Pokal-Viertelfinale: Ladies in Black in Fünfsatzkrimi zum Sieg gegen Suhl

Pokal-Viertelfinale: Ladies in Black in Fünfsatzkrimi zum Sieg gegen Suhl

Um ein Haar wäre die kleine belgische Delegation mit Dieter Lenders, Manager von Noliko Maaseik, an der Spitze umsonst zum Pokal-Viertelfinale der Ladies in Black Aachen gegen den VfB Suhl angereist.

Denn lange sah es so aus, als sei das Viertelfinale Endstation für die Mannschaft von Trainerin Saskia van Hintum. Doch nach fast zweieinhalb Stunden und einem wahren Volleyball-Krimi gingen die Ladies doch mit 3:2 (25:27, 24:26, 25:20, 25:23, 18:16) als Sieger vom Platz und treffen nun im Halbfinale auf den MTV Stuttgart – voraussichtlich in der Ausweichhalle in Maaseik.

Lenders und die anderen 840 Zuschauer erlebten eine Begegnung, deren Dramarturgie sicher nichts für schwache Nerven war. Die Aachenerinnen lagen schnell mit 6:1 gegen die Gäste aus Thüringen, die erst am Nachmittag nach stundenlanger Busfahrt direkt zur Halle angereist waren, in Front.

Und irgendwie konnte man dann den Eindruck gewinnen, dass die Gedanken schon Richtung Humba und Siegesfeier abschweiften. Die Suhlerinnen fanden jedenfalls immer besser in die Begegnung, zeigten über schnelle Angriffe über die Mitte durch McKenzie Jacobson und über Außen durch Tereza Patockova die Schwächen in der Aachener Feldverteidigung auf. Hinzu kam kurz vor dem Weihnachtsfest ein wahrer Geschenkesegen, denn die Aachenerinnen leisteten sich 20 Aufschlagfehler  – fast ein kompletter Satz.

So konnten die Ladies zwar zwei gegnerische Satzbälle im ersten Durchgang abwehren, doch ein Block gegen Marrit Jasper und ein verschlagener Angriff von Maja Storck brachten dennoch das 27:25 für die engagiert zu Werke gehenden Gäste. „Wir hatten den Spielerinnen  gesagt, dass wir in Aachen nichts zu verlieren haben, dass sie kämpfen und alles geben sollen“, beschrieb Suhls Co-Trainerin Miroslava Lauerkova die Vorgaben.

Ein einfaches Konzept, das auch im zweiten Satz funktionierte. Die Aachenerinnen führten 16:13 und 19:16, mussten dann aber bei 20:21 den Gästen die Führung überlassen. Diesmal scheiterte Diagonalangreiferin Taylor Agost am Suhler Block, mit 26:24 ging auch dieser Satz an die Gäste.

Van Hintum nutzte die folgende Zehn-Minuten-Pause zu einer energischen Ansprache an das Team, doch vor allem machte sich die Einwechslung von Außenangreiferin Nicole Oude Luttikhuis vor dem dritten Satz bezahlt. Die 20-Jährige brachte Stabilität in die Annahme und ermöglichte Zuspielerin Denise Imoudu so eine variantenreichere Regie. „Wir hatten große Probleme mit den Aufschlägen und haben den Gegner so stark gemacht“, meinte Oude Luttikhuis.

Aachen fing an zu fighten, lag in den folgenden beiden Sätzen zwar erneut 17:21 zurück und zeigte sich dann am stärksten, als schon kaum einer in der Halle mit dem Comeback rechnete. Jodi Guilliams machte den entscheidenden Punkt zum 25:23, der das 1:2 bedeutete.

Von nun an hatten die Ladies noch größeren Rückenwind  und vor allem das Publikum wieder geschlossen hinter sich. Mit klarem Vorsprung holten die Ladies den Satzausgleich und erzwangen den Tiebreak. Zwei starke Blocks gegen Anniek Siebring ließen die Fans schließlich jubeln. „Wir haben nicht das aufs Feld gebracht, was wir können“, war Sportdirektor Sebastian Gutgesell trotz des Erfolgs nicht zufrieden.

(rom)
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