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Köln: Köln schlägt Spitzenreiter und sieht wieder Licht

Köln : Köln schlägt Spitzenreiter und sieht wieder Licht

Die Erleichterung stand Stephan Baeck nach dem Spiel deutlich ins Gesicht geschrieben. Mehr noch, der Coach von RheinEnergie Cologne durfte sich seit langer Zeit wieder einmal über einen wirklich überzeugend herausgespielten Sieg seines Teams in der Bundesliga freuen, und das auch noch gegen den Tabellenführer aus Bonn.

15 108 Zuschauer in der Kölnarena - so viele wie noch bei keinem Bundesligaspiel in dieser Saison - sahen eine über weite Strecken zerfahrene und von Nervosität geprägte Begegnung, die Köln nach hartem Kampf mit 77:66 verdient für sich entscheiden konnte.

Zu Beginn war Köln schnell mit 15:0 in Führung gegangen, geschlagene viereinhalb Minuten brauchten die vollkommen konsterniert wirkenden Telekom Baskets aus Bonn, um ihre ersten Punkte zu erzielen. Mitte des zweiten Viertels jedoch waren die Gäste herangekommen und gingen erstmals in Führung, weil RheinEnergie zwischenzeitlich vollends den Faden verloren zu haben schien.

Starke Abwehr als Garant für verdienten Sieg

Dass sich Köln am Ende dennoch durchsetzte, lag zum einen an einer überragenden Verteidigungsleistung, angeführt vom nie aufsteckenden Vladimir Bogojevic, die Bonn immer wieder zu Ballverlusten zwang und die normalerweise zuverlässig starken Aufbauspieler Brian Brown und Terrence Rencher fast ganz aus dem Spiel nahm - nur sechs von 24 Würfen der Bonner Guards landeten im Korb.

Zum anderen hatte der Kölner Center Stephen Arigbabu einen echten Ausnahmetag erwischt, an dem ihm von der ersten Minute an alles gelang: "Heute hat irgendwie alles geklappt, vielleicht war ich besonders motiviert”, meinte der Nationalspieler nach der Partie. 23 Punkte und fast schon sensationelle zwölf Rebounds standen für Arigbabu zu Buche, der zudem - für ihn eigentlich völlig untypisch - seine Mitspieler mit unglaublichen Pässen bediente, die selbst noch Magic Johnson oder Larry Bird zur Ehre gereicht hätten.

Nach einer für die Kölner unerfreulichen Durststrecke, in der Stephan Baeck offenbar Probleme hatte, sein Starensemble adäquat zu motivieren und nach Europapokal-Spielen wieder auf den Ligabetrieb einzustellen, sieht der Trainer nun endlich wieder Licht am Ende des langen Tunnels: „Wir haben den Glauben an uns offensichtlich noch nicht verloren. Wir sind heute mit der nötigen mentalen Stärke in die Partie gegangen und haben mit konstant hoher Intensität gespielt.”

Auch wenn Baecks Truppe noch an ihrer viel zu hohen Fehlerquote zu arbeiten hat, der zweite Sieg der Saison gegen den Tabellenführer war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.