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Aachen: Lateinformation will eine Top-Leistung zeigen

Aachen : Lateinformation will eine Top-Leistung zeigen

Da steppte selbst der Bär — und der Matrose hatte seinen Spaß daran, auch wenn er nicht gestattete, dass das possierliche Tierchen aus der Reihe tanzte. Karnevalssamstag — das Rheinland war in Feierlaune, doch für die Tänzer der FG Tanzsportzentrum Aachen/TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß war wie immer Training angesagt.

Seriös wurde gearbeitet, auch wenn die jecken Rheinländer die Trainingseinheit in Kostümen absolvierten. Rico Grein, Co-Trainer von Oliver Seefeldt, nahm es gelassen und stand seinem Team als Matrose vor. Spaß muss natürlich sein, doch am Samstag wird es dann richtig ernst: Bei seiner vierten Station macht die Bundesliga der Lateinformationen am Samstag Halt in der Arena Kreis Düren. Los geht es um 19 Uhr.

„Unser Lohn ist der Beifall.“ Und der ist beim Heimturnier der FG in Düren garantiert. Torben Bölk, Kapitän der Aachener Tänzer, ist die Vorfreude auf den Samstag anzumerken: „Düren ist immer das schönste Turnier der Liga, die Stimmung ist toll.“ Auch weil das faire rheinische Publikum, das die FG stets feiert, bei allen Formationen nicht mit Beifall geizt. Die Vorfreude ist auch bei den Tanzsportfans groß, ist das Bundesliga-Turnier doch die erste Möglichkeit, Aachen/Düsseldorf live in der Region tanzen zu sehen. Vor gut neun Monaten wurde die Mannschaft an gleicher Stelle Europameister, verwies Weltmeister GGC Bremen A auf den Silberrang.

Beide Top-Formationen zeigen in dieser Saison eine neue Choreographie: Während Roberto Albanese mit seinen Bremern eine neue Variante der „Westside-Story“ aufs Parkett zaubert, entführen Oliver Seefeldt und seine Tänzer auf die großen Showbühnen dieser Welt. Heraus kam mit „Showstars — Rise and Shine“ eine wunderschöne Choreographie mit vielen Einfällen und einer tollen Musik, die das Publikum schon bei der DM und WM begeisterte.

Das Publikum tobt, die Wertungsrichter sind zurückhaltender. Nach Platz 4 bei der WM sind Aachen/Düsseldorfs Chancen gering, trotz bester Leistungen an Weltmeister Bremen A vorbeizukommen. Jeweils Platz 2 sprang bei den ersten drei Stationen heraus, doch musste man Zweierwertungen an Bremen B abgeben. Das soll sich in Düren auf keinen Fall wiederholen. „Wir wollen Platz 2 unterstreichen und mit einer Top-Leistung vielleicht auch eine Einserwertung holen“, fordert FG-Cheftrainer Oliver Seefeldt. Beim letzten Turnier in Bochum war der 44-Jährige nach der Vorrunde gar nicht zufrieden gewesen. „Nach zwei tollen Trainingseinheiten hat die Mannschaft gehemmt getanzt, da war ich schon sauer.“ Sein Team riss sich am Riemen und zauberte ein richtig gutes Finale aufs Parkett. „Sehr gut“, befand Seefeldt schließlich versöhnt.

Trotz Karneval hat das Team hart gearbeitet, weiter an den Schwierigkeiten wie dem Round-about und den Pirouetten gefeilt, denn in Düren soll alles perfekt klappen. „Wir haben unheimlich hart weiter an der Synchronität gearbeitet“, berichtet Bölk, und das begleitende Seufzen unterstreicht, wie hart das Training war. „Unser Ziel ist es, in Düren fehlerfrei zu tanzen und keine Schwächen zu zeigen.“

Bremen B, das die Erfolgschoreographie „Final Countdown“ tanzt, soll diesmal klar distanziert werden. „Ich habe das Team in Mülheim gesehen, da ist für mich aber ziemlich viel Gehetze auf der Fläche, kein ruhiges, gutes Tanzen. Die Wertungen kann ich nicht nachvollziehen“, hält sich Seefeldt wie gewohnt mit Kritik an der Konkurrenz zurück. „Und wenn man uns vorwirft, wir würden zu viel Show machen, seien zu wenig tänzerisch, kann ich das nicht nachvollziehen.“ Der Kampf um die ersten drei Plätze wird also am Samstag richtig spannend.