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Kaum noch Olympia-Chance für Boxer Abu-Lubdeh

Nach Prügelei : Kaum noch Olympia-Chance für Boxer Abu-Lubdeh

Der deutsche Amateur-Boxer Abdulrahman Abu-Lubdeh hat kaum noch Chancen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. Grund ist eine Prügelei.

Der 25 Jahre alte Halbschwergewichtler aus Berlin hat sich vor zwei Wochen bei einer Prügelei mit drei Männern in Schwerin die Hand gebrochen. Deswegen kann er nicht an der europäischen Olympia-Qualifikation in zwei Wochen in London teilnehmen.

Den in Bonn geborenen Sohn palästinensischer Eltern wird Ibragim Bazuev vertreten. Sollte sich Bazuev qualifizieren, hat Abu-Lubdeh keine Chance auf Tokio. Falls der Kölner die Tokio-Qualifikation aber verpasst, müsste eine Kommission entscheiden, ob Abu-Lubdeh im Mai bei der Welt-Qualifikation in Paris antreten darf. Die Wahrscheinlichkeit ist aber äußerst gering.

Abu-Lubdeh, der während eines Trainingslagers in Schwerin Sportlerkleidung mit dem Aufdruck Deutschland trug, soll bei dem Vorfall auf dem Marienplatz der Stadt von drei Syrern als „Scheiß Deutscher“ beschimpft und attackiert worden sein. „Dann hat er in Notwehr zurückgeschlagen“, sagte Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV), am Donnerstag. Dabei habe er sich die Hand gebrochen. Diese wurde später operiert.

Einer der Männer ist verhaftet worden. Nach den anderen wird gesucht. „Eigentlich müsste man Schadenersatz geltend machen“, sagte Müller. „Eine Olympia-Teilnahme ist zwar ideeller Natur, aber diese riesige Chance ist ihm genommen worden.“

(dpa)