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Aachen: Lennon verteidigt Weltmeistertitel nicht

Aachen : Lennon verteidigt Weltmeistertitel nicht

Eine Longlist ist, wie der Name schon sagt, von Natur her lang. Der Springausschuss nahm es nach den Deutschen Meisterschaften in Münster wörtlich.

Er benannte zum Nennungsschluss für die WM in Aachen eine lange Liste von Springreitern getreu dem viel zitierten Ausspruch: „Man weiß ja, wie schnell sich ein Pferd verletzten kann.”

Die Equipe steht ja bereits seit Mitte Juni mit Marcus Ehning mit Gitania und Küchengirl, Ludger Beerbaum auf LEspoir, Marco Kutscher mit Montender, Christian Ahlmann mit Cöster und Meredith Michaels-Beerbaum mit Checkmate fest.

Die Reserveliste wird angeführt von Ehning, Beerbaum, Kutscher und Michaels-Beerbaum. Nein, kein hitzebedingter Irrtum - mit ihren Pferden Sandro Boy, Gladdys und Enorm, Cash sowie Checkmate stehen vier der top Five-Reiter auch auf der Reserveliste. Wenig Chancen also für die anderen, beim Ausfall eines nominierten Pferdes in die Bresche springen zu können.

„Falls jemand ausfallen sollte, wäre ich bereit”, sagte René Tebbel, frisch gebackener Deutscher Meister, der nur einen Platz auf der Reserveliste bekam. „Ich werde Coupe de Coeur so weiter trainieren, dass ich für die WM bereit bin.”

Neben Tebbel verhelfen Ulrich Kirchhoff mit Carino, Holger Wulschner mit Clausen, Heinrich-Hermann-Engemann mit Aboyeur und Pia-Luise Aufrecht mit Abrisca der Longlist zu ihrem Namen.

Auch die Equipen der Konkurrenten nehmen konkrete Formen an. Fest steht, dass Weltmeister Dermott Lennon seinen Titel in Aachen nicht verteidigen wird. Der Ire hatte 2002 in Jerez de la Frontera mit Liscalgot gewonnen, doch kurz nach der WM hatte sich seine jetzt 15-jährige Stute verletzt und ist nicht mehr in Tritt gekommen. Und einen adäquaten Ersatz hat der 37-jährige Ire nicht.

Portugal schickt eine bestens bekannte Einzelreiterin nach Aachen: Luciana Diniz. Vor der WM hat die Brasilianerin sich ihrer portugiesischen Wurzeln entsonnen und die Nationalität gewechselt. Das ist heute im Sport, und zuletzt gerade im Springsport, nichts Neues.

Die Ukraine schickt mit Katharina Offel eine Ex-Deutsche Meisterin sowie mit Jean-Claude Vangeenberghe und Gregory Wathelet zwei Belgier. Das Trio, das unlängst Dritter im Nationenpreis in Belgien war, soll noch vor der WM zum Quartett werden - wahrscheinlich aufgestockt durch einen weiteren - bisher - deutschen Reiter.