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Netzschau zum Testländerspiel Deutschland gegen Serbien

Netzschau zum Testländerspiel Deutschland gegen Serbien : Jetzt Reus dich mal zusammen!

Am Mittwochabend startete auch für die Nationalmannschaft das Jahr 2019. Und wie! Nach der Zurücktretung der Weltmeister Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller wurde der große Neustart ausgerufen! In Wolfsburg empfing „Die Mannschaft“ die Serben. War angetan von der Stimmung im niedersächsischen Hexenkessel: unsere Netzschau.

Nach dem Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft im Sommer 2018 (Anmerkung der Redaktion: das Projekt „Titelverteidigung“ fiel damit recht früh ins Wasser) folgte die große Analyse von Bundestrainer Joachim Löw. Also recht spät. Und „groß“ ist auch relativ. Letztendlich hieß es danach nur „Ab sofort, aber bitte mit Sané.“ Zum Abschluss des Jahres gab es dann noch den Abstieg aus Gruppe A der Nations League. Dieser Wettbewerb, den keiner so recht versteht und haben will (außer das eigene Team spielt erfolgreich). Was für ein Schreckensjahr! In 2019 sollte alles wieder besser werden!

Doch kurz vor dem Auftakt in die neue Länderspiel-Saison verabschiedete der Bundes-Jogi die Weltmeister Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus der Nationalmannschaft. Überraschung: Die drei waren davon wenig angetan.

Aber wie heißt es so schön: Show must go on! Zum ersten Kräftemessen in diesem Jahr empfing die DFB-Mannschaft die Serben von Mladen Krstajić, der einst für Werder Bremen und Schalke 04 die Schuhe in der Bundesliga schnürte.

Löws neue Marschrichtung ist mit vielen neuen Gesichtern verbunden. Manch einer sah sogar eine Verbindung zum Austragungsort in Wolfsburg (obwohl kein einziger VfL-Spieler im Aufgebot stand).

Wo wir gerade bei neuen Gesichtern sind: Da Jens Lehmann mittlerweile Hütchen in Augsburg aufstellen muss/darf, musste sich der übertragende Sender RTL einen neuen Experten suchen. Und die Kölner präsentierten Jogis Vorgänger im Amt Jürgen Klinsmann. Erinnerungen ans Sommermärchen wurden wach:

Aber zurück zum gestrigen Abend (auch, wenn gerade Arnes Atem zu spüren ist). Verdiente Spieler werden beim DFB immer gebührend verabschiedet. Also wirklich immer. Da wurde auch bei Hummels, Boateng und Müller nicht an Kosten und Mühen gespart. Was für eine Choreo!

Und das war erst der Auftakt in einen stimmungsvollen Abend. Die Wolfsburger VW-Arena ist ja bekanntlich ein echter Hexenkessel. Da fürchtet sich jeder Gegner. Die Hölle ist ein Ponyhof dagegen. Und wenn dann auch noch die Nationalmannschaft zum Kicken vorbeischaut … Hui!

Aber wir sind ja auch erst am Anfang des Länderspieljahres.

Vorteil: So ist man als Zuschauer noch viel näher dran am Geschehen auf dem Platz.

Leider ist immer einer dabei, der stören muss.

Aber insgesamt lässt sich festhalten, dass sich von dieser Stimmung die meisten Fußballfans etwas abschauen können. Von wegen in Südamerika gehen die Zuschauer auf den Rängen steil. Die Kombination Wolfsburg und DFB sind der neue Standard, was das betrifft.

Gespielt wurde übrigens auch noch. Die Deutschen kamen sogar ganz gut ins Spiel rein. Abstimmungsfehler bei einer neuformierten Mannschaft sind normal, erste spielerische Ansätze waren aber auch zu sehen. Leider fehlte vorne die Durchschlagskraft. Und ein bisschen Fußball spielen können die Serben auch. Vor allem Luka Jović von Eintracht Frankfurt ist aktuell on fire. Folgerichtig erzielte der Stürmer in der 12. Minute den Führungstreffer für die Gäste. Seinen Verein freute es:

Auf deutscher Seite sah man hingegen noch ein wenig Optimierungspotenzial:

Und wirklich besser wurde es mit dem Rückstand zunächst auch nicht.

Aber die Twitter-Gemeinschaft kann nicht nur Kritik, sie liefert auch Verbesserungsvorschläge (auch, wenn der folgende sicher unter Löw ungehört bleiben wird):

Nach dem Seitenwechsel gab es keine der üblichen Wechselorgien, zunächst kam lediglich Borussia Dortmunds Unterschiedspieler Marco Reus auf den Platz, später folgte noch Bayerns Leon Goretzka. Gemeinsam mit dem immer stärker aufspielenden Sané von Manchester City erspielten sich die DFB-Kicker mehrere gute Möglichkeiten. Es war aber lediglich Goretzka ein Tor gegönnt.

Kurz vor Schluss wurde Sané vom eingewechselten Milan Pavkov von den Beinen geholt. Da erinnerte sich dann auch Schiedsrichter Bobby Madden wieder daran, dass er Karten verteilen darf und schickte den Serben mit Rot vom Platz.

Und was bleibt nun von diesem Neuanfang?

Am Sonntag geht es für die Nationalspieler in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 gegen die Niederlande. Im vergangenen November gab es im Rahmen der Nations League ein 2:2. Aber das war vor dem Neuanfang!