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Aachen: Mark Hollis plant den ganz großen Coup auf dem Katschhof

Aachen : Mark Hollis plant den ganz großen Coup auf dem Katschhof

Ein bisschen Kultur, ein bisschen Stadtgeschichte darf‘s auch für Stabhochspringer sein. Als Mark Hollis gestern das erste Mal auf den Katschhof kommt, lässt er erst einmal den Blick schweifen, über Aachens Dom, über das Rathaus, „es ist wunderschön hier“, sagt er dann.

Und die kurze Erklärung, was es mit den Gebäuden denn so auf sich hat, reicht für ein erstes Zwischenfazit: „Eine sehr schöne Stadt mit sehr schöner Architektur.“

Mark Hollis ist jedoch nicht wegen Aachens schöner Bauwerke und ihrer reichhaltigen Geschichte in die Kaiserstadt gekommen, er ist gekommen, um heute das 10. Net­Aachen-Domspringen der Alemannia zu gewinnen. „Natürlich ist der Sieg mein Ziel“, sagt er, sein momentan (zurecht) großes Selbstbewusstsein kann der Amerikaner dabei kaum verbergen. Vor wenigen Wochen war dieser Hollis in Europa noch weitgehend unbekannt, jetzt hat er sich einen Namen gemacht. Mitte Juli gewann der US-Boy beim Meeting in Landau mit 5,83 Metern; ein paar Tage später war er mit 5,75 Metern auch in Leverkusen nicht zu schlagen. Und nun — so ist das im Sport nun einmal — gilt Hollis auch als großer Favorit auf den Titel beim Domspringen. Seine Ziele? „Ich würde meine persönliche Bestleistung gerne steigern.“ 5,85 Meter, vielleicht 5,90 Meter. „Und warum sollte ich — wenn‘s gut läuft — nicht den Meeting-Rekord von 6,01 Metern angreifen?“ Hollis sagt das zwar mit einem Augenzwinkern, zuzutrauen ist ein solcher Satz auf jeden Fall.

Eine Ein-Mann-Show wird es zwischen Dom und Rathaus aber nicht geben, das weiß der Zweite der Weltjahresbestenliste auch selbst. Von den besten Fünf dieser Saison sind vier in Aachen am Start, „das Teilnehmerfeld ist wirklich sehr stark“, sagt Hollis. „Wir werden uns gegenseitig pushen und einen tollen Wettkampf abliefern.“ Einen Wettkampf, auf den er sich freut. Sein Trainer Jeff Hartwig, ein ehemaliger Sechs-Meter-Springer, hat 2008 seine Karriere auf dem Katschhof beendet, „und er hat mir erzählt, dass das Domspringen der beste Wettkampf der Welt ist.“ Net­Aachen-Chef An­dreas Schneider huscht bei diesen Worten ein Lächeln über die Lippen, „natürlich macht uns das stolz.“ Einen Favoriten hat er (trotzdem) nicht, „ich drücke allen Springern die Daumen.“