1. FC Köln schlägt St. Pauli 4:1: Jhon Cordoba schnürt den Dreierpack

1. FC Köln schlägt St. Pauli 4:1 : Jhon Cordoba schnürt den Dreierpack

Viel war im Vorfeld geschrieben worden, zum einen über das Duell der beiden Torjäger-Giganten Simon Terodde mit seinen bislang 22 Treffern in der laufenden Saison und Alex „Ich treffe immer gegen Köln“ Meier; zum anderen über den drohenden Absturz des 1. FC Köln aus den vorderen Tabellenrängen und die Chance für den FC St. Pauli, zumindest für eine Nacht die Tabellenspitze zu erobern.

Nun, beide Torjäger lieferten brav jeweils einen Treffer ab, doch da Teroddes Sturmpartner Jhon Cordoba gleich drei Mal für den FC erfolgreich war, kletterte die Mannschaft von Trainer Markus Anfang mit dem 4:1-Erfolg vor 50.000 Zuschauer zurück auf den zweiten Tabellenplatz.

„Jhon hatte eine schwere Zeit in Köln, doch er hat sich reingehängt, hat hart gearbeitet und belohnt sich gerade dafür“, meinte der Kölner Trainer, der eigentlich keinen einzelnen Spieler herausheben wollte. „Das war über 85 Minuten ein richtig gutes Spiel von uns, nach dem 1:0 fehlte uns etwas die Spannung. Ansonsten haben wir kontinuierlich das Tempo und die Konzentration hochgehalten.“

Erstes Ligaspiel für Brodersen

Kurz vor dem Spitzentreffen der beiden Zweitliga-Mannschaften hatte der 21-jährige Svend Brodersen erfahren, dass er in Köln sein erstes Ligaspiel bestreiten würde, denn Stammtorhüter Robin Himmelmann musste mit muskulären Problemen passen. Brodersen trägt den Spitznamen „Schredder“, weil er im eigenen Strafraum keine Freunde kennt, und tatsächlich machte er den Kölner Spitzen trotz drückender Überlegenheit in den ersten 30 Minuten das Stürmerleben schwer.

Die erste Bewährungsprobe bestand der Pauli-Keeper bereits in der zwölften Minute: Der eigene Verteidiger Marvin Knoll verlängerte die Ecke von Johannes Geis gefährlich aufs eigene Tor, doch Brodersen fischte den Ball aus dem Eck. Die FC-Spieler blieben erst mal zweite Sieger, als Brodersen erst einen Freistoß von Geis parierte (18.) und Cordoba dann frei­stehend nach einem Fehlpass von Christopher Avevor abschloss.

Der Neuling musste sich schließlich doch noch geschlagen geben, auch wenn das 1:0 (32.) durch Cordoba, der den Latten-Abpraller von Terodde einschob, in Liga eins wegen Abseits wohl nicht gegeben worden wäre. Die Kölner Freude dauerte jedoch nur sieben Minuten – weil Pauli-Stürmer Meier mit seinen 36 Jahren wohl nicht mehr der Spritzigste, aber immer gedankenschnell ist: Timo Horn im Kölner Tor konnte einen Kopfball von Sami Allagui zwar noch parieren, doch Meier schob den Abpraller zum Ausgleich ein.

Auch kurz nach dem Wechsel zeigte Pauli-Torwart Brodersen noch zwei Glanztaten gegen Dominick Drexler und Terodde (45.), doch was danach folgte, war die Ein-Mann-Show von Jhon Cordoba im Hamburger Strafraum.

Einen Traumpass von Geis in die Tiefe nahm Christian Clemens kurz an, flankte scharf in die Mitte, und der Kolumbianer verwertete die Hereingabe volley zur erneuten Kölner Führung (53.). Die Gäste hatten fast keine Zeit, den erneuten Nackenschlag wegzustecken, denn bereits fünf Minuten später schlug Geis erneut einen präzisen Ball in den gegnerischen Strafraum, Jonas Hector flog unter dem Ball durch, doch Cordoba verwandelte sehenswert per Kopf zum 3:1 (58.) – und verzichtete diesmal zum Glück darauf, erneut das Trikot beim Jubel abzustreifen. Das hatte er schon nach seinem zweiten Treffer getan.

Die verdiente Belohnung holte sich mit seiner letzten Tat auch Terodde ab, der in der dichtgestaffelten gegnerischen Fünferkette einen schweren Stand hatte, sich aber nie zu schade war, defensiv zu arbeiten und Räume zuzulaufen. Terodde ließ mit einer Körperdrehung seinen Gegenspieler Avevor ins Leere laufen und schob zum 4:1-Endstand ein (85.), direkt vor seiner Auswechslung.

„Köln war in beiden Hälften die bessere Mannschaft, hat absolut verdient gewonnen“, gestand nach Spielschluss auch Gästetrainer Markus Kauczinski ein.

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