Aachen: Hallencup: Budenzauber vom Feinsten

Aachen: Hallencup: Budenzauber vom Feinsten

„Jeder blamiert sich so gut er kann.” Ralf Aussem, sonst stets freundlich und jovial, nahm kein Blatt vor den Mund nach dem Vorrundenfinale. Gerade eben hatte der favorisierte NRW-Ligist Alemannia Aachen II gezeigt, was Hallenfußball ausmacht.

Oder besser gesagt, nicht gezeigt. Denn wie man in der Halle agieren muss, demonstrierte am Donnerstag Hertha Walheim vom Feinsten: Mit 5:1 (3:0) gewann der Mittelrheinligist absolut verdient die Vorschlussrunde und zog damit nach Viktoria Arnoldsweiler, TuS Rheinland Dremmen und Alemannia Mariadorf als vierter Teilnehmer in die Endrunde ein. Der Sieger des Hallencups der Sparkasse, den unsere Zeitung ausrichtet, wird am Freitag ab 18 Uhr in der Halle Neuköllner Straße ermittelt.

„Das war sensationell, ich bin total begeistert. Wir haben die richtige Reaktion gezeigt auf unser Vorrundenaus im vergangenen Jahr. Insgesamt haben wir Budenzauber gezeigt, so wie er sein soll”, jubelte Mirko Braun. Dazu hatte der Coach von Hertha Walheim auch allen Grund, denn seine Mannschaft begeisterte im Finalspiel taktisch klug und mit einigen sehenswerten Einlagen, wie einem tollen Fallrückzieher von Thiemo Huppertz zum 3:0. „Das war natürlich eine tolle Aktion. Aber der Schlüssel zu unserem Erfolg hat heute in der guten Defensive gelegen.”

Und durch die fand Alemannia II Donnerstag absolut keinen Weg - auch weil man zu oft versuchte, schönen Fußball zu spielen und lieber den Ball noch einmal quer legte, statt einmal energisch seine Chance zu nutzen. „Nur mit Balla-Balla-Fußball kann man eben in der Halle nicht gewinnen, Spitze, Hacke, eins, zwei drei - das ist nun mal Indoor hier nicht gefordert”, resümierte Aachens Coach Ralf Aussem, dessen Mannschaft im vergangenen Jahr erst im Finale an Mittelrheinligist Germania Teveren gescheitert war, sichtlich enttäuscht und kündigte an: „Dann haben wir am Freitag eben Zeit für eine richtig schöne Laufeinheit.”

In der Vorrunde hatte sich Alemannia II keine Blöße gegeben, 6:2 gegen Bezirksligist Rhenania Richterich, der trotzdem sehr gut dagegenhielt, und 5:2 gegen Westwacht Aachen gewonnen. „Schade, wenn wir etwas mutiger gewesen wären, dann wäre sicher mehr drin gewesen”, zog Landesliga-Coach Frank Küntzeler Bilanz. Trotz der zwei Niederlagen war Gökhan Demirci nicht unzufrieden: „Wir haben gegen die Alemannia nicht schlecht gespielt. Wir mussten uns erst auf die Halle einstellen, das ist ein ganz anderes Spiel. Aber wir haben gut gegengehalten”, meinte der Richtericher Coach, „im zweiten Spiel fehlte es dann an Konzentration.”

2011 hatte sich Walheim noch überraschend in der zweiten Vorrundengruppe dem Bezirksligisten Arminia Eilendorf geschlagen geben müssen, diesmal ließen Heinz Putzier & Co aber nichts anbrennen. Gegen die Bezirksligisten Borussia Brand und SV Eilendorf gab es zwar jeweils nur knappe 2:1-Siege, und die täuschten vielleicht auch Alemannia über die Stärke der Walheimer. „Es war super, meine Mannschaft hat wirklich gut gespielt, das war richtig gut anzusehen”, strahlte Eilendorfs Coach Achim Rodtheut, dessen Mannschaft mit schnellen Aktionen überzeugte. „Da war kein Zwei-Klassen-Unterschied zu Walheim zu sehen”, freute sich Rodtheut, „wir haben es nur leider versäumt, das zweite Tor nachzulegen. Dann wäre eine Überraschung möglich gewesen.”

Die gelang Borussia Brand, jahrelang die gefürchtetste Mannschaft beim Hallencup, nicht. „Unser erstes Spiel war noch ganz in Ordnung. Aber man hat gesehen, dass wir nicht schnell genug umschalten”, bemängelte Brands Obmann Oliver Malleck. „Und es fehlten Anspielmöglichkeiten in den Sturmspitzen.” Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, war auch Keeper Edin Kerla zu verdanken, der gut hielt.

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