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Aachen: Kai Vorberg ist ein Favorit aus Überzeugung

Aachen : Kai Vorberg ist ein Favorit aus Überzeugung

Vergangene Woche hat er eben noch die Deutsche Meisterschaft gewonnen, sein Zweitpferd im Einsatz. Am Sonntag ist Kai Vorberg, der amtierende Weltmeister im Voltigieren der Männer, nach Aachen gekommen. Einen weiten Weg hat er nicht, Vorberg lebt in Köln.

Trotzdem wollte er die Eröffnungsfeier sehen, die Atmosphäre genießen, Kraft tanken für das, was kommt. Denn heute steht schon der Vet-Check, die tierärztliche Untersuchung, an, dann letzte Trainingseinheiten.

Das umgebaute Dressurstadion, in dem die Volitigier-Wettbewerbe ausgetragen werden, hat Kai Vorberg schon in Augenschein genommen: „Beim CHIO erschien mir der Raum sehr weit, durch das Dach ist es jetzt viel kompakter geworden. Das ist angenehm und schafft mehr Nähe zum Publikum.”

An die Konkurrenz verschwendet Kai Vorberg derzeit keinen Gedanken. Nicht überheblich, aber gelassen gibt er sich. Wer Favoriten-Gehabe argwöhnt, täuscht sich. „Ich nehme die Rolle gerne an, die man von mir erwartet”, sagt der Titelverteidiger schmunzelnd.

Beim Blick auf die Teamwettbewerbe hält sich Kai Vorberg zurück: „Viele Teams sind völlig neu zusammengestellt und haben sich noch nicht verglichen, da ist alles drin”, erklärt er. Aber ein bisschen Daumen drücken für das deutsche Team, diesmal die Voltigierer aus Neuss-Grimlinghausen, muss doch erlaubt sein.

Die Organisation der WM hat für Kai Vorberg bislang wenig Überraschungen zu bieten: „Die Leute, die uns betreuen, sind alle aus der Szene. Und generell muss den Aachener niemand erklären, wie man ein Turnier organisiert.”

Hat der Kölner an seiner Kür, die das Mozart-Jahr in Szene setzt, noch Änderungen vorgenommen? „Ich habe ein neues Trikot, neue Schuhe, und ein paar Effekte zusätzlich eingebaut”, verrät er über den letzten Schliff. Ob zukünftig Voltigieren als Disziplin beim CHIO in Aachen installiert werden sollte, auf diese Frage gibt es für Kai Vorberg nur eine Antwort: „Natürlich, das wäre eine Riesensache”, sagt er, „allerdings hege ich eine gesunde Skepsis, ob es so weit kommt.”

Atemberaubend artistisches Programm

Vier Tage lang, vom 24. bis 27. August, treten die Voltigierer im früheren Dressurstadion an. Die Einzelvoltigierer müssen zuerst eine Pflicht am 24. August turnen, in der die Grundelement wie Aufsprung, Grundsitz, Mühle mit Abgang, Schere oder Stehen gefordert sind.

Es folgt die einminütige Kür am 25. August. In der zweiten Runde wird ein Technikprogramm (26. August) mit fünf Elementen gefordert.

Für die Benotung sind die technische Perfektion, die Interpretation der Musik und die Harmonie zwischen Voltigierer und Pferd ausschlaggebend. Die besten 15 Voltigierer qualifizieren sich für die zweite, ebenfalls einminütige Kür am 27. August.

Auch die Gruppen müssen zuerst einen Pflichtdurchgang (24. August) mit den Grundelementen turnen. Die Pflicht und die erste Kür (26. August) gelten als Qualifikation für die Finalkür (27. August), in der die besten zwölf Teams antreten.

In der vierminütigen Kür präsentieren die Voltigierer ein atemberaubend artistisches Programm, wenn bis zu drei Turner auf dem Pferd Elemente zeigen.