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Mainz: „Wir haben hier ein sehr gutes Ergebnis gemacht”

Mainz : „Wir haben hier ein sehr gutes Ergebnis gemacht”

Dennis Weiland hatte ne schicke Idee. In der Rubrik „Das würde ich gerne erfinden” im Mainzer Stadionheft „Der 05er” schrieb der zur Zeit verletzte Mittelfeldspieler: „Ein elektronisches Gerät, das die Verständigung zwischen Mann und Frau herstellt, verbessert, gewisse Dinge übersetzt - das würde einiges erleichtern.”

Seinem jüngeren Bruder Niclas wäre es wesentlich lieber gewesen, Dennis hätte sich für die Entwicklung einer „Fehlpassverhinderungsmaschine” interessiert.

So wäre der kapitale Bock des 32-Jährigen nicht passiert, der Borussia Mönchengladbach die Führung ermöglicht hatte. Weilands Pass in die Tiefe des eigenen Raumes fand Vaclav Sverkos nach 13 Minuten als Abnehmer.

Der Tscheche, der sich mit zunehmender Spielpraxis ganz langsam der Form des Vorjahres zu nähern scheint, hatte Glück, dass Marco Rose den Ball noch unerreichbar für den in der Folgezeit nahezu beschäftigungslosen Dimo Wache im 05-er Tor abfälschte. Endlich hatte Borussia einmal ein Geschenk dankend angenommen und nicht nur verteilt!

Was sich später ändern sollte, doch bis zum Ausgleich zum 1:1-Endstand durch Nikolce Noveski wären fast alle Borussen - besonders Kapitän Christian Ziege - dankbare Abnehmer einer „Fehlpassverhinderungsmaschine” geworden. „Zu schnell und zu oft haben wir den Ball verloren”, fand Dick Advocaat, der bei seinem Einstand nur eines lobenswert fand: „Wir haben hier ein sehr gutes Ergebnis gemacht.”

Der ehemalige holländische Bondscoach wird sich auf Dauer nicht damit abfinden, dass Punktgewinne hart erarbeitet werden, „unser Spiel muss viel besser werden”. Sportdirektor Christian Hochstätter erklärte, was sich ändern muss: „Fußballerisch muss deutlich mehr kommen, wir müssen ruhiger spielen, dürfen die Bälle nicht so schnell verlieren und müssen die Angriffe konsequenter zu Ende spielen.”

Trotzdem wäre beim Aufsteiger trotz schwachen Spiels ein Sieg möglich gewesen, doch nach 58 Minuten präsentierte sich die Borussia einmal mehr als freundlicher Gast. Marcelo Pletsch war nach einem Wadenkrampf noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und fehlte im Zentrum, als Antonio da Silvas Eckball in den Strafraum flog.

Noveski, in der Folge bei Standards von Jeff Strasser bewacht, kam ungehindert vom Luxemburger und Ziege an den Ball und wuchtete ihn ins Netz. Zur Freude der bemerkenswert freundlichen und fairen Fans und natürlich von Jürgen Klopp. „Das ist die wichtigste Erkenntnis des Tages: Die Jungs sind nicht kleinzukriegen”, freute sich der Anführer der Mainzer Rasselbande, die das Spiel auch mit nur einer mittelmäßigen Leistung zum Erlebnis für 20.300 Zuschauer werden ließ.

Klopp fand, es sei wieder einmal ein „richtig gutes Spiel” seiner arg ersatzgeschwächten Mannschaft gewesen, lobte die sehr kompakte Abwehr („Neuville hat kaum Bälle bekommen”) und kam zum Schluss: „Mit dem einen Punkt können wir gut leben.”

Kann Dick Advocaat auch, der nach drei Tagen als Borussen-Coach natürlich nur wenig ändern konnte (und wollte). Strasser war nach seiner Sperre für Nico van Kerckhoven zurück in die Innenverteidigung gekommen, Taktik und Positionen blieben unverändert.

„Er lässt einfach spielen, die komplizierten Dinger lässt er weg”, versuchte sich Christian Hochstätter in einer ersten Arbeitsplatzbeschreibung, Jeff Strasser gab sich geheimnisvoller: „Ihr werdet schon noch sehen, was er anders macht.”

Ansatzpunkte finden sich genügend: Die hohe Anzahl von Fehlpässen, der bisweilen kaum vorhandene Spielaufbau. Marek Heinz ist weiterhin mehr ein Fremdkörper und Peer Kluge allein als Spielgestalter überfordert.

Der Linksfuß, mit Abstand bester aller physisch starken Borussen am Samstag, schob aller Euphorie und allem Geschwätz vom internationalen Geschäft im Umfeld einen Riegel vor und bewies Realitätsinn: „Reden allein bringt uns nicht weiter. Vor zwei Wochen haben wir davon gesprochen, dass es gegen den Abstieg geht.”