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Leipzig/Dresden: Wilfried Mohren Fall für Spezial-Ermittler

Leipzig/Dresden : Wilfried Mohren Fall für Spezial-Ermittler

Die Ermittlungen gegen den Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, sind ein Fall für Sachsens Anti-Korruptionseinheit INES. Zu dieser Entscheidung ist die Staatsanwaltschaft Leipzig gekommen und hat das Verfahren nach Dresden abgegeben, sagte Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann am Mittwoch.

Der aus Geilenkirchen stammende Mohren steht im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen gegen den Ex-Sportchef des Hessischen Rundfunks, Jürgen Emig, unter Verdacht. Der MDR-Journalist ist seit Montag vom Dienst suspendiert. Vorangegangen waren Razzien in seinem Büro beim MDR in Leipzig und in seinem Haus vor den Toren der Stadt. Die beschlagnahmten Akten und die Computersoftware ist nun auf dem Weg nach Dresden. INES-Chef Claus Bogner rechnet am Donnerstag mit ihrem Eingang bei der Behörde. Vor Freitag könne er keine Aussagen zum Inhalt oder zum weiteren Vorgehen bei den Ermittlungen treffen, sagte Bogner.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main hatte die Unterlagen zum Fall Mohren aus dem Emig-Verfahren nach Sachsen abgegeben. Der MDR-Sportchef steht im Verdacht, nach einem ähnlichen System wie Emig gearbeitet hat. Der frühere hr-Sportchef soll über die Marketing-Firmen seiner Ehefrau und eines Freundes Schmiergelder für die Übertragung von Sportereignissen verlangt und angenommen haben. Der 59-Jährige sitzt seit vergangener Woche in Untersuchungshaft.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft waren die von den Sportveranstaltern gezahlten „Produktionszuschüsse” nicht direkt an den Sender, sondern an die zwei zwischengeschalteten Agenturen gegangen und dort zum Teil einbehalten worden. Eine der Agenturen war auch an Übertragungen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) beteiligt.

Nach Einschätzung der Frankfurter Strafverfolger ist die Affäre um gekaufte Sportübertragungen im hr wahrscheinlich kein Einzelfall. „Es würde mich sehr wundern, wenn dieses System nur in Frankfurt und Leipzig angewendet worden sein sollte”, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner.