen dasteht, gut arbeitet. Dass Albert Streit und Anouar Hadouir ihr Niveau erreichen. Es ist die erste Vorbereitung unter Friedhelm Funkel mit drei seriösen Tests gegen Aue, Innsbruck und Bochum. Der Trainer wollte das so haben, um Sachen besser einzuspielen.

Vier Torhüter und 22 Feldspieler sind dabei - Bilal Cubukcu und Lennart Hartmann fehlen.

Meijer: Der Trainer musste entscheiden. Wir konnten nicht alle mitnehmen, sind hier mit weniger Leuten als im Sommer. Bilal und Lennart trainieren in Aachen mit der Zweiten Mannschaft.

Wird der Manager Meijer wieder beim Torabschluss-Training auf dem Platz stehen?

Meijer: Fußball- und Laufschuhe habe ich dabei. Wenn es gefragt ist zu zeigen, wie das in Wirklichkeit aussehen soll, dann mache ich gerne mit...

Und der ehemalige Stürmer Erik Meijer gibt dem NRW-Liga-Stürmer Daniel Engelbrecht noch ein paar Tipps, damit er den Sprung zu den Profis schafft?

Meijer: Ich werde ihm ein paar Dinge aus meiner Erfahrung heraus erzählen. Bei Daniel gibt es sicher noch etwas zu bearbeiten.

Wir unterstellen mal, dass Alemannia finanziell und sportlich die Kurve kriegt: Werden Sie hier in Side schon Vorarbeit für die nächste Saison leisten? 15 Verträge laufen im Sommer aus.

Meijer: Nein, zu diesem Thema werde ich mit keinem Spieler ein Gespräch führen. Das werde ich nicht zu früh machen.

Wann sagen Sie: Dieses Trainingslager war ein richtig gutes Trainingslager?

Meijer: Das werden wir erst sehen, wenn wir eine gute Rückrunde spielen. Dafür ist die Vorbereitung die Basis.

1. FC Köln verstößt gegen den Vertrag

Die (verlorene) Partie gegen eine Nachwuchsmannschaft des 1. FC Köln vom Freitagabend hat wohl ein Nachspiel.

Aachens Trainer Friedhelm Funkel, der erst kurz vor Spielbeginn über die Planänderung informiert wurde, fand es „ärgerlich”, dass der rheinische Rivale nur eine Ersatzelf aufgeboten hatte. Erik Meijer sprach von einer „respektlosen” Aktion.

Kurzfristig hatte Kölns Trainer Stale Solbakken entschieden, die A-Mannnschaft zu Hause zu lassen, konnte Manager Volker Finke nur etwas hilflos mitteilen. Der Gast wurde damit vertragsbrüchig, denn festgelegt war, dass Köln mit der „stärksten Elf” am Tivoli auflaufen sollte. Bei einer Tasse Kaffee will Meijer mit seinem Kölner Kollegen den Vorgang zeitnah bereden.