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Aachen: „Gänsehaut”-Feeling in der Aachener Soers

Aachen : „Gänsehaut”-Feeling in der Aachener Soers

Spektakulär, bunt und rasant - die Organisatoren der Pferdesport-WM in Aachen haben Wort gehalten und Deutschlands zweitgrößte Sportveranstaltung mit einer stimmungsvollen Feier eröffnet.

„Wir werden herausragenden Sport an einem außergewöhnlichen Turnierort erleben”, sagte Prinzessin Haya bint Al Hussein, die Präsidentin des Weltverbandes FEI.

Passend dazu hatte es zuvor für das deutsche Team eine gute Nachricht von Doppel-Europameister Marco Kutscher gegeben: Der Springreiter hat die ersten Ritte nach seiner Verletzungspause überstanden und darf weiter auf einen WM-Start hoffen.

„Ich habe eine Gänsehaut”, sagte Michael Mronz, Sprecher des Organisationskomitees (OK). „Ich kann es kaum glauben nach fünfeinhalb Jahren Vorbereitung”. Schon vor der eigentlichen Feier war trotz Regens die Begeisterung in dem 40.000 Zuschauer fassenden Stadion groß.

Anschließend gaben 1000 Reiter, Tänzer und Jugendliche sowie 350 Pferde und Ponys bei der 90-minütigen Schau einen Vorgeschmack auf die zwei Wochen in Aachen. „Die WM lebt vom Sport, vor allem aber von den Emotionen”, sagte Frank Kemperman vom OK.

16 Weltmeister in sieben Pferdesport-Disziplinen werden in der Aachener Soers ermittelt. Den Anfang machen am Montag um 6 Uhr morgens die Distanzreiter, die eine 160 Kilometer lange Strecke absolvieren müssen, die auch durch die Nachbarländer Belgien und Niederlande führt. In der ersten Woche werden zudem die Weltbesten in der Dressur, in der Vielseitigkeit und im Voltigieren ermittelt. In der zweiten Woche folgen die Springreiter, die Vierspänner-Fahrer und die Westernreiter (Reining).

Die Fahne beim Einmarsch der deutschen Mannschaft trug Nadine Capellmann. Die Dressurreiterin, die vor vier Jahren in Jerez de la Frontera die Titel im Einzel und mit der Mannschaft gewann, gehört erneut zum Favoritenkreis. Das deutsche Team mit insgesamt 44 Sportlern und 59 Pferden soll bei den Titelkämpfen im eigenen Land für goldenen Glanz sorgen.

„Normalerweise müssen wir ganz vorne sein”, sagte Delegationsleiter Reinhard Wendt zur Nationen-Wertung. Vor vier Jahren hatte die deutsche Mannschaft knapp vor den Franzosen gewonnen. Vier Titel sowie zwei zweite und drei dritte Plätze wies die Statistik aus, obwohl die Springreiter leer ausgegangen waren.

Einer der Höhepunkte des abwechslungsreichen Schauprogramms im Hauptstadion des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) war für Pferdeliebhaber die größte Quadrille der Welt, der erstmalige Auftritt von insgesamt 64 Hengsten der deutschen Landgestüte. Für Musikliebhaber gab es zu Beginn eine Ouvertüre, die der niederländische Komponist Cees Slings eigens für die Eröffnungsfeier geschrieben hat.

Positive Nachrichten gab es zuvor von Marco Kutscher, der am Wochenende das erste Mal nach seiner zweiwöchigen Verletzungspause mit seinem Hengst Montender ritt. „Es sieht gut aus”, sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier (Sendenhorst). „Er hat keine Probleme.” Der Coach zögert die Benennung seines Quartetts aber weiter hinaus. „Wir haben noch Zeit. Marco soll erst noch ein paar Mal richtig springen”, erklärte Gravemeier.

Spätestens am 27. August will er sich entscheiden. Bislang hat der Trainer nur den Weltranglisten-Ersten Marcus Ehning (Borken) und Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) für das Quartett gesetzt. Neben Kutscher hat Gravemeier noch den viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und Christian Ahlmann (Marl), den Doppel-Europameister von 2003, zur Auswahl.

von der Eröffnungsfeier