1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: „Zwei gute Halbzeiten bis jetzt - viel zu wenig”

Köln : „Zwei gute Halbzeiten bis jetzt - viel zu wenig”

Der Chef legt selbst für die Spieler auf: Torschuss-Training beim 1. FC Köln. Trainer Huub Stevens steht inmitten eines guten Dutzend Bälle.

Die Berufsfußballer des Zweitligisten hämmern nach seinem Zuspiel das Arbeitsgerät mehr oder weniger treffsicher aufs Tor. Da hält Alexander Bade das, was er halten kann. Oder auch nicht.

Einer nach dem anderen hat vier Versuche. Anspiel Stevens, Anlauf Lukas Podolski - drin. Der 19-jährige Nationalspieler donnert alle vier ins Netz. Als einziger. Immerhin - Albert Streit verzeichnet an diesem Vormittag auch zwei Treffer in der ersten Runde.

Alltag am Geißbockheim. Auch für Podolski, der zwischen der beschämenden 0:2-Heimpleite gegen Saarbrücken und der Partie am Sonntag gegen den Tabellen-Vorletzten Oberhausen mit Jürgen Klinsmann und der Nationalmannschaft den Iran bereisen und dort mit der DFB-Auswahl 17 Minuten lang beim 2:0-Sieg spielen durfte.

„110.000 Zuschauer - das war gigantisch”, sagt er, „eine einmalige Erfahrung.” Der Alltag aber sieht anders aus. „Ja”, sagt Podolski. „Zweimal Training täglich zurzeit. Wir müssen uns verbessern. Zwei gute Halbzeiten in sieben Spielen - viel zu wenig. Gegen Oberhausen müssen wir mit 110-prozentiger Einstellung spielen, sonst wird das nichts”, sagt er.

Auch Streit ist nach seinem 90-minütigen Ausflug ins Perspektiv-Team 2006 des DFB gegen Polens A2-Auswahl wieder in Liga 2 gelandet. In Absprache mit Jürgen Klinsmanns Assistenten Joachim Löw („Streit hat mich in zwei Ligaspielen überzeugt”) holte Coach Erich Rutemöller den 24-Jährigen Kölner ins Team 2006 und sagte anschließend: „Leute wie ihn laden wir sicher für das Spiel am 7. Dezember gegen Schottland wieder ein.”

Anschließend steht die Asien-Reise der Klinsmann-Team an. Da fehlen Schalker und Stuttgarter Nationalspieler wegen des UEFA-Cups. Möglich also, dass ein Albert Streit neben Podolski der zweite aktuelle A-Nationalspieler des 1. FC Köln wird.

International beweisen

Die ersten fünf Meisterschaftspartien hat Streit beim FC durchgespielt, gegen Dresden (3:2) dann 70 Minuten, in Saarbrücken wurde der Mann fürs rechte Mittelfeld nach 74. Minuten eingewechselt.

„Im Team 2006 kann man sich international beweisen und zeigen”, sagt er, sieht sich aber noch lange nicht auf dem Sprung in die Nationalmannschaft: „Die Leistung im Verein muss stimmen. Ich mit der Nationalmannschaft nach Asien? Weiß ich nicht. Vielleicht ist die Chance da, weil ja einige Spieler fehlen werden.”

Die Leistung gegen Saarbrücken findet Streit bis heute „unerklärlich” und sucht nach Gründen: „Die 2. Liga ist ganz anders als die Bundesliga. Wir sind immer und überall Favorit und motivieren die Gegner alleine schon dadurch.

Der Druck ist enorm. Gegen Oberhausen am Sonntag wird es wieder so sein. Die stellen sich hinten rein und warten auf Konterchancen, weil sie nichts zu verlieren haben. Wenn wir gut spielen und gewinnen - okay.” Und wenn nicht? Streit: „Ein Sieg ist wichtig. Also nicht gut spielen und drei Punkte holen ist mir lieber als anders herum. Wir wollen, wir müssen aufsteigen.”