Nach dem Eklat: Investor steigt nicht bei Roda Kerkrade ein

Nach dem Eklat : Investor steigt nicht bei Roda Kerkrade ein

Im Sommer noch war Mauricio Garcia de la Vega als großer Retter von Roda Kerkrade vorgestellt worden. Er sollte die etwa 80 Anteile des Vereins aus der zweiten niederländischen Liga von Eigentümer Frits Schrouff übernehmen. Das war der Plan. Am Samstag dann endete die Posse.

Verein und potentieller Klubboss beendeten mit einer gemeinsamen Erklärung die Zusammenarbeit. Ein Anwalt des Mexikaners teilte niederländischen Medien mit, dass sein Mandant auf eine Abfindung verzichten werde.

Als de la Vega am Freitagabend auf dem Flughafen Aachen-Maastricht gelandet war, ging es nur noch um die Details. Exakt eine Woche vorher war die Lage eskaliert. Beim Heimspiel in der Eerste Divisie gegen De Grafschap (1:1) hatte eine Gruppe von Fans den vermeintlichen Heilsbringer aus dem Stadion zur Halbzeit geworfen. Sie schoben ihn in Richtung Ausgang – der Sicherheitsdienst hatte sie nur interessiert beobachtet, aber nicht eingegriffen. Die Aktion schien im Vorfeld abgesprochen. Der vermeintliche Investor stand öffentlich am Pranger, weil er seine finanziellen Ankündigungen angeblich nicht eingelöst hatte. Er soll Roda noch keinen Euro überwiesen haben. Bei Rodas Profis fand die Fan-Aktion keinen Beifall. Trainer Jean-Paul de Rong hatte schockiert auf den Vorfall reagiert. "Wir alle wollen unsere Arbeit unter sicheren Bedingungen erledigen", hatte er gesagt. "Wir können diese Gewalt nicht akzeptieren. Es ist zutiefst traurig."

Der Leumund des Mexikaners hatte schon vorher gelitten. Auch bei seinem vorherigen Klub Real Murcia versperrten ihn die Fans den Zugang zum Stadion, weil sie die angekündigten Investitionen vermissten.

Im Limburg verabschiedete er sich „enttäuscht und mit Schmerzen im Herzen“ mit einer längeren Erklärung auf der Homepage des Zweitligisten. Er wehrt sich gegen den medialen Eindruck, das er unzuverlässig sei: „Als ich zu Roda JC kam, war ich fest davon überzeugt, den Verein auf ein höheres Niveau bringen zu können. Mit viel Energie habe ich eine Mannschaft mit Qualität zusammengestellt, und ich habe auch die Organisation gestrafft. Alles war auf die finanzielle und sportliche Stabilität von Roda JC ausgerichtet. In einer unkontrollierbaren Situation, die niemandem nützt, steht für mich meine eigene Sicherheit an erster Stelle.“

(pa)