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Aachen: Magnus Larsson: Letztes Match in Aachen?

Aachen : Magnus Larsson: Letztes Match in Aachen?

Magnus Larsson ist ein richtiger Schwede: höflich, zurückhaltend und vor allem ehrlich.

„In den letzten drei Jahren habe ich nicht so viel und vor allem nicht so gut gespielt”, erzählt er ganz unverblümt von seinem sportlichen Niedergang, der ihn als Nummer 148 der Welt nach Aachen führte.

Die größten Erfolge des 1,93 Meter langen Tennis-Profis liegen mittlerweile acht Jahre zurück. 1994 gewann er den renommierten Grand-Slam-Cup, feierte im gleichen Jahr den Davis-Cup-Sieg an der Seite des großen Stefan Edberg. „Der größte Triumph”, betont er noch heute stolz. Wenig später meldete sich jedoch der Körper zu Wort.

Hier ein Wehwehchen, dort eine kleine Verletzung verhinderten den Sprung nach ganz oben. Immerhin schloss Larsson das Kalenderjahr 1995 auf Rang 10 der Weltrangliste ab.

Dann machte das Knie schlapp und legte den Rechtshänder mit der präzisen beidhändigen Rückhand für ein halbes Jahr auf Eis. Larsson kam wieder, doch sein letzter Turniersieg liegt mittlerweile zwei Jahre zurück. Es war ein kleines Turnier in Heilbronn. „Ich würde gerne besser spielen, aber es geht irgendwie nicht”, erzählt der Bundesligaspieler in Diensten Krefelds ohne Schönfärberei.

Das unspektakuläre Spiel des blonden Hünen blitzt nur noch selten auf. Das Karriereende naht. „Vielleicht spiele ich hier mein letztes Turnier, mein letztes Spiel”, wird seine Stimme nachdenklicher.

Allein der Körper darf entscheiden, ob Larsson auch im nächsten Jahr professionell Tennis spielt.

Am Brüsseler Ring war schon in der zweiten Runde Endstation: Nach seinem Auftakt-Erfolg gegen Hendrik Dreekmann scheiterte der Skandinavier mit 6:3, 5:7, 4:6 am Belgier Dick Norman.

Mehr als fünf Millionen Dollar hat Larsson in 13 Profijahren erspielt (der erste Turniersieg war 1990), sich in seiner schwedischen Heimat mit einem Restaurant eine zweite Existenz aufgebaut.

Wie der Zufall so will, eine nette Parallele zu Hendrik Dreekmann. „Vielleicht studiere ich oder werde Fernsehkommentator”, blickt Magnus Larsson voraus.

Dem Tennis will er allemal treu bleiben. „Wir haben viele hoffnungsvolle Talente, denen ich helfen könnte”, möchte er als Nachwuchstrainer arbeiten - in Teilzeit. Schließlich soll auch noch ein wenig Zeit für Töchterchen Rebecca bleiben.

Ergebnisse, Spiele

ATP-Challenger-Turnier in Aachen (75 000 Dollar), 1. Runde: Larsson (Schweden) - Dreekmann (Bielefeld) 6:3, 6:7 (5:7), 6:1, Bastl (Schweiz) - Eschauer (Österreich) 7:6 (7:4), 6:7 (3:7), 6:4 2. Runde: Waske (Frankfurt/Main) - Suzuki (Japan/Nr. 8) 6:2, 7:6 (8:6), Kohlmann (Hagen) - Petzschner (Bayreuth) 6:3, 6:3, Sluiter (Niederlande/Nr. 1) - Ketola (Finnland) 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4)


Doppel, 2. Runde: Kitinov/Perry (Maze- donien/Australien) - Stauder/Waske (Deutsch- land) 7:6 (7:5), 6:4, Beck/Voltchkov (Slo- wakei/Weißrussland) - Groen/Sluiter (Nieder- lande) 6:1, 7:6 (7:3)

„Lambertz Open by Stawag” heute, u.a.: Kindlmann (Deutschland) - Karlovic (Kroatien) ab 13 Uhr; Bastl - Voltchkov nicht vor 17 Uhr

Hinweis: Spielbeginn am Freitag erst um 18 Uhr

Tomas Behrend (Alsdorf) zog nach einem Kapselanriss im Fuß zurück.