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Aachen: Malgorzata Plebanek spielt bei Alemannia als Volleyball-Profi

Aachen : Malgorzata Plebanek spielt bei Alemannia als Volleyball-Profi

Die deutsche Sprache bereitet Malgorzata Plebanek noch einige Probleme. Doch auch wenn die polnische Außenangreiferin der Volleyballerinnen von Alemannia Aachen schon jetzt wüsste, was Geduld und Gelassenheit bedeuten, die beiden Worte würden im Sprachschatz der 27-Jährigen keine große Rolle spielen.

Den aggressiven und pushenden Eindruck, den sie bei den Spielen auf dem Platz hinterlässt, lebt sie auch im normalen Leben - und so musste sich der Christbaum eben mal schnell zwischen zwei Trainingseinheiten dem Schmücken unterziehen. „In Polen wird das ganz gerne gesehen, wenn man auf dem Feld aggressiv auftritt”, schildert „Goschka”, wie sie nicht nur von ihren Kolleginnen bei den „ladies in black” genannt wird ihre Erfahrungen bei Visla Krakau und KS Piast Stettin. Und diese Präsenz im 9x9-Meter großen Volleyball-geviert war auch ausschlaggebend für die Verpflichtung der 28-Jährigen. „Sie hat eine sehr gute Einstellung und hat sich beim Probetraining kämpferisch stark präsentiert”, beschreibt Teammanager Andr? Schnitker das erste Kennenlernen.

Ganz problemlos verlief die bisherige Saison für Malgorzata Plebanek bislang nicht in Aachen. Ein Grund: Eine Operation am Meniskus zog sie für drei Monate aus dem Verkehr. „Die Ärzte hatten mir zwar schon wieder grünes Licht gegeben, aber letztendlich bin ich wieder zu früh wieder eingestiegen”, bewertet der Volleyball-Vollprofi im Nachhinein die Entscheidung. Noch bestehende Defizite in der Sprunghöhe nehmen ihren Schmetterschlägen die Durchschlagskraft: „Und weil ich meine Form noch nicht gefunden habe, kann ich auch noch nicht die Rolle in der Mannschaft spielen, die ich mir vorstelle.”

Ein weiterer Grund: zwei völlig unterschiedliche Volleyball-Welten in Polen und Deutschland, die „Goschka” Plebanek bei ihrer ersten Auslands-Station kennengelernt hat. „In Polen ist der Trainer Gott und hat absolut das Sagen. Es gibt kein Diskutieren, das ist ein völliger Unterschied, der Trainer gibt alles vor”, beschreibt sie die Spielkultur in ihrem Heimatland. Doch nicht nur der Mann an der Seitenlinie, auch die Fans verhalten sich in Aachen anders als in Krakau oder Stettin. „Die Mentalität ist eine völlig andere. In Polen bekommt man als Spieler von den Fans einen dummen Spruch reingedrückt, wenn es nicht läuft, hier wird einfach fröhlich weitergefeiert”, meint das 1,82 Meter große Energiebündel.

Am heutigen Samstag unternimmt die Mannschaft von Alemannia Aachen den neunten Versuch, in der Ersten Liga endlich zu Punkten zu kommen. Und der Gegner - das Allgäu Team Sonthofen - ist kein Unbekannter. Im Pokal unterlagen die Alemanninen auswärts mit 1:3, in der Liga soll der Spieß nun rumgedreht werden. „Mit Sonthofen haben wir noch eine Rechnung offen”, erinnert sich Malgorzata Plebanek an das erste Aufeinandertreffen. „Jetzt wollen wir gegen Sonthofen eine Revanche haben.” Vielleicht haben ja nach dem letzten Ballwechsel nicht nur die unermüdlichen Fans etwas zu Feiern, sondern auch die Mannschaft, wenn der Knoten einmal geplatzt ist. „Es gibt eine psychische Barriere”, schätzt auch „Goschka” Plebanek ein, dass es eine hohe Hürde gibt, die sich durch verstärktes Sprungkraft-Training nicht überwinden lässt, „aber wenn die beseitigt ist, werden wir auch gewinnen.”