Düsseldorf: Zu-Null-Fortuna erwirbt sich Respekt: Heldt zieht den Hut

Düsseldorf: Zu-Null-Fortuna erwirbt sich Respekt: Heldt zieht den Hut

Der Aufsteiger steht glänzend da: Fortuna Düsseldorf ist in der noch jungen Saison eine der großen Überraschungen in der Fußball-Bundesliga. Speziell die Defensive ragt heraus: Noch immer ist der Erstliga-Rückkehrer ohne Gegentreffer.

Und plötzlich ist es eine Spitzenpartie. Wenn Fortuna Düsseldorf zum Auftakt des sechsten Bundesliga-Spieltags an diesem Freitag (20.30 Uhr/Sky) Champions-League-Starter Schalke 04 herausfordert, stehen sich der Tabellenfünfte und -vierte gegenüber. Und der Zu-Null-Aufsteiger aus der nordrhein-westfälischen Hauptstadt hat sich nach 450 Erstliga-Minuten ohne Gegentreffer längst den Respekt der Konkurrenz erworben.

„Man kann nur den Hut ziehen vor dem, was Fortuna geleistet hat”, sagte Schalke-Manager Horst Heldt anerkennend. Die Zwischenbilanz der Mannschaft von Fortuna-Cheftrainer Norbert Meier beeindruckt: Nie zuvor blieb ein Aufsteiger in der Historie der Fußball-Bundesliga in den ersten fünf Begegnungen ohne Gegentreffer. Und noch immer haben die Rheinländer im Jahr 2012 kein Heimspiel verloren.

„Für uns ist jeder Spieltag ein Festtag”, konstatierte Düsseldorfs Manager Wolf Werner nach dem 2:0 bei Mitaufsteiger Fürth am Dienstag. Effektiv und keineswegs nur destruktiv: Wer mit vier Toren neun Punkte sammelt, kann was, meint auch Heldt: „Die Art und Weise, wie die Düsseldorfer bisher gespielt haben, ist vollkommen legitim.”

Dabei mussten sich Werner und Meier nach den torlosen Unentschieden gegen Mönchengladbach, in Stuttgart und gegen Freiburg noch der Kritik erwehren. „Nach der medialen Schelte, dass wir keine Tore schießen, war das die richtige Antwort”, meinte Werner im Anschluss an die Bundesliga-Premierentreffer von Oliver Fink und Ken Ilsö in Fürth.

Jetzt ist alles angerichtet für einen Fußball-Festtag. Nicht nur Heldt freut sich auf „ein heißes Derby vor einer fantastischen Kulisse”. Nach den Zuschauer-Teilausschlüssen in den Heimbegegnungen mit Mönchengladbach und Freiburg, bei denen wegen der DFB-Auflagen jeweils nur maximal 30.000 Fans zugelassen waren, wird eine mit mehr als 54.000 Besuchern ausverkaufte Arena erwartet. „Jetzt freue ich mich auf das erste Mal volle Hütte”, meinte Fink.

In Fürth hatte Meier mit einer Variante überrascht: Er ersetzte Andrej Woronin im Angriff durch Ilsö - und es ist durchaus denkbar, dass Meier das auch gegen Schalke so belässt. Bei den Gelsenkirchenern sind die Einsätze von Jefferson Farfan wegen einer Bänderdehnung im Sprunggelenk und von Roman Neustädter wegen einer Knieprellung fraglich. Der beim 3:0 gegen Mainz am Mittwoch verletzt fehlende Jermaine Jones steht wieder zur Verfügung.

Für Wolf Werner ist die Fortuna trotz des „Europarekords” - kein anderes Team der Top-Ligen des Kontinents ist noch ohne Gegentor - „klarer Außenseiter”. Und für Schalke-Linksverteidiger Christian Fuchs ist auch das Düsseldorfer zu Null fällig: „Es wird einfach mal Zeit, dass die Fortuna ein Tor kassiert.” Beim letzten Schalker Erstliga-Auftritt in Düsseldorf war das sogar dreimal der Fall: Am 16. November 1996 siegte S04 mit 3:1.